| S C A L A |
Unser Leben geben für die Erlösung in Fülle
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| Info-Service der Redemptoristen | Nummer 11 |
Newsletter der Kongregation des Heiligsten Erlösers
Rom, Italien
16. November 2005
Aus der Redaktion
Naturkatastrophen in aller Welt haben in den letzten Monaten die Nachrichten beherrscht und ihre Auswirkungen auf Leben und Arbeit vieler Redemptoristen gehabt. Die Berichte gemahnten an die Schilderungen der apokalyptischen Schrecken im letzten Buch der Bibel: Hurrikans (überall in der Karibik und im Golf von Mexiko), Erdbeben (in Peru, in Indien und in Pakistan), Vulkanausbrüche, heftige Regenfälle und Erdrutsche (in Zentralamerika) und ein Feuer, das das Hauptgebäude des Exerzitienhauses von Picture Rock in Tucson (Arizona) vernichtete. In der Fotogalerie dieser Ausgabe finden Sie Bilder von diesen schrecklichen Ereignissen. Die gute Nachricht ist, dass unsere Mitbrüder in den betroffenen Gebieten wohlauf und gesund sind, und nun ihren Mitbürgern, die weniger Glück hatten, beistehen, neues Leben aus dem Chaos entstehen zu lassen.
Das Jubiläumsjahr des hl. Gerhard wurde am Sonntag, dem 16. Oktober, in Materdomini höchst feierlich geschlossen. Tausende nahmen an den Feierlichkeiten unter dem Vorsitz des Präfekten der Kongregation für die Bischöfe, Kardinal Giovanni Battista Re, teil. Der Redemptoristen-Kardinal Varkey Vithayathil, der sich anlässlich der Welt-Bischofssynode in Rom aufhielt, sowie P. General Joseph W. Tobin und sein Vikar P. Serafino Fiore waren ebenfalls zugegen. Die Prozession am Abend führte noch einmal Tausende vor der Wallfahrtskirche mit dem Grab des hl. Gerhard zusammen, dessen gläserner Reliquienschrein zur Verehrung öffentlich aufgestellt wurde.
Die Feiern des Jubiläumsjahres des hl. Gerhard mögen vorüber sein, aber die Redemptoristen- Brüder in aller Welt bezeugen nach wie vor auf mannigfaltige Weise Gerhards Liebe zu Gott und seine Hingabe an unser Apostolat. In dieser Ausgabe von SCALA berichten wir über eine Tagung asiatischer Mitbrüder in Vietnam und über ein Symposium zu Ehren des hl. Gerhard in Materdomini im Frühjahr dieses Jahres.
Wir gewinnen immer mehr Laien, uns in unserem Ordensleben und bei unserer Sendung zu begleiten. Diese Ausgabe von SCALA bringt Neues über das Sekretariat für die Zusammenarbeit mit den Laien, ihre neue Webseite, zu deren Besuch wir Sie hiermit einladen, und die Arbeit der Laienmissionare in Bahia (Brasilien).
Redemptoristen sind auch immer wieder in den Nachrichten auf der ganzen Welt. Einer von ihnen ist der Bischof von Rustenburg in Südafrika, P. Kevin Dowling. In gewissen Fällen ist die Stellung oder die Tätigkeit eines bestimmten Mitbruders bei den anderen Mitbrüdern umstritten. Wenn wir darüber berichten, verfechten wir nicht den „Standpunkt“ der Generalleitung dafür oder dagegen, sondern wir berichten - wie aus dem Inhaltsverzeichnis ersichtlich - ganz einfach über „Redemptoristen in den Nachrichten“.
SCALA ist 1 Jahr alt geworden! Wir möchten den Geist der Solidarität unter den Mitbrüdern in aller Welt fördern. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit, indem Sie uns E-Mail-Adressen von Mitbrüdern für unsere Abonnentenliste schicken, oder indem Sie SCALA für Mitbrüder ausdrucken, die ihn auf elektronischem Weg nicht bekommen können. Wir hegen auch die Hoffnung, dass diese Seiten uns alle immer wieder dazu animieren, füreinander zu beten. Wir sind auch auf Ihre Berichte und Fotos angewiesen. Wir erhalten viele E-Mails aus aller Welt mit dem Inhalt, wie gern die Mitbrüder vom Leben und den Tätigkeiten anderer hören. Schicken Sie Ihre elektronischen Berichte an meine E-Mail-Adresse GaryZ@cssr.com oder gedrucktes Material an meine Postadresse: P. Gary Ziuraitis, Ufficio di Communicazione, Curia Generalis, C.P. 2458, 00100 Roma, Italia.
Gnade & Erlösung Euch allen!
P. Gary Ziuraitis C.Ss.R.
| INHALTSVERZEICHNIS |
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Lebenswenden |
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Nachrichten von den Provinzen |
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Nachrichten von der Alfonsianischen Akademie |
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Redemptoristen im Zeitgeschehen |
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In Spiritu Redemptionis |
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Bildergalerie des Monats (nur online) |
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Tätigkeiten von P.General und vom Generalrat |
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Redemptoristische Webseite im Brennpunkt |
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Berichte aus der Kurie, den Sekretariaten und Komitees |
Neueste Ereignisse in der Familie der Redemptoristen. Die vollständige Liste können Sie besuchen in den Officialia Officialia
Zeitliche Profess:
Ewige Profess:
José Del Carmen Villamizar Villamizar, Provinz Bogotá, 29. Juli 2005
Roman Zhyravetskyy, Lemberger Provinz, 14. August 2005
Roman Lahish, Lemberger Provinz, 14. August 2005
Petro Chorniy, Lemberger Provinz, 14. August 2005
Vasyl Linytsia, Lemberger Provinz, 14. August 2005
Yuriy Meush, Lemberger Provinz, 14. August 2005
Vitaliy Kotyk, Lemberger Provinz, 14. August 2005
Andriy Tsikalo, Lemberger Provinz, 14. August 2005
Gerhardo M. Giordano, Provinz Neapel, 9. September 2005
Gaetano M. Desidera, Provinz Neapel, 9. September 2005
Vincenzo La Mendola, Römische Provinz, 9. Oktober 2005
Hector Eymard Puerto Patiño, Provinz Bogotá, 11. Oktober 2005
Jaime Urbano Sepúlveda Manrique, Provinz Bogotá, 14. Oktober 2005
Gerhard Gregory Anil Louis, Vizeprovinz Ipoh, 16. Oktober 2005
Eleázar Pérez Bustos, Provinz Bogotá, 23. Oktober 2005
Priesterweihen:
Bertrand Rafenombolamanana, Mission Madagaskar, 18. September 2005
Adolphe Rafanomezantsoa Zafimahatratra, Mission Madagaskar, 18. September 2005
André Vonjitsoa Rakotoarivelo, Mission Madagaskar, 18. September 2005
Robbia Roger Rakotondrasana, Mission Madagaskar, 18. September 2005
Alphonse de Liguori Randriamahefa, Mission Madagaskar, 18. September 2005
Michel Tombofeno, Mission Madagaskar, 18. September 2005
Venance Vahiny, Mission Madagaskar, 18. September 2005
Anthony Nguyen Quoc Dung, Vizeprovinz Extra Patriam, 1. Oktober 2005
Unsere Verstorbenen:
P. John Mary Nguyen Duc Thong, 84, Vizeprovinz Extra Patriam, 26. September 2005
Student Jean Charles Rakotoarimanana, 32, Mission Madagaskar, 13. Oktober 2005
P. François –Xavier Durrwell, 93, Straßburger Provinz, 15. Oktober 2005
P. Marcel Carrier, 75, Vizeprovinz Tokio, 16. Oktober 2005
P. Marcel Inghels, 82, Region Belgien-Süd, 18. Oktober 2005
P. Jan Igielski, 90, Warschauer Provinz, 20. Oktober 2005
P. André Lassonde, 80, Provinz Sainte-Anne de Beaupré, 28. Oktober 2005
P. Adalbert Jahn, 83, Provinz St. Clemens / Region Köln, 29. Oktober 2005
P. Joseph Owens, 97, Provinz Edmonton-Toronto, 30. Oktober 2005
Br. William Roberts, 68, Provinz Denver, 31. Oktober 2005
P. Frederick Consla, 63, Provinz San Juan, 31. Oktober 2005
Nachrichten von den Provinzen
Peru
Erdbeben in Los de Cascas
Felicismo Gonzalez Moran, C.SS.R.
Von allen Kommunitäten der Redemptoristen in diesem Gebiet waren wir am nächsten beim Epizentrum des Erdbebens. Als das Beben die Leute in Cascas heimsuchte, feierten wir gerade den Sonntagsgottesdienst. P. Richard war der Zelebrant. Er und alle Gläubigen verliessen sofort die Kirche. Aber es passierte nichts.
Das Beben dauerte lange, sicher zwei Minuten. Zuerst hielt ich mich an einer Säule, dann konnte ich die Treppe hinuntersteigen und schliesslich in den Garten gelangen. Es war ganz ausserordentlich: Das ganze Haus bewegte sich und die Studenten schrieen: „Alles auf die Strasse!“ Wir waren sehr erschocken und, da es lange dauerte, konnte ich alles in die Hand Gottes legen. Man sagt, in der Gefahr werde man wie betäubt und könne nicht beten, aber mir ist es gelungen.
Materdomini, Italien
Tagung über St. Gerhard Majella, Juni 2005
Ein Heiliger von gestern spricht zu uns heute.
Alfonso Amarante, C.SS.R.
Wenn man durch grüne Täler dem Bach Sele entlang bis zu dessen Quelle in das Herz von Süditalien pilgert, so kommt man nach Materdomini, einem Weiler, der sich um den Wallfahrtsort des in Süditalien beliebtesten Heiligen, nämlich Gerhard Majella gebildet hat.
Um das Jubiläum von Gerhards Tod vor 250 Jahren und dessen Heiligsprechung vor 100 Jahren zu feiern, haben die Redemptoristen im Mai 2005 mit Unterstützung des Historischen Departements der Universität Salerno und der Alfonsianischen Akademie der Päpstlichen Lateranuniversität einen Kongress organisiert zum Thema „Sankt Gerhard, seine Geschichte und unsere Zeit “
Gerhard und Materdomini.
Es fügt sich wunderbar, dass Gerhard in Materdomini seine letzte Ruhestätte gefunden hat und auch dass dieser Kongress in Materdomini stattfand. Gerhard wurde geboren im nahe gelegenen Dorf Muro Lucano im Jahr 1726 und starb 1755. In seinem kurzen Leben pilgerte er viermal hinauf nach Materdomini, um Erhörung und geistlichen Trost zu finden bei der Muttergottes, der Patronin seines Heimatdorfes.
Im Alter von 12 Jahren kam er 1738 mit seiner Mutter Benedetta Galella dorthin, um für die Heilung seines Vaters Domenico zu beten.
Als Redemptorist kam er wieder dorthin im Juni 1754. Diesmal plagte ihn der Dorn der Verleumdung.
Gerhard gelangte zum dritten Mal nach Materdomini im November 1754, als er Neapel verlassen musste. Der Gehorsam rief ihn.
Gerhard starb an Tuberkulose in Materdomini am 16. Oktober 1755, und seine Heiligkeit wurde sofort allgemein im Volk der Gegend anerkannt. Er wurde 1893 durch Papst Leo XIII. seliggesprochen und 1904 durch Papst Pius X. heiliggesprochen.
Eine schillernde Persönlichkeit
Professor Angelomichele De Spirito, Spezialist für kulturelle Anthropologie an der Universität Salerno, eröffnete den Kongress mit dem Vortrag über ‘Persönlichkeit und Lebensweise des Gerhard Majella. Er hob bedeutende Charakterzüge Gerhards hervor, indem er aufzeigte, wie dieser Heilige dem Brauchtum seiner Zeit entsprach und im tiefsten Sinn menschlich war. Darauf schilderte Pater Antonio Dorado die Phasen des Prozesses zur Heiligsprechung. Professor Fiorella Pirozzi zeigte die ersten Tätigkeiten des
Gerhard Majella auf, und untersuchte alle Dokumente, wo er als Beschützer werdender Mütter und neugeborener Kinder angerufen wird.
Am zweiten Tag fanden vormittags vier Vorträge statt. Professor Claudio Azzara, Ordinarius für Geschichte des Mittelalters an der Universität Salerno, sprach über „Gerhard und die Torheit der Heiligen. Er verwies auf Beispiele radikaler Treue zum Evangelium, wie man sie findet in der östlichen und westlichen Spiritualität. Sodann untersuchte P. Alfonso Amarante, Professor an der Alfonsianischen Akademie, die Schriften vom Hl. Gerhard und zeigte dessen Sinn für Freundschaft auf. Er verwies auf Gerhards freie und ausgeglichene Beziehungen zu Ordensleuten und Menschen aus dem Laienstand. Viel Briefwechsel des Heiligen galt Frauen aus dem Laien- und Ordensstand. Diese Beziehung zum „Fraulichen“ wurde dann ausführlich geschildert durch Professor Antonio Nazzaro, Professor für Christliche Literatur an der Friedrich II. Universität in Neapel. Er betonte nicht nur Gerhards Freiheit den Frauen gegenüber, sondern auch seinen tief gehenden Gedankenaustausch und sogar seine Ironie. Im letzten Vortrag des Vormittags schilderte P. Mosé Mascolo den Reichtum des inneren Lebens von Gerhard, der zur Gründung der Gerhardusschwestern führte.
Am Nachmittag begaben sich die Kongressteilnehmer nach Muro Lucano (PZ), wo Gerhard seine Kindheit verbrachte.
Die Botschaft Gerhards heute.
Am letzten Tag sprachen Roberto Cipriani, Professor für Soziologie an der Universität Rom, und P. Luigi Martella, Chefredaktor der Zeitschrift ‘In Cammini con San Gerardo’. Dr. Cipriani redete über das ‘Phänomen’ der Volksfrömmigkeit, die in der Zeitschrift ‘San Gerhardo’ zum Ausdruck kommt. Der Redaktor zeichnete kurz die Geschichte und die Absicht der Zeitschrift und erklärte, dass heute mehr Wert auf christliche Bildung als auf Frömmigkeit gelegt wird.
Professor Fabriciano Ferrero C.SS.R. vom Institut für Moraltheologie in Madrid wies auf Gerhards missionarischen Eifer hin, der zum Vorbild für die Redemptoristenbrüder geworden ist. Pater Sabatino Majorano C.SS.R., Präsident der Alfonsianischen Akademie, sprach über Gerhards Einfachheit und Gottverbundenheit, die ihn so populär machten. Er zog den Schluss, dass Gerhards Spiritualität heute von jenen verstanden wird, die von diesem Heiligen lernen, sich den Mitmenschen zuzuwenden, und sich Gott hinzugeben.
Vizeprovinz Caracas
80 Jahre Redemptoristen in Venezuela
P. Alexander Nieves C.Ss.R.
Es ist nicht leicht, Geschichte zu schreiben über etwas, worüber die Unterlagen fehlen. Hier nun die Geschichte eines Institutes, das auf 80 Jahre missionarischer Tätigkeit in unserem wunderschönen Land Venezuela zurückblicken darf. Im Jahr 1920 herrschte in Venezuela grosser Priestermangel. Zwar gab es viele Ordensgemeinschaften im Land, aber diese widmeten sich vor allem dem Gesundheitswesen und der Schulbildung. Wenige Ordensleute widmeten sich der Seelsorge, unter ihnen auch Redemptoristen.
Auf Gesuch mehrer Bischöfe an den Generaloberen der Redemptoristen kamen 1925 von Spanien die ersten Redemptoristen nach Venezuela und gründeten die erste Kommunität in Barquisimeto, dann 1926 eine zweite in Mérida. Die Hingabe dieser Pioniere und die Bedürfnisse, von denen sie berichteten, hatten zur Folge, dass weitere Redemptoristen hinzukamen, und so konnten sie weitere Gründungen unternehmen in San Cristobal 1927 und Caracas 1928. Ihr Wirken entfaltete sich im Organisieren und Predigen von Missionen. Bei
Volk und Ortskirche waren sie begehrt. Sie verbreiteten sich weiter und eröffneten neue Missionsgebiete: Maracaibo 1952, Carvajal 1967. In vier Jahrzehnten haben die Redemptoristen sieben Kommunitäten aufgestellt. Ihre ganze Kraft und Begeisterung wendeten sie für die Volksmissionen auf.
Anfangs war die Arbeit sehr schwierig. Es gab damals viele Schwierigkeiten zu überwinden. Aber diese Männer gingen ihren Weg und predigten Missionen „um den Armen die Frohe Botschaft zu verkünden“. Unter der brennenden Sonne gingen sie wie die ersten Jünger zu Fuss oder ritten auf Maultieren, um die entferntesten Gegenden zu erreichen. Sie arbeiteten in Gemeinschaft und unterstützten einander, was ihre Arbeit umso wirksamer machte. Dank der Technik ist vieles leichter geworden. Moderne Transportmittel erleichtern die Reisen, und die Medien ermöglichen grössere Ausstrahlung des Evangeliums und verstärken somit unser Wirken.
Die betagten Missionare haben viel zu erzählen aus jenen Jahren tiefer Freude und grosser Anstrengung, als sie den Samen des Wortes Gottes säten. Die Entbehrungen jener harten Jahre waren erträglich, weil sich die Missionare ihrer Berufung bewusst waren: Als apostolische Menschen nach Art des heiligen Alfons seien die Redemptoristen stark im Glauben, froh in der Hoffnung, erfüllt von Liebe, unermüdlich an Eifer, demütig in der Gesinnung, beharrlich im Gebet. Freudig folgen sie Christus, dem Erlöser, nehmen an seinem Geheimnis teil und verkünden es weiter. Sie seien evangelisch einfach in Wort und Tat, selbstlos und opferbereit, um den Menschen die Erlösung bringen“. (Konst. 20)
In Lauf der Zeit wurden jene Priester, die in jungen Jahren aus Spanien gekommen waren, langsam älter, und die Mutterprovinz schickte weniger Personal. Höhere Schulbildung brachte auch einen Wandel in der Einstellung der Bevölkerung mit sich, und so mussten unsere Missionen vom klassischen Muster abweichen. Es zeigten sich neue pastorale Bedürfnisse. Das führte zu neuen Formen von Missionen und zur Berufepastoral. Es war Zeit, Berufe aus dem eigenen Land zu fördern. Auf Missionen war nun auch das Anliegen des Priesternachwuchses ein Thema. Eine Gruppe Jugendmission wurde gebildet, um der Jugend- und Berufepastoral stärkere Impulse zu geben.
Der Samen war gestreut, Gott schenkte Regen und Gedeihen. Berufe aus Venezuela mehrten sich. Die einen harrten aus, andere nicht. Zur Ausbildung der künftigen Missionare verband man sich mit Mexiko. Es kam die Zeit, ein Bildungshaus in Venezuela zu gründen; so wurde denn das Haus Gaspar Stanggassinger in Las Brisas del Paraiso für Theologiestudenten gebaut, und das Haus Peter Donders für Philosophie Studierende nach Paraiso (Caracas) verlegt, um beide an das Theologische Institut für Ordensleute anzuschliessen. Einheimische Mitglieder der Kongregation kamen nun in leitende Positionen und übernahmen Ausbildungsfunktionen. Das geschah auch in Pfarreien und Kommunitäten. Ein Geist der Erneuerung wehte mit diesen jungen Mitbrüdern. Einige kamen zur Ausbildung nach Spanien, Puerto Rico, und momentan sind solche in Bucaramanga und Bogota.
Nach 80 Jahren erfüllen wir weiterhin unseren Sendungsauftrag: „Den Armen ausdrücklich das Wort Gottes zu verkünden“. Das ist das Erbe, das wir von unserem Gründer und jenen Mitbrüdern, die das redemptoristische Charisma in unser Land brachten, übernommen haben. Unsere Zahl ist nicht gross, und es ist Platz für weitere, die wie Alfons, Clemens, Gerhard und nach ihnen so viele andere bereit sind, im Sinn der Ordensprofess ihr Leben für das Heil der Mitmenschen zu geben im vollen Vertrauen auf die Gnade Gottes und den Schutz der Mutter von der Immerwährenden Hilfe.
Ich möchte schliessen, indem ich Gott danke für die Kongregation, die uns solche Mitbrüder geschenkt hat mit dem Ziel die erlösende Sendung Christi weiterzuführen. Auch jenen bin ich Dank schuldig, die bereits in der ewigen Heimat sind. Dankbare Anerkennung gilt denen, die selbstlos mit ihrem Gebet und ihrer Arbeit unseren Einsatz für die Verkündigung in Venezuela unterstützen. Ermutigen möchte ich alle, die in der Ausbildung sind: Novizen, Philosophen und Theologen, und sie einladen, ihr Leben Gott zu weihen im Ordensstand. Wir ermuntern auch jene aus dem Laienstand, die mit uns in der Verkündigung der reichen Erlösung zusammenarbeiten. Belohnen möge Gott jede unserer Kommunitäten und jede Ortschaft, wo wir Aufnahme fanden, auch die Redemptoristinnen, die Oblatinnen vom Heiligsten Erlöser und die Schwestern von der Immerwährenden Hilfe sowie die vielen Leute aus dem Volk für ihr Mitwirken, ihre Unterstützung und ihr Gebet für unser missionarisches Apostolat.
Zum Schluss ein Wort von unserem geliebten Papst Johannes Paul II. „Ihr habt nicht nur eine glorreiche vergangene Geschichte zu feiern, sondern auch für eine grosse künftige Geschichte zu sorgen“.
Bahia, Brasilien
Laienmissionare auf Mission – Ilha de Maré
P. Joseph Grzywacz C.Ss.R.
Da sind verlassene Boote am Strand, aber es werden Touristen kommen und sie benützen. Geistlich verlassen sind die Leute und die Gemeinden hier. Nach Verlauten der Erzdiözese Salvador (Bahia, Brasilien) ist die Insel Ilha de Maré eine von den fünf verlassensten Gebieten der Erzdiözese.
Diese Insel, mehr als 10 km lang, ist die zweitgrösste in der Bay Allerheiligen. Sie hat 8000 Bewohner, die in den 7 Dörfern Bananeiras, Martelo-Passa, Cavalo, Praia-Grande, Sanatana, Itamoabo, Neves und Botelho daheim sind. Vom 3. bis 9. Oktober 2005 wurde von Laienhelfern der Redemptoristen der Vizeprovinz Bahia eine Mission durchgeführt. Auf Ersuchen von Bischof Dominik You im Jahr 2004 und mit Erlaubnis des Pfarrers P. Edmilson haben die redemptoristischen Laienmissionare unter Aufsicht von P. Joseph Grzywacz C.Ss.R. die Evangelisierung dieser Gegend übernommen.
Alle zwei Wochen gehen die Laienhelfer in vier Gemeinden, um Religionsunterricht zu erteilen. Dabei laden sie die Leute ein, Gemeinde zu bilden und Sonntags zu einem Gottesdienst ohne Priester zusammenzukommen. Denn bisher gab es nicht den geringsten katholischen Gottesdienst in diesen Ortschaften. Dies ist umso wichtiger, weil sich bereits eine starke Präsenz von Sekten auswirkt.
An Ostern 2005 wurde feierlich das Missionsjahr eröffnet. Da wurden drei Kurse für missionarische Ausbildung eingerichtet. Schliesslich fand im September die Vormission statt.
An der Mission im Oktober wirkten die folgenden Kursteilnehmer mit, indem sie an den üblichen Veranstaltungen der Mission Mitverantwortung trugen: Hilda Maria Coutinho Gomes vom Dorf Pernambués und Maria Eliza Alves vom Bairro da Paz, Gemeinde São Benedito in Bananeiras; Ana Maria Santos von Pituaçu und Angelina Dejanira Gonzaga von Itaigara, Gemeinde São José in Martelo-Passa Cavalo; Adelisa Matos von Feira de Santana, Gicele Dejanira Gonzaga de Jesus von Engelho Velha da Federação und Andréa Cristina Florêncio von Vasco da Gama, Gemeinde Unserer Lieben Frau von Candeias, Praia Grande; Joyelia Oliveira da Cruz von Senhor do Bonfim, Sandra da Costa Falcão von Ondina und Elisângela Oliveira da Silva von Periperi, Gemeinde Senhora Santana in Santana e Itamoabo; Carlota Silveira Ferreira, Pituaçu und Gustavo Ferreira do Rosário von Santo Inácio, Gemeinde Santo Antonio, in Botelho. Die Redemptoristenpatres Pedro Gruzdz und José Grzywacz begleiteten die Arbeit der Laienhelfer und erfüllten die priesterlichen Dienste bei Eucharistiefeiern, Taufen, Eheschliessungen und Beichten.
Während der Mission wurden 13 Erwachsene getauft, 2 Ehen geschlossen, und 25 Gläubige kommunizierten zum ersten Mal. Am 5. Oktober, Fest des Hl. Benedikt und Patrons der Insel Bananairas, kamen die Leute der ganzen Insel zur gemeinsamen Feier. Die Schlussfeier der Mission am 9. Oktober fand in der Hauptkirche der Insel statt, geleitet durch den Oberen der Redemptoristen von Bahia P. Antonio Niemiec. Auch Gläubige von Pituaçu nahmen teil.
Die Präsenz, das Zeugnis und die Verkündigungsarbeit der Laienhelfer der Redemptoristen hat die Gemeinden gewaltig beeindruckt. Diese wollen mit frischer Kraft und Motivation den Geist der Mission weiter wirken lassen.
Und Sie, lieber Leser, Helfer oder Helferin in einer Pfarrei, wo die Redemptoristen gewirkt haben, oder Sie, die als Wohltäter das Missionswerk der Redemptoristen mittragen, haben Sie Ihr Boot gefunden? Haben Sie den Strand gefunden und Ihren persönlichen Weg, Zeugnis zu geben für Christus, den auferstandenen Herrn und Erlöser? „Wer weiss, wie man Dinge gelingen lässt, wartet nicht bis sie gelingen“. Jetzt ist der Moment!
Nachrichten von der Alfonsianischen Akademie
Rom, Italien
Eröffnung des akademischen Jahres
Die Alfonsianische Akademie eröffnete feierlich am Montag, 10. Oktober, das neue Studienjahr mit einer Eucharistiefeier, welcher P. General Joseph. W. Tobin, C.SS.R. vorstand. In seiner Homilie betonte dieser, dass die Akademie dem Sendungsauftrag aller Redemptoristen entspricht, indem sie durch ihre Lehrtätigkeit und Forschung auf ihre Art den Menschen die Erlösung in Fülle verkündet.
Nach dem Gottesdienst begaben sich die Professoren und Studenten samt Mitgliedern der Kommunität Sant’Alfonso in die Aula Magna, um den Jahresbericht vom Präsidenten der Akademie P. Sabatino Maiorano zu vernehmen und dann die Eröffnunsvorlesung von Professor Réal Tremblay, C.SS.R. zum Thema: Die Eucharistie, Quelle christlichen Verhaltens gegenüber der Schöpfung, dem Leben und den Armen“
Die statistischen Angaben über die Akademie bringen wir in einer späteren Ausgabe von Scala.
Hochschulinstitut für Moralwissenschaft
Madrid, Spanien
Die offizielle Eröffnung des akademischen Jahres 2005-2006 am Instituto Superior de Ciencias Morales in Madrid, Geschwister der Alfonsianischen Akademie, fand statt am 7. Oktober 2005.
Die Feierlichkeiten begannen mit der Eucharistiefeier, welcher der Präsident des Institutes P. José Luis Bartolomé C.Ss.R. vorstand und an welcher die Professoren und Studenten sowie viele Redemptoristen teilnahmen.
Nach dem Gottesdienst wurde das neue Studienjahr offiziell eröffnet durch Dr. Santiago Madrigal Terrazas S.J., Dekan der Theologischen Fakultät an der Päpstlichen Universität Comillas.
Nach dem Bericht über das vergangene Jahr 2004-2005 hielt Professor Marciano Vidal die Eröffnungsvorlesung zum Thema: 40 Jahre nach der Konstitution “Gaudium et Spes”: Drei Feststellungen aus moraltheologischer Sicht.
Im akademischen Jahr 2005-2006 hat das Institut 10 Doktoranden und 8 Studenten, die auf ein Lizenziat hin arbeiten, sowie 3 „ausserordentliche Studenten“, somit insgesamt 21 Studenten.
InhaltsverzeichnisRedemptoristen im Zeitgeschehen
Südafrika
Leben auf dem Spiel
Bischof Kevin Dowling, C.SS.R.
Megan Lindow, TIME MAGAZINE, EUROPE
(Vorwort des Redaktors: Am 10. Oktober veröffentlichte Time Magazine, Europe einen Sonderbericht über 37 heldenhafte Leute: “2005 European Heroes.” Bishop Kevin Dowling war einer davon. Hier nun die Übersetzung dieses Artikels)
Als Bischof Kevin Dowling 1998 in Südafrika sich der Gründung einer Klinik in Freedom Park, einer riesigen Barackensiedlung in seiner Diözese Rustenburg, widmete, war er zutiefst betroffen von so viel Not und Leiden. Er musste ständig sehen, wie junge Frauen an AIDS starben; manche von ihnen waren aus extremer Armut zu Prostituierten geworden. Er wusste, dass Kondome viele dieser Todesfälle hätten vermeiden können. So befand er sich in einem Dilemma wegen dem Widerspruch zur Lehre der katholischen Kirche über Verhütungsmittel. Vor vier Jahren hat er als erster afrikanischer Bischof die Kirche aufgefordert, ihr absolutes Verbot von Kondomen zu überprüfen. Diese sollten erlaubt sein, um Millionen von gefährdeten Menschenleben gegen AIDS zu schützen, nicht um Geburten zu verhindern. „Die Herausforderung an die Kirche ist auch eine Herausforderung an die gesamte Gesellschaft“ sagt der 61 Jahre alte Bischof. „Wir müssen uns bemühen um die besten Mittel, das Leben zu schützen, und besten Mittel, die Übertragung des Virus zu verhindern.
Im Lauf von sieben Jahren hat Dowling seine ursprüngliche Notfallklinik zu einem Spital entwickelt, wo hunderte von Menschen pro Jahr eine umfassende Pflege und Beratung finden. “Er ist der AIDS-Bischof” sagt P. James Keenan, Theologieprofessor für Ethik am Boston College, Massachusetts. „Das Problem Katholische Kirche und Kondome muss gelöst werden im Anhören von Kirchenmännern, welche die Erfahrung, Hartnäckigkeit und Weisheit von Bischof Dowling haben.”
Dowling’s Begründung beruht auf der Lehre der Kirche über die Heiligkeit des Lebens: ohne Kondome werden die Leute weiterhin sterben, obwohl das vermeidlich wäre. “Hunderttausende von Frauen in Afrika südlich der Wüste Sahara befinden sich in dieser Situation” sagt er. “Sie schauen mir in die Augen und sagen mir, dass es keine Hoffnung gibt.” Dowling argumentiert, dass die Kirche stets Ausnahmen zum päpstlichen Verbot von Verhütungsmitteln, das von 1968 stammt, zugelassen hat, wenn zum Beispiel die Gesundheit einer Frau gefährdet ist. Darum müssen nach seiner Logik zum selben Zweck in armen Gemeinschaften, wo AIDS sich ausbreitet, von der Kirche die Kondome erlaubt werden. Bischöfe und Kardinäle fangen an, sich dieser Meinung anzuschliessen, obwohl Papst Benedikt im Juni den afrikanischen Bischöfen den Widerstand der Kirche gegen Kondome darlegte. Aber für Dowling ist die Glaubwürdigkeit der Kirche auf dem Spiel. Wenn Tausende von armen Menschen am Sterben sind, sagt er, muss die Kirche die Botschaft verbreiten, dass wir „wirklich für das Leben sind, im weitesten Sinn dieses Wortes.”
InhaltsverzeichnisIn Spiritu Redemptionis
Bischofssynode über Eucharistie
Vatikan
P. Joseph W. Tobin C.SS.R.
(Wort des Redaktors: Für die Mitbrüder, die den Antrag von Pater General an die Bischofssynode vom letzten Monat nicht gesehen haben, bringen wir diesen Beitrag hier.)
Eure Heiligkeit!
Brüder und Schwestern in Christus!
Ich spreche im Namen der Union der Generaloberen. Ich nehme die Erörterung der Beziehung zwischen Eucharistie und Buße in Nr. 23 des Instrumentum laboris zum Ausgangspunkt meiner Ausführungen.
Das Instrumentum laboris bezieht sich wiederholt auf die Beziehung zwischen Eucharistie und Buße, und diese Beziehung wird sehr oft als der Grund dafür genannt, dass ihr diese Synode so große Aufmerksamkeit schenkt. Das Dokument weist auf aktuelle Trends in manchen Gegenden der Welt, wie den Rückgang des Empfangs des Sakraments der Buße gegenüber einer Zunahme des Empfangs der Eucharistie. Diese Entwicklung hat zur Vermutung geführt, dass manche Gläubige die Eucharistie empfangen, ohne die Vorschrift des Kirchenrechts zu erfüllen, das Sakrament der Buße zu empfangen, wenn sie eine schwere Sünde begangen haben. Die Beziehung zwischen Eucharistie und Buße bringt große theologische und pastorale Herausforderungen mit sich. Wie können wir den Menschen helfen, jene innere Haltung wiederzugewinnen, die der hl. Alfons von Liguori als „Liebe“ zum Sakrament der Buße bezeichnet, und dass wir das Geschenk der Eucharistie als größte Triebfeder für die Liebe zu einem Gott schätzen, der sich selbst uns schenkt?
Die Herausforderung besteht auf verschiedenen Ebenen. Es gibt die Bestimmungen des Kirchenrechts, die den Empfang beider Sakramente regeln, und Durchführungsbestimmungen für die pastorale Praxis, die manchmal nicht beachtet oder vernachlässigt werden. Auch gibt es in manchen lokalen Kirchen eine weit verbreitete Unkenntnis in Glaubensdingen, die zu einem oberflächlichen Verständnis dieser wichtigen Sakramente führt. Dazu gibt es das Dilemma von Menschen, die sich in einer verworrenen pastoralen Lebenslage befinden und nicht wissen, dass sie von den Sakramenten ausgeschlossen sind. Ihre Seelsorger wissen oft nicht, wie sie reagieren sollen. Und obwohl sich die Beziehung zwischen Eucharistie und Buße als unerträglich quälendes Problem für bestimmte Menschen erweist, etwa für die Wiederverheirateten, ist ein Lösungsansatz hier nicht gegeben.
Das Problem, das ich angesprochen habe, besteht für mich auf vier Ebenen. Es zeigen sich wichtige Unterschiede zwischen diesen Ebenen, und es ergeben sich wichtige Folgerungen, auf die wir unsere pastorale Praxis letztlich gründen in gesunder Lehre und gut fundierter Theologie. Die Ebenen, auf die ich mich beziehe, sind das ekklesiologische, sakramentale, moraltheologische und juristische Verständnis von Eucharistie und Buße.
Die Kirche, die Gemeinschaft derer, die in der Kraft des Geistes an Jesus als den Erlöser durch seinen Tod und seine Auferstehung glauben, ist wird erkannt an ihrer Treue zum Wort Gottes und am Festhalten an der Feier der Sakramente. Wenn die Eucharistie nicht gefeiert und häufig empfangen wird, oder wenn die Menschen zu Unrecht vom Empfang ausgeschlossen werden, dann besteht die ekklesiologische Schwierigkeit, die tatsächliche Einheit der Kirche in Christus als eine Vorwegnahme ihrer künftigen Einheit im Reich Gottes anschaulich zu machen. Wenn das Sakrament der Buße in vielen lokalen Kirchen de facto nicht mehr vorhanden ist, müssen wir uns fragen, ob die Kirche wirklich noch als von Jesus gewollt zu erkennen ist. Unser fundamentales Anliegen besteht daher darin, wie die Kirche als Sakramente spendende Kirche erkannt werden kann. Alles andere muss im Licht dieses elementaren Anliegens gesehen werden. In öffentlichen Diskussionen wird der Empfang der Eucharistie oder des Sakraments der Buße manchmal in Bezug auf die Rechte des Einzelnen oder die Pflichten des Seelsorgers behandelt. Das kann und soll diskutiert werden, aber nicht als eine primäre Frage, die mit dem Mysterium der Kirche verbunden ist.
Es liegt auf der Hand, dass sowohl die Buße als auch die Eucharistie die Frage nach dem Sakramentsverständniss aufwerfen, weil auch hier viel Verwirrung herrscht. Die Eucharistie ist ein Sakrament, weil sie das heilige Mahl ist, in dem die Einheit der Kirche in der Liebe sinnbildlich dargestellt und wirksam gemacht wird, das Gedächtnis des einen Opfers Christi begangen und das zukünftige Reich Gottes vorweggenommen wird. Kein Wunder, dass wir sagen: „Geheimnis des Glaubens“! Die Eucharistie sollte niemals auf ideologische Weise instrumentalisiert werden, z. B. indem sie dazu benützt wird, irgendeinen persönlichen oder politischen Standpunkt zu untermauern, der nichts mit dem Sakrament zu tun hat. Der sakramentale Aspekt der Eucharistie verblasst oft wegen einer unzureichenden Katechese und einer mangelhaften Feier. Wir müssen die Eucharistie würdig empfangen und sie soll so gefeiert werden, dass ihre ganze Wirkung als Sakrament sichtbar gemacht wird. Es besteht ein analoges Problem zum Sakrament der Buße. Dieses Sakrament wird oft als individuelle und private Versöhnung beschrieben, und es fehlt der Sinn dafür, dass wir durch den Dienst der Kirche mit Gott sakramental versöhnt werden. Oder es wird einfach als Voraussetzung für den Empfang der Eucharistie gesehen. Dieses Missverständnis wird von den Gläubigen oft mit den Worten ausgedrückt: „Ich muss beichten gehen… Ich kann zur hl. Kommunion gehen“…, was die Meinung wiedergibt, dass das eine Sakrament schlicht eine Verpflichtung, während das andere ein Geschenk ist. Die Krise des Bußsakraments wurzelt vielleicht in der Tatsache, dass es uns nicht gelingt zu zeigen, dass die Vergebung der Sünden weder ein billiger Gnadenerweis noch eine obsessive Beschäftigung mit der eigenen Schuldhaftigkeit ist, sondern das freie Angebot von Gottes in Christus wiederhergestelltem Frieden für die, welche schwer gesündigt haben und aufrichtig bereuen.
Das Instrumentum laboris behandelt den moraltheologischen Aspekt der Eucharistie in höchst hilfreicher Weise, indem es uns zeigt, in welcher Weise sie die Quelle der christlichen Moral ist. Diese Schwerpunktsetzung betont erneut die Wichtigkeit eines richtigen Verständnisses der ekklesiologischen und sakramentalen Dimension der Eucharistie: wenn die Menschen die Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie nicht als Geschenk verstehen, das sie zur vollen Teilnahme motiviert, wie können wir dann sagen, dass die Eucharistie die Quelle der christlichen Moral ist? Es gibt viele Menschen, die nicht an der Eucharistie teilnehmen, weil sie nicht können, nicht wollen oder sich ausgeschlossen fühlen. Wie können sie dann der christlichen Moral treu bleiben, wenn sie nicht von ihrer Quelle genährt werden? Genau aus diesem Grund müssen wir entschiedener nach Lösungen der Probleme suchen, die sich für den Ausschluss von der Eucharistie für die Praxis ergeben: wir alle brauchen die Nahrung aus der Quelle und keiner sollte aus Gründen ausgeschlossen sein, die nicht wirklich stichhaltig sind.
Der moraltheologische Aspekt des Sakraments der Buße liegt auf der Hand. Verglichen mit der Eucharistie allerdings muss eines betont werden. Nicht unser eigenes Bemühen macht uns besser, die Besserung wird zur Gänze durch Christus in uns bewirkt. Eine bessere Gestaltung des Bußritus am Beginn der Eucharistiefeier ist durchaus keine Abwertung des Sakraments der Buße. Das Schuldbekenntnis als unerlässlicher Teil der Eucharistiefeier, in der wir die Größe Gottes bekennen, erinnert uns vielmehr daran, dass wir unsere Umkehr durch den Empfang des Sakraments der Buße fortsetzen müssen.
Der Kirche war es immer ein Anliegen, dass Eucharistie und Buße hochgeschätzt werden. Die disziplinäre Seite ist gewiss wichtig, was die richtige Feier der Sakramente betrifft, aber sie hat auch eine tiefere Bedeutung, weil sie die praktische Anwendung der Wahrheiten auf den vorhin aufgezeigten Ebenen ist.
Wir haben es mit schwerwiegenden Problemen zu tun, was die Spannung zwischen dem Empfang der Sakramente von Eucharistie und Buße betrifft. Sie werden weder leicht noch rasch lösen sein. Das Leid derer, die sich ausgeschlossen fühlen, ist nun einmal eine Tatsache. Die Sorge der Kirche, dass beide Sakramente würdig empfangen werden, ist ebenfalls eine Tatsache. Es lohnt sich, sich im Lichte des Instrumentum laboris Gedanken zu machen, wie wir in dieser Frage vorgehen. Wir sollten bei der ekklesiologischen Dimension beider Sakramente den Anfang manchen, und dann mit dem richtigen sakramentalen Verständnis von beiden fortfahren. Im Lichte dieser zwei grundlegenden Aspekte können wir zu den damit verbundenen moralischen Fragen und juristischen Problemen übergehen. Das ist besser, und es entspricht auch mehr der hl. Schrift und der Tradition als der Trend, mit moralischen und disziplinären Aspekten zu beginnen, die die Kirche unnötigerweise spalten könnten. Das Vorgehen, das ich vorschlage, könnte die einigende Kraft beider Sakramente aufzeigen. Die Bezogenheit beider Sakramente auf den Menschen ist wichtig, aber nicht so wichtig wie die Tatsache, dass sie ihre tiefste Bedeutung aus dem Geheimnis von Ostern beziehen, das der Schlüssel zum Verständnis der Realpräsenz Christi in der Eucharistie und der Befreiung aus den Fesseln der schweren Sünden im Sakrament der Buße ist.
InhaltsverzeichnisBildergalerie des Monats (nur online)
1. Pater Joseph Grzywacz C.SS.R. mit Laienmissionaren auf der Insel Tide in Bahia, Brasilien.
2. Viele Redemptoristen aus aller Welt kennen das Exerzitienhaus Picture Rocks in Tucson, Arizona, USA. Am 7. Oktober brach Feuer aus und verheerte den Speisesaal, die Küche und den Saal für Versammlungen.
3. Feuerwehrleute wehren die Flammen von der Kapelle des Exerzitienhauses ab.
4. Trümmer vom Exerzitienhaus nach dem Brand.
5. Überreste vom Exerzitienhaus von einer anderen Seite her.
6. Treffen von Brüdern aus Asien
7. Das Treffen war in Ho Chi Minh Stadt, Vietnam.
8. Der Hurrikan Stan zusammen mit einem Vulkanausbruch liess viele Leute in San Salvador hilflos.
9. Katastrophenhelfer graben aus dem Erdrutsch, den Hurrikan und Vulkan miteinander in San Salvador ausgelöst hatten.
10. Erdrutsche durch Hurrkan-Vulkan zerstörten viele Dörfer.
11. Redemptoristen und Helfer bringen den Opfern Nahrung und Hilfe in San Salvador.
12. Angestellte bereiten bei den Redemptoristen in San Salvador Nahrungsmittel für die Katastrophenopfer.
13. Gottesdienst zur Eröffnung des Studienjahres an der Alfonsianischen Akademie in Rom. Von links nach rechts die Patres Sean Cannon, Sabatino Majorano, Joseph Tobin, Enrique López und Sergio Campara.
14. Redemptoristen von der Akademie mit Redemptoristen, die an anderen Hochschulen studieren, und die Kommunität von Sant’Alfonso konzelebrieren beim Eröffnungsgottesdienst der Akademie.
15. Pater Real Tremblay C.SS.R. hält die Vorlesung zur Eröffnung des akademischen Jahres.
16. Die Eröffnung des akademischen Jahres 2005-2006 am Institut Superior de Ciencias Morales in Madrid, der Alfonsianischen Schwesterakademie, fand am 7. Oktober 2005 stat. Von links nach rechts: Vicente García, Sekretär des ISCM, José Luis Bartolomé C.SS.R., Präsident, Santiago Madrigal SJ, Dekan der Päpstlichen Universität Comillas, Alberto de Mingo C.SS.R., Direktor des ISCM, und Marciano Vidal C.SS.R., Professor am ISCM.
17. Tausende in Materdomini zum Abschluss des “Gerhardusjahres”.
18. Das “neue Grab” des Hl. Gerhard Majella in der “alten Basilika.”
19. Kardinal Re, Pater Tobin und Cardinal Vithayathil schneiden den Gerharduskuchen!
20. Bishop Dowling mit einem Mitglied seiner Herde in der Klinik seiner Diözese.
InhaltsverzeichnisTätigkeiten von P.General und vom Generalrat
Wollen Sie wissen, wo die Mitglieder der Generalleitung sind und was sie tun? Die folgenden Links bringen den Kalender der Generalleitung.
Deutsch: http://www.cssr.com/calendars/CalDT.htm
Diese Links sind auf unserer Webseite cssr.com im Bereich der Redemptoristen, wozu allerdings das entsprechende Passwort nötig ist. Wenn Sie dieses noch nicht haben, können Sie es dort in der pop-up box direkt vom Generalsekretär verlangen.
InhaltsverzeichnisRedemptoristische Webseite im Brennpunkt
Das Sekretariat für Jugend- und Berufepastoral hat uns mitgeteilt, dass die Region Neapel eine Homepage unter der Adresse http://www.pgvrna.it/ betreibt. Versäumen Sie nicht, auf den Link im Scroller dieser Homepage zu klicken, um einen Eindruck von der wunderbaren Jugend der Redemptoristen der Provinz Neapel zu gewinnen.
Die Vizeprovinz Bangkok hat nun auch eine Homepage: http://www.cssr.or.th/. Dort gibt es eine gründliche Darstellung der Redemptoristen Thailands in Gegenwart und Vergangenheit. Sie ist in zwei Sprachen gehalten: Englisch und Thai. Ihren monatlichen Newsletter, The Visitor, kann man dort ebenfalls aufrufen.
Schließlich möchten wir Sie noch auf die Meldungen auf den neuen Internetseiten des Sekretariats für die Zusammenarbeit in der Seelsorge aufmerksam machen. Sie finden diese unter der Adresse: www.cssr.com/pim.
InhaltsverzeichnisBerichte aus der Kurie, den Sekretariaten und Komitees
Brüderseminar in St. Gerhard Majella
Ho Chi Minh Stadt, Vietnam
7. bis 10. August 2005
Br. Joel de Guzman y Banez, C.SS.R.
Vom 7. bis 10. August 2005 waren Mitbrüder aus der Region Asien-Ozeanien beisammen zu einem Seminar in St. Gerhard Majella im Haus der Redemptoristen in Ho Chi Minh Stadt, Vietnam. Daran nahmen 57 Brüder und Patres aus 9 Einheiten dieser Region der Kongregation teil, nämlich von Vietnam 37, Manila 4, Cebu 6, Canberra 1, Aotearoa 1, Bangkok 2, Korea 3, Singapur 2, und China 1. Leider war einem Bruder aus Sri Lanka die Einreise nach Vietnam verweigert worden. Schade, dass die Brüder aus anderen Einheiten wie Indien und Indonesien an dieser Tagung nicht vertreten waren.
Dieses Seminar über St. Gerhard war durch das regionale Brüdersekretariat Asien-Ozeanien organisiert worden. Es gehört zum Programm für Weiterbildung der Brüder dieser Region, ist aber auch offen für andere. Dabei ging es darum, das Leben und die Spiritualität des Hl. Gerhard kennen zu lernen, aber auch den Weg zur Umsetzung dieser Spiritualität in Asien-Ozeanien zu finden. Wir wählten Vietnam als Tagungsort, damit die Brüder dieser Provinz, die doch die höchste Anzahl Brüder der Region darstellen, dabeisein konnten.
P. Ivel Mendanha vom Zentrum für Spiritualität in Rom referierte über St. Gerhard, während Br. Karl Gaspar CSsR von der Provinz Cebu die Gruppengespräche in Richtung heutiger, sinnvoller Umsetzung leitete. P. Enrique López, Generalkonsultor und Mitglied des Generalsekretariates für die Brüder, berichtete über die Situation der Brüder in den verschiedenen Regionen der Kongregation in aller Welt und legte die Ziele dar, die dem Generalsekretariat für die Brüder vorschweben. Ein Brief der Verbundenheit von Br. Jeffrey Rolle, CSsR, Präsident des Generalsekretariates wurde vorgelesen.
P. Matthew Phung CSsR war der wichtigste Dolmetscher während des Seminars und den Gottesdiensten, denn die meisten Mitbrüder in Vietnam verstehen kein Englisch.
Nebst dem Seminar konnten die gastierenden Mitbrüder auch einige Bildungs- und Missionskommunitäten der Provinz Vietnam besuchen. Das geschah vor und nach der Tagung. Br. Peter Thuan, CSsR, unser tüchtiger Organisator in Vietnam, bewältigte nicht nur die Logistik der Tagung, sondern organisierte auch diese Reisen.
An der Geschäftssitzung besprach man Pläne zugunsten der Brüder in der Region. Dabei hatte Br. Joel de Guzman y Banez, von der Vizeprovinz Manila und Mitglied des Generalsekretariates für die Brüder den Vorsitz. P. Enrique López ermutigte die Brüder, einander regelmässig in der Region zu treffen. Einige Vorschläge der Brüder für die Region sind die folgenden:
a) Das Regionale Brüdersekretariat für Asien Ozeanien umbilden, damit es regelmässige Vorhaben für die Brüder in der Region ausführen kann.
b) Treffen von Ausbildern und Verantwortlichen für Berufepastoral durchführen zur Gestaltung der Ausbildung und Werbung für Brüder. Alle Provinzen sollen da vertreten sein, auch wenn sie keine Brüder haben. Das könnte geschehen in Verbindung mit dem Sekretariat für die Ausbildung in der Region.
c) Den Mitbrüdern über die Leistungen und Begabungen der Brüder berichten. Das könnte geschehen in ASIOC NEWS oder SCALA.
d) Eine Webseite über Redemptoristenbrüder einrichten.
e) Die nächste Generalversammlung in der Region findet 2007 in Form von Exerzitien oder einem dreitägigen Seminar über die Spiritualität des Hl.Gerhard und die ersten Brüder der Kongregation statt. Bankok oder Vietnam ist als Tagungsort vorgeschlagen.
P. Ivel versprach, dass das römische Zentrum für Spiritualität die Region bei der Weiterbildung der Brüder unterstützen wird. Das Regionalsekretariat wird diese Vorschläge weiter besprechen. Die Mitglieder dieses Sekretariates werden so bald als möglich endgültig bestimmt sein.
Br. Joel erwähnte, dass die Vizeprovinz Manila der Provinz Vietnam die Ausbildung eines Bruders finanziert, damit er die Weiterbildung der Brüder in Vietnam gewährleisten könne, denn dort sind viele Kandidaten für den Bruderberuf, aber keine Leute um sie auszubilden.
Br. Karl Gaspar, der Organisator des Seminars, wird ein Schreiben verfassen über die Inkulturation der Spiritualität des Hl.Gerhard in Asien-Ozeanien auf Grund der Überlegungen, die am Seminar gemacht wurden.
Das Seminar fand seinen Abschluss in dem Gottesdienst, dem P. Enrique López vorstand. Darauf genossen wir miteinander einen kulturellen Abend und gaudeamus, geboten von den jungen vietnamesischen Brüdern.
Im Namen der Brüder und aller Teilnehmer möchte ich der Provinz Vietnam danken für ihre warme Gastfreundschaft gegenüber allen, die zu dieser Tagung gekommen sind.
Sekretariat für Partnerschaft mit Laien
Rom, Italien
Das Sekretariat für Partnerschaft mit Laien unter Leitung von Generalkonsultor Ray Douziech möchte seine Webseite eröffnen. So sollen Sie informiert werden über die Tätigkeit des Sekretariates in aller Welt und Unterlagen erhalten für Ihre eigenen Vorhaben in Partnerschaft mit Laien. Wir danken Jelle Wind aus Holland, der freiwillig die Webseite aufgebaut hat und sie weiterhin gestalten wird. Sie steht schon auf Englisch und Portugiesisch zur Verfügung. Ergänzungen und Übersetzungen in andere Sprachen sind vorgesehen. Wir laden Sie ein, Ihren Beitrag zu liefern.
Die Adresse lautet: www.cssr.com/pim
Zur Webseite gelangt man auch über: http://www.cssr.com/deutsch/whoarewe/secretariats.shtml
Dort finden Sie die Namen der Mitglieder und deren E-Mail-Adressen.
Besuchen Sie unsere Webseite bei http://www.cssr.com
Frühere Nummern von SCALA sind abrufbar bei: http://www.cssr.com/scala/index.shtm