Rom Italien
16. Januar 2009

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AUS DER REDAKTION
Neues aus Kanada
Neues aus Rom
Neues aus Afrika
Neues aus Russland

NACHRICHTEN AUS DEN PROVINZEN:
Madrid: Überreste spanischer Märtyrer gehoben und geehrt

HISTORISCHES:
Der unbekannte Redemptorist

MEDIEN IM BRENNPUNKT:
Neue Möglichkeiten in Druck und Elektronik

LEBENSWENDEN:
Professfeiern, Priesterweihen, unsere Verstorbenen


globe AUS DER REDAKTION
Um die Welt in fünf Minuten

Wiederum müssen wir der Familie unseres Mitbruders und Generalkonsultors Ray Douziech unser herzliches Beileid aussprechen. Denn nach dem Tod seines Vaters ist nun kurz vor Weihnachten auch noch seine kranke Mutter gestorben. In diesen schweren Stunden fühlen wir uns mit ihm in Gedanken und Gebet verbunden. Wenn Sie dem Pater Ray kondolieren wollen, können Sie es über: rdouziech@cssr.com.

Heute wird viel über Stammzellen von Embryonen diskutiert, aber man kann auch Stammzellen verwenden, die nicht von Embryonen stammen. Beweis dafür ist ein Beispiel unter uns; denn Pater Jim Mason, C.Ss.R. aus Kanada berichtet: “Pater David Cottingham, C.Ss.R. (Provinz Edmonton-Toronto), Missionar und Verehrer der Mutter von der Immerwährenden Hilfe, unterzog sich einer Stammzellenverpflanzung und zwar so, dass Zellen aus seiner gesunden eigenen Haut benutzt wurden, um sein durch Krebs geschwächtes Immunsystem zu stärken. Es ist ein Versuch, aber in diesem Fall ein offensichtlich mit Erfolg gekrönter Versuch. Redemptoristische Moraltheologie in Person! Wir wünschen unserem Mitbruder vollständige Genesung.

Pater Mason meldete auch: “Mehr als 20 Redemptoristen aus den USA, aus Vietnam, Indien und Kanada machten ihre Jahresexerzitien im Oktober in Queen of the Apostles in Mississauga (Ontario, Kanada). Pater Ray Corriveau, C.Ss.R. leitete die Exerzitien im Sinn der Spiritualität des Heiligen Klemens Hofbauer.

Nun mussten wir erfahren, dass Pater Corriveau, Assistent Novizenmeister im internationalen Noviziat in Glenview, IL, USA, einen Herzinfarkt erlitt. Die ganze Kongregation betet für seine Genesung.


Aus unserer internationalen Wallfahrtskirche der Mutter von der Immerwährenden Hilfe in Rom sind zwei Bilder Unserer Lieben Frau entsandt worden, die weit weg bei Neugründungen der Redemptoristen aufgestellt werden sollen. Eines geht in die Provinz Goiás und wird (siehe Bild) dem Pater Walmir Garcia dos Santos, dem Rektor der Wallfahrtskirche unser Mutter von der Immerwährenden Hilfe in Goiânia, Brasilien, überreicht von den Stiftern, nämlich den beiden Brasilianern, dem ehemaligen Hausoberen P. Darci Nicioli und dem Hausökonomen P. Walteir Magalhaes. Das andere gelangt nach Laoag auf den Philippinen zum neuen Missionshaus St. Gerard. Auf dem Bild zu sehen sind P. Ariel Lubi C.Ss.R., Vizeprovinzial von Manila mit Pater Teodulo Hildago, dem Seelsorger für die Philippinos in Sant’Alfonso, und dem Kirchenpräfekten P. Bruno Visuri sowie Schwester Rosalinda, die aus den Philippinen stammt und in Rom arbeitet.

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Übrigens wurde P. Walteir Magalhaes zum Finanzverwalter der Union der Generaloberen ernannt, laut unserem Pater General, der Vizepräsident dieser Union ist.


photo Pater Luciano Panella aus der Provinz Neapel hat am 8. Dezember 2008 sein Amt als Rektor des Generalatshauses Sant’Alfonso angetreten. Diese Gemeinschaft mit etwa 100 Mitgliedern ist zahlenmässig an fünfzehnter Stelle unter den 86 Einheiten der Kongregation. Diese Mitbrüder sind beschäftigt in den verschiedenen Instituten, Gremien und Gruppierungen, die hier untergebracht sind. Es braucht Geschick, um guter Hausoberer zu sein für die vielen Leute dieser internationalen Gemeinschaft.

Dieses Jahr findet in Rom das 24. Generalkapitel statt. Es beginnt am 19. Oktober. Die erste Regionalversammlung geschieht vom 18. bis 28. Januar in Kinshasa, in der Demokratischen Republik Kongo. Die ex officio berechtigten und die gewählten Delegierten aus Afrika treffen zusammen mit Vertretern der Vorbereitungskommission und der Generalleitung (Joseph W. Tobin, Generaloberer; Athanase Nsiamina und Enrique López Generalkonsultoren).


Über der neuen Kirche in Kemerov, Russland, deren Planung und Ausführung wir in SCALA und ORBIS verfolgten, ragt nun der Turm. Wir gratulieren den Redemptoristen, die dort arbeiten, denn dieser neue Turm strahlt etwas aus von ihrem segensreichen Wirken in dieser Gegend, die politisch, geographisch und religiös gesehen so andersartig ist.

Gnade und Erlösung für alle!
Gary Ziuraitis, C.Ss.R.

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NACHRICHTEN AUS DEN PROVINZEN:

Madrid, Spanien
Hebung der Reliquien unserer Märtyrer,
Opfer der Verfolgung von 1936-39 in Cuenca.
Antonio M. Quesada Montoro, C.Ss.R.

photo Die Überreste des Dieners Gottes Jose Javier und seiner fünf Mitbrüder, die in Cuenca während des Bürgerkrieges 1936-1938 getötet wurden, sind nun in der Kirche Unserer Lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe in Madrid. Die Übertragung von der Krypta der Redemptoristen in die Kirche fand am 4. Dezember 2008 in einer schlichten Zeremonie statt. Das gehört zum Verfahren des Heiligsprechungsprozesses der 6 Märtyrer von Cuenca. Ein Vertreter des bischöflichen Offizialates gab den Auftrag, die Überreste zu heben, dann wurden die Reliquiare unter betender Begleitung in die Kirche getragen und vor dem Hauptaltar auf einen Tisch gestellt.

Die Gruppe bestand aus den Mitbrüdern der drei Kommunitäten Madrids und einigen Gläubigen, namentlich Verwandten der Märtyrer Pater Gorosterratzu und Pater Olarte. P. Provinzial erwog, dass die Märtyrer als Missionare dem Ruf Gottes folgten und so den Titel „Diener Gottes“ verdienen. Jeder von ihnen ging auf seine Weise auf den Ruf Gottes ein und war bereit, dafür sein Leben zu geben. Darauf wurden die Reliquien in einer Nische der Seitenkapelle beigesetzt. Eine rote Granittafel trägt ihre Namen. Man unterschrieb das Protokoll der Übertragung und begab sich zum gemütlichen Zusammensein mit den Verwandten der Märtyrer.

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Diener Gottes P. Jose Javier Gorosterratzu Jaunarena: Geboren 1877 in Urroz, Navarra. Im Alter von 16 Jahren trat er als Postulant in die Kongregation ein und legte seine Gelübde ab am 8. September 1896. Zum Priester geweiht wurde er 1903 und war darauf tätig zuerst in El Espino (Burgos) und Astorga (Leon) als Lehrer in Philosophie und Naturwissenschaften, dann in Pamplona (Navarra) und an der Basilika San Miguel in Madrid und schliesslich in Cuenca, wo er sein Leben gab für Erlösung in Fülle. Er war sehr begabt, intelligent und gebildet. Er predigte Volksmissionen in baskischer und spanischer Sprache, war auch als geistlicher Berater und Exerzitienprediger bekannt. Er gab zwei Geschichtswerke heraus und verfasste ein Handbuch für Philosophieunterricht, das er nicht veröffentlichte.
Am 22. Juli 1936 versteckte er sich im Haus eines Freundes unserer Kommunität. Am 28. zog er ins Seminar, wo er sich sicherer glaubte. Dort war er Seelsorger der Flüchtlinge, ermunterte dieselben, bereit zu sein, notfalls ihr Leben zu opfern, wobei ihm klar war, dass das Martyrium ihm selber bevorstehen könnte. Das Seminar wurde am 11. August morgens um 2.00 gestürmt; Pater José Havier und Bruder Victoriano wurden festgenommen und beim Friedhof von Cuenca umgebracht.

Diener Gottes P. Ciriaco Perez Olarte de Mendiguren: Geboren 1893 in Gomecha (Alava). Im Jahr1904 kam er ins Juvenat El Espino (Burgos). Seine Profess war am 8. September 1911 und die Priesterweihe im Jahr 1917. Ab 1921 war er eifriger Missionar in Mexiko. Zur Zeit der Christenverfolgung unter der Regierung des Plutarco Calles in 1926 arbeitete er weiter mit seiner gewohnten Dynamik, aber als jegliche priesterliche Tätigkeit verboten und unmöglich wurde, kehrte er am 12. September 1926 nach Spanien zurück. Nun arbeitet er zuerst in La Coruna, Madrid – Perpetuo Socorro – und wird 1935 nach Cuenca versetzt.

Im Juni 1936 verliess er das Kloster und versteckte sich mit Pater Goñi in den Häusern von zwei Priestern. In seinem Versteck spricht er die prophetischen Worte: “Das Fest des Hl. Alfons (1.August) werden wir im Himmel feiern…”. Die beiden werden angezeigt und am 31. Juli festgenommen und von einer wilden Soldateska abgeführt und weitergetrieben. Ohne Verurteilung und ohne Befehl knallt man die beiden Patres nieder bei dem Elektrizitätswerk El Batán. P. Ciriaco ist sofort tot. Gegen 10 Uhr nachts kommt ein Richter und lässt die zwei Leichen im selben Sarg im Gemeinschaftsgrab beisetzen.

Diener Gottes Miguel Goñi Ariz: Geboren 1902 in Imarcoain, Navarra. 1913 trat er ins Juvenat El Espino ein. Seine Gelübde als Redemptorist legte er ab am 26. August 1920 und wurde im Jahr 1925 zum Priester geweiht. Trotz schwacher Gesundheit predigte er manche Volksmission in Cantabria, Andalusien und Galizien. Er lebte in Nava del Rey (Valladolid), Granada, Santander und Vigo. 1932 kam er nach Cuenca, um unter der Jugend zu wirken in der Pfarrei St. Phillip Neri, wo er auch Gottesdienste feierte und als Beichtvater zur Verfügung stand.

Im Mai 1936 wurde er von Randalierern, die gegen alles Religiöse waren, durch die Strassen von Cuenca gehetzt. Zehn Tage nachdem Pater Miguel Goñi das Kloster Saint Phillip verlassen hatte, wurde er mit Pater Ciriaco Olarte festgenommen. Laut Berichten hat sich P. Miguel sterbend bemüht zum P. Ciriaco zu kriechen, um sich gegenseitig zu stärken und zu ermutigen, bevor sie ihr Leben dem Erlöser gaben am 31. August 1936. Offenbar muss ihr Todeskampf einige Stunden gedauert haben.

Diener Gottes Julián Pozo Ruiz de Samaniego: Geboren 1903 in Payueta (Alava). 1913 trat er in das Juvenat El Espino (Burgos) ein. Von Kindheit an war er besinnlich; später wurde er als geistlicher Berater geschätzt. 1920 war seine Profess und 1925 seine Priesterweihe. Sein Studium musste er 1921 und 1923 aus gesundheitlichen Gründen unterbrechen. Im Sommer 1926 wurde er versetzt nach Granada, wo er die Diener Gottes Francisco Barrecheguren und Conchita Barrecheguren traf. In aller Augen galt er als weiser und freundlicher Mensch mit kindlichem Gesichtsausdruck. Er hatte ein besonderes Charisma für das Sakrament der Versöhnung. Sein Lächeln öffnete die Herzen der Menschen. Er kam 1928 nach Cuenca.

Im Bürgerkrieg 1936 verliess er das Kloster am 20. Juli, um sich mit Bruder Victoriano bei Freunden zu verstecken. Als man sie dort fragte, wer sie seien, antworteten sie: „Wir sind Ordensleute, Redemptoristen, keine Märtyrer... aber wir wrden sehen“. Am 31. Juli fanden sie Zuflucht im Seminar, aber schon am 9. August kam eine Meute Menschen, die ihn und den Priester Chrysostom Escribano töteten. P. Pozo war 33 Jahre alt und starb indem er kniend betete mit dem Kruzifix in einer Hand, dem Rosenkranz in der anderen Hand und dem Lächeln im Gesicht.

Diener Gottes Bruder Victoriano Calvo Lozano: Geboren in Horche (Guadalajara) am 23. Dezember1896. Sein Interesse für geistliche Dinge wies eigentlich auf Priesterberuf hin, aber die Verpflichtungen daheim und der Mangel an finanziellen Mitteln verhinderten die Verwirklichung seines Traumes. Am 31. März 1919 verliess Viktor das Vaterhaus und die Seinigen, ohne Abschied zu nehmen. Er hinterliess auf seinem Bett einen Brief mit der Begründung seines Abschieds. Seine Gelübde als Redemptoristenbruder legte er am 13. November 1920 mit dem Namen Bruder Victoriano ab. Von 1921 an gehörte er zur Redemptoristengemeinschaft in Cuenca, wo er als Gärtner, Pförtner und Buchhalter diente. Er war bereit, als Missionar nach China zu gehen. Er war ein ruhiger, besinnlicher Mensch. Er war sogar geistlicher Berater einer jungen Dame, für die er Anleitungen zu Exerzitien verfasste und ähnliche Werke, die erhalten sind und von seinem Charisma zeugen.
Am 20. Juli 1936 suchte er mit Pater Gozo Zuflucht im Haus eines Freundes. Am 31. Juni versteckten sich beide im Seminar. Sie wurden am 11. Juni festgenommen. Mit gefesselten Händen wurde er mit P. Gorosterratzu zum Friedhof von Cuenca geführt. Dort gab Bruder Victoriano sein Leben dem Erlöser in Treue zu seinem Glauben und seiner Berufung im Ordensstand.

Diener Gottes Pater Pedro Romero Espejo: Geboren 1871 in Pancorbo (Burgos), besuchte das Juvenat in El Espino und machte Profess als Redemptorist am 24. September 1890. Er wurde 1896 zum Priester geweiht und für Volksmissionen bestimmt. Er arbeitete in Astorga (León), Madrid und Cuenca, wo er volksnahe in leicht verständlichem Stil predigte. Er galt als ernster Ordensmann, der sich an den Geist des Ordens hielt und namentlich die Oberservanz der Armut vorlebte. Stille zum Beten war ihm stets wichtig.
Am 23. Juli 1936 versteckte er sich bei den Kleinen Schwestern der Armen. Dort feierte er Eucharistie und betreute die Schwestern. Im August 1937 wurde er im Versteck bei einer Familie entdeckt und vor die Zivilbehörde geführt. Gelassen gab er zu, dass er Redemptorist sei. Er wurde in ein Armenhaus geschickt, wo man ihn ständig auslachte und mit Gotteslästerungen plagte. Darum floh er aus dieser Umgebung und ging bettelnd mit Rosenkranz und Kruzifix durch die Strassen der Stadt. Er wollte keine Unterkunft bei Bewohnern annehmen, um niemanden zu gefährden. Wenn jemand Sakramentenempfang wünschte, war er sofort dazu bereit. Nach und nach brach seine Gesundheit zusammen. Im Mai 1938 wurde er eingekerkert und im Gefängnis starb er am 4. Juli 1938 an den Leiden, die er sich durch die Verfolgung zugezogen hatte. Nie hatte er seinen Glauben oder sein Priestertum aufgegeben, heisst es in der Biographie. Obwohl nicht gewaltsam hingerichtet, gilt er als Märtyrer, als Opfer der Verfolgung.
Das sind die sechs Mitbrüder. Mögen sie für uns eintreten und beitragen, dass auch wir treue Zeugen sind für reiche Erlösung in Christus!

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HISTORISCHES:

Rom Italien
Die Galerie unserer Generaloberen
Giuseppe Orlandi, C.Ss.R.

Vorbemerkung: Vor einem Monat versprachen wir, auf die Einweihung der Galerie unserer Generaloberen zurückzukommen. Pater Giuseppe Orlandi vom Historischen Institut hielt bei diesem Anlass eine Rede, die auch zum begonnenen Jahr passt, das uns mit dem Generalkapitel den 17. Nachfolger des Heiligen Alfons bringen wird. Bevor Sie den folgenden Artikel lesen, können Sie die Galerie besuchen per Klick auf http://www.cssr.com/deutsch/whoarewe/SuperiorsGeneral/index.htm

Im italienischen Wortschatz bedeutet vernissage: «Eröffnungsfeier einer Kunstausstellung, zu der man eingeladen wird». Genau das erleben wir heute Abend.

Persönlichkeit und Werk dieser 19 Generalobern stehen in engstem Zusammenhang mit der Geschichte unserer Kongregation, und zwar der beiden Kongregationen des Heiligsten Erlösers, die 1780-1893 und 1854-18969 zugleich nebeneinander bestanden: die C.Ss.R. Cisalpina im Königreich Neapel und die C.Ss.R. Transalpina ausserhalb des Königreichs Neapel. Darum gab es zeitenweise zwei Generalobere zu gleicher Zeit.

Der jüngste Generalobere war (abgesehen vom Heiligen Alfons) Pater Nikolaus Mauron im Alter von 37 Jahren, und der älteste bei seiner Wahl war Andrea Villani mit seinen 81 Jahren. Am längsten regierte P. Mauron, nämlich 38 Jahre, 2 Monate und 12 Tage. P. Patrick Murray aus Irland wurde im Alter von 44 Jahren gewählt und regierte fast 38 Jahre. P. Giuseppe Lordi, ebenfalls im Alter von 44 Jahren gewählt, amtierte kaum ein Jahr, nämlich vom 5. Mai bis 15. Dezember 1854.

Als der Heilige Alfons 1787 starb, zählte die Kongregation 175 Mitglieder. Die Höchstzahl 8.858 erreichte sie zur Zeit des Generaloberen William Gaudreau (8.858).

Nach dem Heiligen Alfons wurden noch zwei weitere zu Bischöfen erhoben: P. Celestino Cocle war zuerst 7 Jahre Generaloberer, dann Titularerzbischof von Patras und Seelsorger der königlichen Familie von Neapel. P. Tarcísio Ariovaldo Amaral regierte 6 Jahre als Generaloberer. Am Ende seiner Amtsperiode von sechs Jahren wurde er in Brasilien 1976 zum Bischof von Limeira und 1984 zum Bischof von Campanha ernannt.

P. Amaral war der erste, der nicht lebenslänglich ins Amt eingesetzt wurde. Von diesem Zeitpunkt an lautete der Titel nicht mehr «Generaloberer und Rektor Major», sondern nur noch «Generaloberer».

In Wirklichkeit blieben nicht alle bis zu ihrem Tod im Amt, sondern 8 von 14 (mehr als 50% ) reichten ihre Demission ein und traten in den Ruhestand.

Die lebenslänglichen Generaloberen regierten durchschnittlich 14 Jahre. Nach ihnen waren Amaral 6 Jahre, Josef Pfab 12 Jahre und Juan Lasso de la Vega ebenfalls 12 Jahre im Amt.

Ich kann nun nicht auf die Taten der einzelnen Generaloberen eingehen, aber etwas sagen über Pater Mauron, der in diesem Haus gewählt wurde und eng mit dem Schicksal dieses Hauses verbunden blieb.
Dieses Haus, damals Villa Caserta genannt, war Eigentum des Fürsten Michelangelo Caetani, Herzog von Sermoneta. Die Kongregation erwarb die Liegenschaft im Jahr 1855.

Offiziell wurde das Haus am Fest Mariae Verkündigung, 25. März 1855, durch Pater Eduard Douglas in Begleitung von Bruder Giovanni Kotlaba in Besitz genommen. Wahrscheinlich erfuhren die Mitbrüder in der Gegend von dem Ereignis per Telegramm, denn am 27. März wurde im Kirchenstaat der Telegraphendienst eröffnet.

Der römische Chronist Nicola Roncalli berichtet, dass am selben Tag der Tiber über die Ufer trat und die Verheerungen anrichtete, die man sich vorstellen kann.

Bald darauf wurde der Pferdestall des Fürsten Caetani abgerissen und der Bau der neugotischen Kirche begonnen nach dem Plan des Architekten George Wigley. Diese Kirche wurde 1859 eingeweiht. In Rom war ihr gotischer Stil so überraschend, dass böse Zungen in der Stadt sagten, an Stelle des Stalles sei nun eine Scheune errichtet. Aber in den Jahren 1872-1876 baute der grosse Architekt George E. Street in Rom im selben gotischen Stil die amerikanische Bischofskirche «S. Paolo entro le Mura».

Ein Monat nach Eröffnung des Hauses, am 26. April 1855, begann das IX. Generalkapitel, und eine Woche später wurde am 2.Mai P. Nikolaus Mauron zum Generaloberen gewählt, und zwar als Kompromiss zwischen den Anhängern des P. von Held (11 Stimmen) und denen des P. von Smetana (ebenfalls 11 Stimmen). Die Pattsituation dauerte bis zum 10. Wahlgang, als ein Kandidat sich bereit erklärte, auf das Amt zu verzichten wenn der Gegenkandidat dasselbe tue. So wurde denn P.Mauron, der von Anfang an 3 Stimmen hatte, schliesslich im 11.Wahlgang mit 25 Stimmen gewählt.

Wir wissen nicht, ob die Kapitularen beeindruckt waren vom Geschehen in der Sadt, denn der Chronist berichtet, dass an jenem Morgen ein Verbrecher, ein primitiver Mörder, hingerichtet worden war. Vielleicht befürchteten einige Wähler, dass eine höhere Instanz eingreifen könnte, wenn das Generalkapitel nicht fähig ist, einen Generaloberen zu wählen. In Wirklichkeit wurden die Kapitularen zwei Tage nach der Wahl des Generalobern vom Papst empfangen, der ihnen väterlich nahelegte: «Ecce quam bonum et quam iucundum habitare fratres in unum» (Ps. 132, 1). Ein Teilnehmer meinte, dass der Papst mit diesem Thema und dem ganzen Ablauf der Audienz darauf ausging, gefährliche Spannungen unter den Kapitularen auszuschalten. Um der überraschend ernsten Mahnung ein liebevolles Echo zu ermöglichen, gab Pius IX. den Redemptoristen das Manuskript des Homo apostolicus von St. Alfons, das man ihm leider einige Jahre vorher geschenkt hatte, zurück.

Pater Mauron war ein guter Generaloberer. Zu seinen Erfolgen gehört auch, dass der Heilige Alfons 1871 zum Kirchenlehrer erhoben wurde. Während seiner Amtszeit stieg die Zahl der Mitglieder von 1.107 im Jahr 1855 auf 2.363 im Jahr 1893.

Pater Mauron und die Seinigen erlebten die Eroberung der Stadt und das Verschwinden des Kirchenstaates (la fine dello Stato pontificio) am 20. September 1870. Da wurde ein grosser Teil der Liegenschaft Villa Caserta beschlagnahmt. – Die C.Ss.R. konnte nur jenen Teil behalten, den sie jetzt noch besitzt. Die Angreifer beschossen die Stadtmauern, wobei sie 49 Tote zu beklagen hatten, und die Verteidiger 19 Tode. Aus unserer Chronik wissen wir, dass Granaten auch auf unser Haus fielen. Mündlich wird folgendes Geschwätz überliefert: ein Redemptorist habe sich aus Wut gegen P. Mauron als Soldat unter die Kanoniere gemischt und eine Granate in das Zimmer des Generaloberen geschossen, aber das Geschoss sei nicht explodiert.

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Mir ist aufgefallen, dass kein Bild des Heiligen Klemens Maria Hofbauer, der mit Recht als zweiter Gründer der Kongregation gilt, in dieser Galerie zu sehen ist. Auch die anderen transalpinen Generalvikare Joseph A. Passerat und Rudolf von Smetana werden hier vermisst. Dazu sagte die Erbauer der Galerie, man könne den Heiligen Klemens finden auf dem Bild mit den ersten Gefährten des Heiligen Alfons zusammen mit Bischof Falcoia. Dieses Bild ist eine Art Pantheon der Redemptoristen, wo sogar einer von hinten dargestellt ist: ein unbekannter. Man sieht nicht, ob es ein Pater oder Bruder oder Klerikerstudent ist. Das ist offenbar der „Unbekannte Redemptorist“ wie der „Unbekannte Soldat“ auf dem Denkmal des Vaterlandes an der Piazza Venezia. Er vertritt alle Redemptoristen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.


Aber wenn ich jetzt ein bisschen weiterdenke, stelle ich fest, dass diese Galerie einen schweren Stand haben wird. Denn der Heilige Alfons hat vorausgesagt, dass die Kongregation unter bestimmten Bedingungen bis ans Ende der Welt bestehen wird.

 

Da aber die Wissenschafter annehmen, dass unsere Welt noch einige Millionen oder Milliarden Jahre bestehen wird, ist es klar, dass dieser Hausgang viel zu klein ist, um die Bilder aller künftigen Generaloberen aufzunehmen, zumal in einem Jahrhundert etwa zehn zu verewigen sind.Wenn alle Gänge voll Bilder sein werden, muss man wohl im Garten weiterfahren und schliesslich einen Turm bauen, um all die Porträts anzubringen, wie der flämische Künstler Pieter Bruegel es 1563 vorgemalt hat. Aber auch das wird schliesslich nicht genügen. So wird man in fernster Zukunft gezwungen werden, die Porträts unserer Generaloberen auf die Grösse elektronischer Briefmarken zu reduzieren. .photo
Am Schluss dieser angeheiterten Erwägungen, in der fröhlichen Atmosphäre dieses Anlasses, möchte ich noch einen anderen Blick in die Zukunft werfen. Mehr als ein Jahrhundert lang waren alle Generaloberen Italiener. P. Mauron 1855 war der erste Nicht-Italiener, P. Gaudreau (aus den USA) 1954 der erste Nicht-Europäer, P. Amaral (aus Brasilien) 1967 der erste Lateinamerikaner. Ich wünsche mir, dass die Galerie bald erweitert wird mit Porträts von Generaloberen aus Afrika, Asien und Ozeanien. Nur so wird die Universalität der Kongregation vollkommen sein.

Inzwischen lade ich Sie ein, im Jahr 2032 das vollendete dritte Jahrhundert der Kongregation zu feiern.

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MEDIEN IM BRENNPUNKT:

Hilfreiche Literatur

Drei Veröffentlichungen könnten Ihnen oder Ihrer Provinz dienen:

photo Called into Communion for Mission: Redemptorists and Lay People Together Proclaiming the Good News of Jesus Christ to the Most Abandoned – a Step Forward. Im Auftrag des Generalsekretariates für Zusammenarbeit mit Laien. 68 Seiten. Das Sekretariat betrachtet diese Schrift als grundlegend für weitere Diskussionen auf allen Ebenen in der Kongregation und erwartet feedback für weitere Publikationen zu diesem Thema. Erhältlich momentan nur auf Englisch. Für Genaueres wenden Sie sich bitte an Ray Douziech, Consultor General.
photo Saint Clement Hofbauer: His Writings and Spirituality. Im Auftrag des Sekretariates für Spiritualität. Essays auf English von Raymond Corriveau, C.Ss.R. 334 Seiten. Erhältlich bei Liguori Publications, USA. Einige Beiträge stammen aus dem 4. Band der spanischen und französischen Reihe über redemptoristische Spiritualität.
Das andere, wichtigere Buch: Klemens Maria Hofbauer. Profil eines Heiligen, von Hans Shermann, C.Ss.R., Wien, Dom Verlag, 2001: sechs Artikel zum 250. Geburtstag des Heiligen Klemens – mit Unterstützung der Provinz Wien.

Geistige Wallfahrt nach Neapel-Marianella. CSSR.COM website menu: Wallfahrten Onlineoder einfach Klick auf: http://cssr.com/tour/deutsch/one.html. Das ist die dritte, kurze Reihe von audio/visuellen Darstellungen von Gedenkstätten, die an Ursprung und Spiritualität der Kongregation erinnern. Entstanden ist sie auf Pilgerreisen mit den Leitern des Zentrums für Spiritualität unter Mitwirkung des Office of Communications. photo


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LEBENSWENDEN

Neueste Ereignisse in der Familie der Redemptoristen. Die vollständige Liste können Sie besuchen auf Officialia site

Zeitliche Professfess:
Bohdan Pamfuk, Provinz Lviv, 4. Dezember 2008
Mateus Agostinho Lupula, Vizeprovinz Luanda, 6. Dezember 2008

Priesterweihe:
Luis Armando Adorno López, Provinz San Juan, 5. Dezember 2008
Gilson da Silva, Vizeprovinz Bahia, 20. Dezember 2008

Unsere Verstorbenen:
P. Adolf Vateha, 86, Provinz Prag, 5. Oktober 2008.
P. Francis Joseph Sands, 88, Provinz Baltimore, 7. Oktober 2008
P. Lawrencde John Buckley, 84, Provinz Baltimore, 11. Oktober 2008
Br. José Manuel Arias Barajas, 72, Provinz Bogotá, 5. Dezember 2008
Br. Joannes (Leo) Hugtenburg, 80, Provinz St. Clemens/Regio Nederland, 19. Dezember 2008
P. Sabino Rossignoli, 85, Provinz Neapel, 21. Dezember 2008
P. Pierre Nguyễn Quang Diệp, 84, Provinz Vietnam, 23. Dezember 2008
P. Józef Sikorski, 60, Provinz Warsaw, 26. Dezember 2008
Br. Ludwik Ziajkiewicz, 81, Provinz Warsaw, 31. Dezember 2008

60 Jahre Profess:
P. Franz Ponhold, Provinz Wien, 23. Januar 2009

60 Jahre Priester:
João Ribeiro de Carvalho, Provinz São Paulo, 6. Januar 2009
António Ricieri Bariani, Provinz Goiás, 6. Januar 2009
Roderick James Joseph Garvey, Provinz Denver, 6. Januar 2009
William Frederick Hogan, Provinz Denver, 6. Januar 2009

50 Jahre Profess:
P. Jozef Buyens, Provinz St. Clemens/Regio Vlaanderen, 17. Januar 2009

50 Jahre Priester:
Geraldo Camilo de Carvalho, Provinz São Paulo, 1. Januar 2009
Jesus Flores, Provinz Goiás, 1. Januar 2009
Antônio Pinto da Silva, Provinz São Paulo, 3. Januar 2009
Delfin Bustamante Lavid, Provinz Madrid, 11. Januar 2009
Victor Castrillo Vega, Provinz Madrid, 11. Januar 2009
Arsenio Cuervo Vega, Provinz Madrid, 11. Januar 2009
Bernardo García Castrillo, Provinz Madrid, 11. Januar 2009
Felicísimo González Arnáiz, Provinz Madrid, 11. Januar 2009
Saturnino Martínez Freile, Provinz Madrid, 11. Januar 2009
Angel Plaza Martín, Provinz Madrid, 11. Januar 2009
Olegario Rodríguez Martínez, Provinz Madrid, 11. Januar 2009
Mons. José Ignacio Alemany Grau, Bischof von Chachapoyas, Peru (Vizeprovinz Peru-Nord), 11. Januar 2009
Mons. Rafael Arcadio Bernal Supelano, Bischof von Arauca Colombia, (Provinz Bogotá), 11. Januar 2009
Ignacio Antonio Galindo Moreno, Provinz Bogotá, 11. Januar 2009
Patrick Sugrue, Provinz Cebu, 11. Januar 2009

25 Jahre Profess:
Luis Fernando Castaño Holguín, Provinz Bogotá, 8. Januar 2009
Aristóbulo Chaparro Ballesteros, Provinz Bogotá, 8. Januar 2009
Jesús Alberto Franco Giraldo, Provinz Bogotá, 8. Januar 2009
Ramiro Gómez Alvarez, Provinz Bogotá, 8. Januar 2009
Orlando González Herrera, Provinz Bogtotá, 8. Januar 2009
Gerardo Suárez Marín, Provinz Bogotá, 8. Januar 2009
Flávio de Oliveira e Souza, Provinz São Paulo, 29. Januar 2009
Richard Charles Maidwell, Provinz Südafrika, 29. Januar 2009

25 Jahre Priester:
Michael Lidy, Provinz Wien, 6. Januar 2009
Vicente André de Oliveira, 14. Januar 2009


Wahlergebnisse:
P. Rafael Vieira Silva, Provinzvikar in Goiás. Bestätigung am 25. Oktober 2007.

P. Oh Sang Casimiro Kwon, Regionaloberer in Korea. Bestätigung am 8. September 2008.

P. Bruno Lee Hyeon Gu, Regionalvikar in Korea. Bestätgung am 4. Dezember 2008.

Ernennung:
P. Janusz Dyrek, Provinz Warsaw, weiterhin bis zum 31. Dezember 2010 Seelsorger der Polen in Sant´Alfonso, Rom.
Aufhebungen:
Haus und Kommunität Unserer Lieben Frau von Aparecida, Rua Oliveira Braga, 80, in São Paulo, Brasilien wurden am 4. Dezember 2008 aufgehoben.

Das Haus in Korunková, Slowakei, Vizeprovinz Michalovce wurde am 4. Dezember 2008 aufgehoben.

Errichtungen:
Das Haus “Amala Giri” in Kanachiparutha, Vadakkencherry, Kerala, Indien, Provinz Liguori. Kanonisch errichtet am 4. Dezember 2008.

Kommunität des Heiligsten Erlösers, Rua Professora Maria Helena de Oliveira Pyles, 309, Santa Bárbara d’Oeste, São Paulo, Brasilien, Provinz São Paulo. Kanonisch errichtet am 4. Dezember 2008.

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