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Bericht der Redemptoristengemeinschaft in Zahle, Libanon
P. Elias Joseph Sader C.Ss.R.
23. Juli 2006
Vorbemerkung der Reaktion: Wir erhielten diese Mitteilung von Pater Elias am Mittwoch Nachmittag. Sie wird in einer Notsituation herausgegeben. Die hier vertretenen Ansichten und Meinungen sind die des P. Elias.
Liebe Mitbrüder Redemptoristen, ich versuche, Ihnen die momentane Situation in Libanon 7 und die Situation unserer Mission C.Ss.R. im Bekaa und in Beirut zu schildern.
Heute ist der siebte Tag, dass die Israeli in Libanon Bomben abwerfen. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums sind dabei 240 Libanesen getötet und 690 verletzt worden. Das Verteidigungsministerium berichtet, es handle um Bomben des international verbotenen Typs.
Die vertriebenen Menschen sind 500,000 an der Zahl. Sie flohen meistens aus den südlichen Dörfern und den südlichen Vorstädten Beiruts. Etwa 60,000 Flüchtlinge sind in öffentlichen Schulen oder in Zelten untergebracht. Sie werden vom Internationalen Flüchtlingskomitee und vom Roten Kreuz betreut. Andere finden Zuflucht in Klöstern, Kirchen und privaten Hilfswerken.
Mit schweren Bombardierungen werden Dörfer so angegriffen, dass jeglicher Rettungsdienst unmöglich ist. Brücken und Strassen zu den Dörfer sind zerstört. Wenn man die 20 Meter breiten und 15 Meter breiten Trichter auffüllen will, werden die Bulldozer bombardiert.
Gestern wurde jeder Lastwagen, der Nahrungsmittel oder medizinische Versorgung geladen hatte ebenfalls bombardiert. So werden viele Fahrer grundlos getötet, und viele dringend benötigte Versorgungsmittel zerstört. Die Israeli behaupten, dass diese Lastwagen Waffen von Syrien für die Hezbollah transportieren. In der Stadt Zahle wurden sieben Lastwagen bombardiert. Dabei gab es keine Rücksicht auf das zivile Umfeld, Wohnhäuser, Institute von Ordensgesellschaften oder Autos voll Zivilisten. Ein Lastwagen wurde bombardiert von katholischen Schwestern geführten Schule der "Sainte Famille". Es entstand ein riesiger Brandherd. Der Lastwagen verschwand darin samt all den Medikamenten, die von den Arabischen Emiraten gespendet worden waren. Sieben Menschen wurden bei dieser Bombardierung verletzt und einer getötet.
Fahrer weigern sich zu fahren. Somit können die Flüchtlinge in ihren Lagern nicht richtig versorgt werden. Die Jeeps des Sicherheitsdienstes und die Lieferwagen des Roten Kreuzes genügen nicht, um all das Nötige zu transportieren.
Nun hat die Bombardierung von Fabriken begonnen. Die Israeli behaupten, dass darin Waffenlager der Hezbollah seien. In unserer Nachbarschaft wurde die Fabrik eines friedlichen Katholiken bombardiert. Heute haben fünf schreckliche Explosionen den Boden der ganzen Stadt beben lassen, und eine Hühnerfarm wurde zerstört. Wir leiden unter der Zerstörung unschuldiger ziviler Unternehmen, die nötig wären für die Versorgung mit Lebensmitteln und für allerlei Dienstleistungen in dieser schwierigen Zeit. Während ich schreibe, sind fünf Familien in ihren Häusern zugedeckt worden. Niemand kann helfen, weil fortlaufend bombardiert wird. Es drohen Epidemien, weil Leichen nicht geborgen werden können.
So sehen wir es. Der Krieg begann, nachdem zwei israelische Soldaten von Hezbollah-Kämpfern gefangen genommen worden waren. Wir begreifen zwar, dass die israelische Regierung das Vertrauen ihrer Landsleute wahren will, nachdem es ihr nicht gelungen ist, den im Gazastreifen überfallenen Soldaten freizubekommen. Aber es ist uns klar, dass die beiden israelischen Soldaten, die von Hezbollah gekidnappt wurden, Befehl hatten, an jener Grenze zu patrouillieren, wo die Hezbollah bereit war israelische Soldaten zu kidnappen zum Austausch für libanesische und arabische Gefangene, die in israelischen Gefängnissen sind. Wir sind der Meinung, dass die israelische Regierung diese Soldaten ausgesetzt hat, damit sie Vorwand bekommt, um in Libanon einzudringen.
Bis jetzt verlor die libanesische Armee 4 Offiziere und 7 Soldaten, die bei der Bombardierung des Hauptquartiers in Ostbeirut umkamnen. Das ist der fünfte Angriff auf Anlagen der Armee. Er tötete gut ausgebildete Leute; und zugleich verlangt die israelische Regierung die Präsenz dieser libanesischen Armee im Süden von Libanon gegenüber dem Norden Israels.
Die Gemeinschaft der Redemptoristen im Bekaa beherbergt viele Flüchtlingsfamilien, und wegen den oben geschilderten Verhältnissen fehlt es uns an Lebendmitteln und Medikamenten. Die Situation verschlimmert sich von Tag zu Tag. Wir fragen uns, ob das nicht zu einem neuen „Massada“ führt.
Wir möchten um Hilfe in Form von Spenden und Versorgung bitten; Zugleich bitten wir, unsere Notlage so viel als möglich bekannt zu machen. Die Hauptverantwortlichen der Kirche Libanons senden denselben Hilferuf aus. Ihre Stimme trägt dazu bei, dass die Militärs, Regierungen und die Weltöffentlichkeit einsehen, dass geschützter Transport für Lebensmittel und medizinische Versorgung gewährleistet sein muss.
(Die Redaktion: Einheiten, die unseren Mitbrüdern in Libanon helfen wollen, mögen bitte ihre Spenden mit dem Vermerk "Hilfe für Libanon" an den Generalökonomen in Rom senden.
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