| S C A L A |
Unser Leben geben für die Erlösung in Fülle
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| Info-Service der Redemptoristen | Nummer 10 |
Aus der Redaktion
In diesem Monat gibt es eine umfangreiche Fotogalerie. Vergessen Sie nicht, einen Blick darauf zu werfen.
Wir möchten Sie auch auf einige Briefe der Generalleitung an die Kongregation aufmerksam machen, die in letzter Zeit an alle Provinzen gesandt wurden, aber auch auf unserer Website cssr.com zu finden sind: Es sind dies:
Brief an die Mitglieder der Kongregation des Heiligsten Erlösers: Ende des
Gerardusjahres, 16. Oktober 2005, von unserem P. General Joseph W.
Tobin.
Brief an die Mitglieder der Kongregation des Heiligsten Erlösers:
Generalkommission für Neustrukturierung, 15. September 2005.
Brief an die Mitglieder der Kongregation des Heiligsten Erlösers: Gebrauch
der Sprachen in der Kongregation, 10. September 2005, von unserem P. General
Joseph W. Tobin.
Sie finden diese Briefe auch auf unserer Website www.cssr.com: http://www.cssr.com/deutsch/whoarewe/DocsAndComms/DocsAndComs-Menu-DT.shtml
Ferner möchten wir Sie auch auf die Adressenliste auf unserer Website www.cssr.com aufmerksam machen, wo die auf den neuesten Stand gebrachten Adressen der Redemptoristenkommunitäten, der Oberen aller Einheiten, der Redemptoristenbischöfe, der Redemptoristinnen und der Verwandten Institute zu finden sind. Klicken Sie dazu im http://www.cssr.com/deutschmembers/resources/AddressesMenuPage-DT.shtml Damit diese Listen auf dem neuesten Stand gehalten werden können, senden Sie bitte etwaige Änderungen oder Ausbesserungen an den Generalsekretär der Kongregation: seg.gen@cssr.com.
Weiteres in Kürze:
Diesen Monat nimmt P. General an der Weltbischofssynode in Rom teil und wird sich in ihrem Verlauf auch einmal zu Wort melden. http://www.cssr.com/deutsch/whoarewe/DocsAndComms/DocsAndComs-Menu-DT.shtml
Am 2. Oktober wurde P. Bruno Visuri aus der römischen Provinz als Kirchenrektor der Kirche Sant’ Alfonso hier in Rom in sein Amt eingeführt. Er ist der Nachfolger von P. Pawel Pakula aus der Provinz Warsaw.
Die feierliche Schließung des Jubiläumsjahres des hl. Gerhard erfolgt am 16. Oktober mit einer Messe im Heiligtum des hl. Gerhard in Materdomini, Italien. Wir konnten aus Platzmangel nicht über alle Veranstaltungen in der Kongregation auf der ganzen Welt zur Feier der Jahrestage seines Todes und seiner Heiligsprechung berichten. Wir danken Ihnen herzlich für alle an SCALA gesandten diesbezüglichen Beiträge in diesem Jahr!
Mit herzlichen Segenswünschen an Sie alle
Gary Ziuraitis C.Ss.R.
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Wendepunkte |
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Aus den Provinzen |
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In Spiritu Redemptionis |
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Nachrichten aus dem Vatikan mit Bezug zur Via Merulana |
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Monatliche Bildergalerie (nur online) |
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Arbeitsplan P. Generals und seiner Räte |
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Webseiten im Brennpunkt |
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Berichte aus der Kurie, den Sekretariaten und Komitees |
Zeitliche Profess
Thomas Augustin Ha Quoc Dung, Vizeprovinz Extra Patriam, 30. Juli 2005
Dominic Nguyen Ngoc Khanh, Vizeprovinz Extra Patriam, 30. Juli 2005
Alphonsus Nguyen Phuoc Hanh, Vizeprovinz Extra Patriam, 30. Juli 2005
Alphonsus Maria Tran Dat Nhan, Vizeprovinz Extra Patriam, 30. Juli 2005
Miroslav Bujdos, Vizeprovinz Michalovce, 15. August 2005
Maros Kriska, Vizeprovinz Michalovce, 15. August 2005
Darwin Rene Patiño Uyaguari, Provinz Quito, 15. August 2005
Elmer Francisco Pinza Robles, Provinz Quito, 15. August 2005
Walter Ivan Villacres Benavides, Provinz Quito, 15. August 2005
Daniel Nguyen, Provinz Denver, 20. August 2005
Thomas T. Pham, Provinz Denver, 20. August 2005
Peter Quang Vu, Provinz Denver, 20. August 2005
Thomas Gerard Berndt, Provinz Baltimore, 3. September 2005
Miguel Castro Castro, Provinz Madrid, 3. September 2005
Carlos Sánchez De La Cruz, Provinz Madrid, 3. September 2005
Ewige Profess
Ferdinandus Apolonius Djaga Kota, Provinz Indonesien, 7. Juli 2005
Yosep Gabriel Hoeng Baoninang, Provinz Indonesien, 7. Juli 2005
Denis John Ryan, Provinz Denver, 9. August 2005
Manuel Sãnchez García, Provinz Madrid, 3. September 2005
Gaetano Desiderio, Provinz Neapel, 9. September 2005
Gerardo Giordano, Provinz Neapel, 9. September 2005
Thomas William McCluskey, Provinz Baltimore, 9. September 2005
James Vincent Szobonya, Jr., Provinz Baltimore, 9. September 2005
Priesterweihe:
Augusto António García Oajaca, Vizeprovinz San Salvador, 20. August 2005
Badeea N’Butrus, Provinz Sainte-Anne de Beaupré, 10. September 2005
Todesfälle:
Br. Eduardo (António) Carreño Moya, 78, Provinz Santiago, 11. November 2004
P. Vincenzo Parziale, 88, Provinz Neapel, 15. August 2005
P. Camille Heinis, 91, Provinz Straßburg, 3. September 2005
P. Bernard Paul Mulligan, 89, Provinz Denver, 3. September 2005
Br. Jakob (Alfons-Maria) Hodel, 89, Provinz St. Clemens / Region Helvetica,11. September 2005
P. Jean-Marie Labonté, 91, Provinz Sainte-Anne de Beaupré, 21. September 2005
P. Jean Marie Nguyen Duc Thong, 84, Vizeprovinz Extra Patriam, 26. September 2005
P. Ernesto Gravagnuolo, 89, Provinz Neapel, 29. September 2005
Neueste Ereignisse in der Familie der Redemptoristen. Die vollständige Liste können Sie besuchen in den Officialia Officialia
Aus den Provinzen
Vizeprovinz Michalovce
Stará L´ubovna, Slovakia
Neugründung in Stará L’ubovna eingeweiht
Das reiche Erbe der Kongregation leuchtete in der sommerlichen Sonne, als die Redemptoristen von Mittel- und Osteuropa zusammenkamen zur Einweihung des neuen Hauses unserer Kommunität in Stará, einer Kleinstadt im Osten der Slowakei. Am Wochenende vom 19.-21. August, konnten P. Vizeprovinzial Jaroslav Stelbaský und die Mitbrüder der Vizeprovinz sich freuen mit den Delegierten aus den Provinzen Prag, Wien, St. Clemens und Warschau, sowie mit ihren Nachbarn, den slowakischen Redemptoristen des lateinischen Ritus aus der Vizeprovinz Bratislava. Die Generalleitung war vertreten durch den Pater General und den Generalkonsultor Pater Jacek Dembek.
Eine neue Kirche war in Stará L’ubovna nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes gebaut worden. Diese Kirche ist wunderbar durch unseren begabten Kunstmaler und Mitbruder P. Kamil Dráb dekoriert worden. Die hellen, frohen Farben unseres Hauses sind auch dem Talent dieses Mitbruders zu verdanken. Die Liegenschaft wurde von der Stadt geschenkt, und der Bischof verlieh den Titel einer Pfarrei.
Am Samstag, 19. August, war eine Feier unter Redemptoristen, denn viele von ihnen mussten am Sonntag in den Pfarreien arbeiten. Pater General stand der Liturgie vor und predigte. Anschliessend genossen mehr als siebzig Mitbrüder miteinander das köstliche Festessen. – Am Sonntag, 20. August, leitete der Ortsbischof Ján Babyak den Gottesdienst und weihte das Haus sowie die wunderbare Statue des Seligen Methodius Dominick Trcka am Eingang der Liegenschaft. Der Bischof ist Jesuit, aber ein Oberhirt ganz nach dem Herzen des heiligen Alfons. Nach der vierstündigen Liturgie hatte er noch genug Kraft, um die Redemptoristen und die Leute zu mitreissendem slowakischem Volksgesang zu animieren.
Heute zählt die Vizeprovinz Michalovce 39 Mitglieder mit dem Altersdurchschnitt von 41 Jahren. Diese Mitbrüder dienen der Griechisch Katholischen Kirche, predigen Missionen und Exerzitien, betreuen Pfarreien in der Slowakei, Ukraine, in Kroatien und Kanada. Die Seelsorge ist besonders schwierig bei den Griechisch Katholischen in den Subkarpaten. Das ist eine verarmte Bevölkerung der Ukraine, wo schrecklicher Priestermangel uns veranlasst hat, Pfarreien zu übernehmen, die in den Bergen verstreut sind. Manchmal helfen wir den Mitbrüdern des Lateinischen Ritus bei ihren Missionen. Die Redemptoristen unterstützen auch ein Verlagshaus in Michalovce, der Stadt, wo die Reliquien des Seligen Trcka verehrt werden.
Provinz Denver
Interview mit Pater Edward Cosgrove, C.SS.R.
Hurrikanüberlebender
Biloxi, Mississippi/Liguori, Missouri USA
Wort des Herausgebers: In einem “Scala Exclusive,” spricht der 87 Jahre alte, ehemalige Chefredaktor der Zeitschrift Liguorian Pater Norman J. Muckerman (NJM) mit dem 84 Jahre alten Pater Edward Cosgrove, der zu den betagten Mitbrüdern von Biloxi gehört und den Hurrikan Katrina überlebte.
NJM: Du gehörst zu den Veteranen der US Kriegsflotte des 2. Weltkrieges. Haben dich deine Erfahrungen auf Kriegsschiffen gewappnet für die Ankunft des Hurrikans Katrina?
Cosgrove: Im Oktober 1945 in den Gewässern bei Manila geriet ich in den Schweif eines Taifuns. Das war schrecklich, aber nicht so schlimm wie der Hurrikan Katrina.
NJM: Wieso beschloss die Kommunität CSSR in Biloxi, zu Hause zu bleiben und den Sturm auszuhalten?
Cosgrove: Offiziell beschlossen wir nichts. In Wirklichkeit verliess uns ein Mitbruder am Sonntag Morgen, und die übrigen dachten, dass die Autobahnen verstopft seien. Wir wollten nicht in dem Stau stecken bleiben, zumal zwei von uns Diabetiker im höchsten Grad und ständig auf Medizin angewiesen sind. So war es offenbar richtig, da zu bleiben.
NJM: Was habt ihr gemacht, als der Sturm losbrach?
Cosgrove: Am Montag Morgen erreichte die Flut unser Haus. In kurzer Zeit war das Erdgeschoss unseres Hauses überflutet und das Wasser kam auf die Kapelle zu. So brachten wir denn das Allerheiligste auf den oberen Stock und trugen noch allerlei hinauf, aber wir waren zu langsam. Wir verloren manche liturgischen Bücher und andere Drucksachen, die sich in der Kapelle befanden. Wir trugen auch Lebensmittel und Trinkwasser hinauf.
NJM: Und nach dem Sturm, was habt ihr gemacht in den vier Tagen und Nächten ohne Verbindung mit der Aussenwelt?
Cosgrove: Als der Sturm vorbei war, beruhigte sich die Situation soweit, dass wir vor unser Haus sitzen konnten und die Brise genossen, die vom Meer her wehte (siehe Bildergalerie). In jener Zeit feierten wir täglich Eucharistie, ein grosser Trost für uns. Wir beteten miteinander, plauderten viel über Theologie und Seelsorge usw. Die Geistlichen der nahegelegenen Kathedrale forderten uns auf, so bald als möglich Biloxi zu verlassen. Am Freitag schliesslich erhielten wir Nachricht von Baton Rouge, dass Hilfe komme, und so war es auch.
NJM: Was war am schlimmsten, am schwierigsten für euch?
Cosgrove: Dass wir kein Wasser hatten, und nicht wussten, ob wir solches bekommen. Aber unser wunderbarer Koch schaffte es und brachte viel Trinkwasser in unser Haus; so dauerte die Angst nicht lange.
NJM: Erhieltet ihr noch andere Hilfe von aussen?
Cosgrove: Ja, die verschieden Katastrophenhelfer - vom Bund, vom Staat und vom Ort – arbeiteten sehr gut, sobald sie auf dem Platz waren. Wir können uns wirklich nicht beklagen.
NJM: "Der Süden steht wieder auf“ lautet ein alter Spruch aus der Zeit des Bürgerkrieges. Meinst du, das gelte jetzt nach dem Hurrikan für diese Gegend und für das Haus der Redemptoristen in Biloxi?
Cosgrove: Ja und nein. Ich denke, dass die Stadt Biloxi wieder schön aufgebaut wird. Aber ich glaube nicht, dass unsere Gruppe betagter Redemptoristen zurückkommt. Wir sind alt, und einige sind gebrechlich. Somit sind unsere Tage in Biloxi vorbei. Aber die Tage, die wir hier hatten, waren schön.
(Bemerkung des Herausgebers: Vier Redemptoristen machen sich bereit, miteinander nach Biloxi zu gehen, um neue apostolische Tätigkeit in der Diözese Biloxi zu entfalten, aber sie waren noch nicht dort, als der Hurrikan losbrach. Sie sind vom Bischof erwartet und werden die Seelsorge in drei vom Sturm heimgesuchten Pfarreien übernehmen.)
Provinz Denver
Marienkirche, Wallfahrtsort zu Ehren des Seligen Franz Xaver Seelos, C.SS.R.
Neu Orleans, Louisiana
P. Byron Miller, C.Ss.R., Direktor dieses Wallfahrtsortes, schreibt:
“In den zwei Wochen seit dem Hurrikan Katrina konnte ich zweimal vorsichtig nach Neu Orleans gelangen, um unser nationales Heiligtum des Seligen Franz X. und die Marienkirche zu besuchen. Alle Kostbarkeiten von P. Seelos wurden bei meiner ersten Reise weggebracht, bevor der Sturm wütete; weitere Dinge wurden bei den nachfolgenden Reisen evakuiert. Bei meinem letzten Besuch in Neu Orleans gestern traf ich bewaffnetes Militär im dortigen Umkreis. Sie untersuchten die fünf Gebäude, die als Wohnungen der Redemptoristen galten, während ich dort war; ich wollte sicher sein, dass keine Bewohner mehr dort waren. Man fand niemanden.
Die Elektrizität funktioniert zwar vorläufig in der Schaltstation aber noch nicht in den Häusern. Das macht das Aufräumen in den Kühlschränken zu einem duftenden Unterfangen.
Das Kreuz und der Helm eines der beiden Türme unseres St. Alphonsus Art and Cultural Center auf der anderen Seite der Constance Street fiel während des Sturmes direkt auf die Wohnhäuser der Redemptoristen und landete mitten im Hof des Pfarrhauses, einige Meter weit von der Statue des P. Seelos, die dort im Freien steht.
Click here (klicken Sie hier) um die Webseite des Seligen Franz Xaver Seelos zu öffnen.
Laut Mitteilung von Richard Luberti, C.Ss.R., in Baton Rouge, kam Diakon Denis Ryan, C.Ss.R. (der von Neu Orleans in Baton Rouge Zuflucht gefunden hat) am 7. September mit Joseph Armshaw, Albert Babin, und Earl Toups, C.Ss.R.’s, zum St. Clement’s Health Center in Liguori, Missouri, und lud einen Lieferwagen voll Kleider und notwendigste Dinge, wie Seife usw. auf. Die Angestellten des Pflegeheims, des Verlagshauses und des Missionshauses von Liguori stopften den Wagen voll bis unter das Dach.
Nebst diesen notwendigen Dingen überreichte die Gemeinschaft der Redemptoristen des Pflegeheims dem Diakon einen Scheck von $5,000, um andere nötigen Sachen zu kaufen oder bedürftigen Menschen zu helfen für Nahrung, Kleidung und Unterkunft.
Gruppen von Katastrophenhelfern fahren nach New Orleans, um in St. Marien die Löcher zu schliessen, die der Sturm in den Fenstern verursacht hatte. So hofft man, weitere Schäden zu vermeiden.
Die Nationalgarde hat nun jene Notunterkunft geräumt, die die Redemptoristen in St. Gerard’s eingerichtet hatten.
P. Luberti sandte Bilder vom Haus St. John Neumann in Biloxi, wo die Patres Armshaw, Babin, Cosgrove, und Toups den Hurrikan Katrina überlebten. Das Gebäude, das zwar nicht weit vom Golf entfernt ist, hat früher den Hurrikan Camile und nun den Hurrikan Katrina überstanden, obwohl viele Häuser in der Umgebung zerstört wurden oder gar spurlos verschwanden.
Die Redemptoristen von Neu Orleans und Biloxi kennen Leute, die in Not sind. Davon sind viele arbeitslos, weil die Betriebe in Neu Orleans und anderswo beschädigt sind. Bald werden andere Nachrichten als der Hurrikan Katrina im Vordergrund sein, aber diese heimgesuchten Menschen brauchen Hilfe viele Monate lang, bis sie ihr Leben und ihr Zuhause aufgebaut haben.
Spenden für diese Hilfsaktionen senden Sie bitte an P. Peter Schavitz, C.Ss.R., President of Redemptorist Development, 1230 S. Parker Road, Denver, CO 80231. Adressieren Sie die Schecks als zahlbar an (payable to) Redemptorists/Denver Province mit dem Vermerk: Katrina Relief.
London / Taize
P. Larry Kauffmann
Der Tag der Bombenattentate in London / Eine Begegnung mit Frère Roger vor seinem Tod
Anmerkung der Redaktion: Der blinde und taube P. Cyril Axelrod und P. Larry Kauffmann, beide aus Südafrika und den Lesern von Scala wohlbekannt, gerieten zufällig in die geschichtsträchtigen Ereignisse des heurigen Sommers. P. Kauffmann berichtet…
Ich kam nach London, um in der Betreuung von blinden und tauben Mitmenschen geschult zu werden und anschließend Cyril (P. Cyril Axelrod C.Ss.R.) zu Exerzitien nach Taize zu begleiten. Ich absolvierte einen Kurs und war dann für das Unternehmen bereit. Wir brachen am 7. Juli um 9.15 Uhr auf. Als wir nach einer Viertelstunde zur U-Bahnstation Camden kamen, hieß es, sie sei geschlossen. So stieg ich mit dem blinden und tauben Mitbruder an einer Hand und einem großen Koffer in der anderen in einen Bus Richtung Liverpool Street Station ein.
Bald kamen wir an Leuten vorbei, die in die entgegensetzte Richtung gingen und dem Chauffeur zuriefen: „Sie dürfen nicht weiterfahren!“ Als wir zwei Stunden im Bus verbracht hatten, ohne uns zu bewegen, hörten wir die Anweisung aus den Lautsprechern des Busses, die Chauffeure mögen die Passagiere aussteigen lassen und in die Garagen zurückkehren. Ich machte unseren Chauffeur auf die doppelte Behinderung Cyrils aufmerksam, und er erlaubte uns im Bus zu bleiben, ja er brachte uns, bevor er in seine Garage zurückfuhr, sogar nach Camden zurück, was nicht auf seinem Weg lag.
Cyril und ich sollten plangemäß mit der Northern line noch einmal Umsteigen in Moorgate zur Liverpool Street Station und von dort mit dem Zug nach Stansted Airport fahren, und von dort weiter nach Frankreich und Taize. Genau zwischen Moorgate und Liverpool Street Station jedoch war vor 30 Minuten eine der Bomben hochgegangen!
So mussten wir unsere Reise um einen Tag verschieben und versuchten es am nächsten Tag. Als wir jedoch nach Stansted kamen, gab es eine Bombendrohung in unserem Flugzeug und wir mussten den Flughafen räumen! Um es kurz zu machen: wir kamen erst am folgenden Tag nach Taize - 48 Stunden nach unserem ersten Aufbruch! Das Ganze war also eine ziemlich hektische Angelegenheit und ich musste in den verschiedenen Situationen für Cyril immer so rasch wie möglich handeln. Aber Taize war für ihn ein so überwältigendes Erlebnis, dass es uns alles vergessen ließ. Als wir wieder zu Hause waren, mussten wir zu unserem Entsetzen erfahren, dass Frère Roger am 16. August ermordet worden war.
Bei unserem Besuch im Juli hatten wir nicht erwartet, mit Frère Roger zusammenzutreffen. Vermutlich habe ich ganz einfach angenommen, dass er schon zu alt und gebrechlich war, um an den stundenlangen Gebeten teilnehmen zu können. Aber just vor dem Abendgebet um halb neun an unserem ersten Abend in Taize konnte ich Cyril signalisieren, dass ein kleiner gebückter Mann, fest auf die Arme zweier Taize Brüder gestüzt, im Mittelgang der Kirche mühsam nach vorn ging. Er nahm seinen Sitz im Rücken der Gemeinschaft ein und sprach gegen Ende des Gebetsabends eines seiner wunderschönen aufmunternden kurzen Gebete, für die er so berühmt ist.
Nach diesem Abendgebet sollten wir Frère Roger noch zwei Mal begegnen. Am Sonntag waren Cyril und ich eingeladen, bei der Eucharistiefeier mit etwa einem Dutzend anderer Priester zu konzelebrieren. Wir standen auf der linken Seite. Die Einfachheit der Liturgie in Taize und die Tatsache, dass ich Cyril schon vorher die Lesungen „übersetzt“ hatte, ließen uns voll und ganz dabei sein, ohne dass ich mich mit den längeren Wörtern beeilen musste. Auch ist das Herrliche an der Liturgie in Taize, dass es nie eine Homilie gibt! Wenn ich Taube zu betreuen habe, eine ideale Sache! Am Ende der Eucharistiefeier brachte man Frère Roger zu den Konzelebranten, und er nahm das Gesicht eines jeden von uns in beide Hände und berührte unsere Wangen mit den seinen.
Am Dienstag waren Cyril und ich nach dem Mittagsgebet zum Mittagessen mit der Kommunität eingeladen. Es ist ein ziemlich langer Fußweg von der Hauptkirche zum Kloster, und als wir daher unter der Führung von Frère Emile eintrafen, hatten die ungefähr 60 Brüder an einem langen Tisch im Garten im Schatten hoher Pappeln bereits Platz genommen. Frère Roger saß in der Mitte des Tisches mit Blick auf die weidenden Charolais-Rinder unten im Tal. Frère Emile hatte uns erklärt, dass das Essen immer schweigend eingenommen werde. Selbstsüchtig wie ich bin, war ich erleichtert, denn so konnte ich das Essen genießen, ohne immer wieder durch Übersetzungen in die Taubstummensprache unterbrochen zu werden. Jetzt musste ich Cyril nur das Teller, das Besteck und das Weinglas zeigen. Es gab Oliven und Thunfischsalat als Vorspeise, Würstchen mit Reis und Ratatouille als Hauptspeise und köstlichen Weichkäse als Nachspeise - und zu alledem einen guten französischen Rotwein!
Als die Tafel aufgehoben wurde, führte uns Emile zu Frère Roger, stellte uns als Redemptoristen aus Südafrika vor und erzählte ihm von Cyrils Bekehrung aus dem Judentum und dass er das doppelte Handicap der Blindheit und Taubheit zu tragen habe. Frère Roger streckte Cyril die Hände entgegen, nahm seinen Kopf, küsste ihn auf die Stirn und ergriff dann Cyrils Hände und küsste sie. Cyril seinerseits machte ein Kreuzzeichen auf Frère Rogers Stirn. Ich hatte Tränen in den Augen, denn ich spürte, dass dies hier die einzigartige Begegnung zweier Heiliger war, ohne Worte, aber in einer Tiefe des Geistes von reinster seelischer Gleichgestimmheit.
In Spiritu Redemptionis
Sean Wales
Gastfreundschaft
“Gastfreundschaft” ist ein beliebtes Wort für jedermann. Sie hat etwas von Liebenswürdigkeit und Anmut an sich, und die meisten Leute meinen, sie hätten solche Eigenschaften. Dazu gehört Feinfühligkeit und Sorgfalt, und wenn all das Anerkennung findet, ergibt sich eine Art Glücksgefühl.
Gastfreundschaft ist aber nicht so niedlich wie man meinen könnte. Es ist eine Tugend, die etwas fordert, nämlich Geduld, Zuvorkommenheit und good-will. Dabei geht es um Gast und Gastgeber, und zugleich um Sorge und Aufmerksamkeit. In den meisten Weltreligionen ist Gastfreundschaft etwas Heiliges.
In unserer christlichen Tradition gibt eine ganze Spiritualität, die sich entwickelt hat um die Aufnahme des Fremden, um gegenseitige Gastfreundschaft unter Christen und christliche Gastfreundschaft allen Menschen gegenüber. Ich möchte nun nahe legen, dass Gastfreundschaft nicht nur eine christliche Tugend ist, sondern auch eine ansprechende Schilderung von Erlösung.
Alle sind wir Gäste in Gottes Welt. Unsere Existenz ergibt sich aus Gottes freundlicher Initiative. Wir bleiben am Leben, weil unser Gastgeber uns freundlich umsorgt. Dabei geht es nicht nur um unser Dasein in dieser Welt, sondern wir sind erwählt zu einer wunderbaren Beziehung - wir nennen es Bund – mit unserem Gastgeber.
Unser Benehmen in Gottes Welt war nicht das eines vollkommenen Gastes. Nicht nur haben wir die Welt unseres Gastesgebers entstellt, sondern auch die vielen Angebote und Zuwendungen unseres Gastgebers übersehen. Wir haben unsere Mitgäste fortgedrängt, wir haben unsere Herzen verhärtet und unseren Geist verschlossen für die Wahrheit und die Schönheit um uns.
Da machte der Gastgeber eine dramatische Umkehrung der Rollen und fand einen Weg zu uns als unser Gast. Er zeigte uns, wie wir leben und wie wir sterben sollen. In Jesus erblicken wir die göttliche Gastfreundschaft sogar als eine extreme Herausforderung: „Vater vergib“.
Wir wissen, dass unseres Gastgebers Bemühen, uns von unserem verkehrten Benehmen abzubringen, Frucht gebracht hat, wenn wir uns beim Gastgeber daheim fühlen, wenn wir selber mit unserer Gastfreundlichkeit gegenüber anderen die Güte unseres Gastgebers ausstrahlen und wenn wir dankbare Gäste unserer Mitmenschen sind.
Das Ausserordentliche bei der göttlichen Gastfreundschaft ist, dass sie über Höflichkeit oder gute Beziehungen und über die Harmonie der Natur hinaus geht. Gottes Gastfreundschaft führt zur Teilnahme am Leben unseres Gastgebers. Das wird eindeutig gesagt in 2 Petrus 1, 4: “ihr sollt an der göttlichen Natur Anteil haben”.
Erlösung so betrachtet führt weit über Sündenvergebung hinaus in das innere Leben Gottes. Wir haben die Macht “Kinder Gottes zu werden” (Joh. 1,12). Paulus schreibt in diesem Sinn an die Christen von Korinth: “es fehlt euch keine Gnadengabe, während ihr auf die Offenbarung Jesu Christi, unseres Herrn wartet. Er wird euch festigen bis ans Ende, so dass ihr schuldlos dasteht am Tag Jesu, unseres Herrn. Treu ist Gott, durch den ihr berufen worden seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn” (1 Kor. 1, 7-9).
Indem wir als Redemptoristen Erlösung in Fülle erleben, ahmen wir den heiligsten Erlöser nach und feiern darum die Gastfreundschaft von Gott, der uns als unser Gast überrascht (Matthäus 25, 31-46) und uns als unser Gastgeber überrascht. In unserem Leben als Redemptoristen können wir vorausahnen, wie wir an der Einheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist teilnehmen. Wenn wir von einem solchen göttlichen Gastgeber am Leben erhalten werden, dürfen wir es in unserer Umgebung nicht an Gastfreundschaft fehlen lassen. Wir werden erkennen, was das praktisch bedeutet, wenn uns auffällt, wie wir selber unserer eigenen Freundlichkeit Grenzen setzen..
InhaltsverzeichnisNachrichten aus dem Vatikan mit Bezug zur Via Merulana
Lviv, Ukraine
Redemptorist wird neuer Administrator der Lemberger griechisch-katholischen Erz-Eparchie
Im Zuge der Verlegung des Bischofssitzes der Erz-Eparchie der griechisch-katholischen Kirche von Lviv nach Kiev wurde gemäß Can. 220, Art. 3 des Codex Orientalischer Kirchen Bischof Ihor Vozniak, Protosyncellus (Kanzler) der Lemberger Erz-Eparchie der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine, am 29. August 2005 von Patriarch Lubomyr (Husar), Haupt der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine, per Dekret zum Administrator ernannt. Bischof Vozniak legte den Amtseid am 31. August 2005 in Gegenwart des Leiters des Sekretariats des Groß-Erzbischofs P. Dr. Sviatoslaw Shevchuk und des Patriarchen Lubomyr ab.
Bischof Vozniak war der erste Provinzial unserer ukrainischen Provinz nach ihrem Auftauchen aus dem Untergrund im Jahre 1990.
InhaltsverzeichnisMonatliche Bildergalerie (nur online)
1) Die Kommunität von Biloxi vor ihrem Wohnhaus nach dem Hurrikan Katrina: Von links: Stehend: P. Richard Luberti (gekommen, um Mitbrüder nach Baton Rouge zu bringen). Sitzend: PP. Albert Babin, Earl Toups, Joseph Armshaw, Edward Cosgrove und Warren Drinkwater.
2) Das Wohnhaus vor dem Hurrikan.
3) Das Wohnhaus nach dem Hurrikan.
4) Das Nachbarhaus vor dem Hurrikan.
5) Das Nachbarhaus nach dem Hurrikan.
6) P. Gregory Schmitt C.Ss.R., der Pfarrer von St. Mary’s Assumption (Mariä Himmelfahrtskirche), Heiligtum des Seligen Franz Xaver Seelos in New Orleans, führt Nationalgardisten zur Besichtigung der pfarrlichen Anlagen.
7) Schäden rund um St. Mary’s Church.
8) Der Turm von St. Mary’s nach dem Hurrikan: beschädigt, aber nicht heruntergeworfen.
9) Japanische Mitbrüder beim vom Zentrum für Spiritualität veranstalteten Workshop im August in Japan. Die Exerzitien leitete P. Ivel Mendahna.
10) Das neue Kloster in der Vizeprovinz Stara L’ubovna.
11) Eine andere Ansicht des neuen Klosters in Stara L’ubovna.
12) P. General Joseph W. Tobin und P. Generalkonsultor Jacek Dembek beim Anlegen der liturgischen Gewänder.
13) Bischof Babyak am Beginn der Weihe der Kirche.
14) Bischof Babyak und P. General konsekrieren den Altar in der Hauskapelle.
15) Redemptoristen beim Festessen nach den Feierlichkeiten.
16) Bischof Babyak dirigiert die Sänger, während P. General sie auf der Zimbel begleitet.
17) P. General bei der Eucharistiefeier in der Pfarrkirche.
18) P. Kamil Dráb C.Ss.R., maßgeblicher Architekt und Innengestalter von Kirche und Kloster in Stara L’ubovna.
19) Enthüllung einer Statue des Sel. Dominic Trcka.
20) Statue des Sel. Dominic Trcka.
21) P. General bei der Ansprache während einer Messe für die Teilnehmer einer Veranstaltung des Zentrums für redemptoristische Spiritualität in Rom und Italien.
22) Teilnehmer an einem Workshop des Zentrums für redemptoristische Spiritualität in Rom und Italien im vergangenen Sommer.
23) Weihekandidaten in Hanoi, Vietnam.
24) Weihekandidaten in Hanoi, Vietnam.
InhaltsverzeichnisArbeitsplan P. Generals und seiner Räte
Wollen Sie wissen, wo die Mitglieder der Generalleitung sind und was sie tun? Die folgenden Links bringen den Kalender der Generalleitung.
Deutsch: http://www.cssr.com/calendars/CalDT.htm
Diese Links sind auf unserer Webseite cssr.com im Bereich der Redemptoristen, wozu allerdings das entsprechende Passwort nötig ist. Wenn Sie dieses noch nicht haben, können Sie es dort in der pop-up box direkt vom Generalsekretär verlangen.
InhaltsverzeichnisWebseiten im Brennpunkt
Diesen Monat weisen wir auf die Webseite vom Wallfahrtsort zu Ehren des Seligen P. Seelos, C.SS.R. Schauen Sie da nach weiteren Informationen über die Folgen des Hurrikans Katrina.
http://www.seelos.org/seelos_seelos_center_news.htm
Desgleichen auf die Webseiten der Vizeprovinzen Recife & Fortaleza:
http://www.bravil.com.br/redentoristas/crn.htm
http://www.bravil.com.br/redentoristas/recifor.htm
Berichte aus der Kurie, den Sekretariaten, Instituten und Komitees
Kurs für redemptoristische Spiritualität
Gedanken zu einer Wallfahrt
Rom, 6. – 26. Juni 2005
Shamus Devitt, C.Ss.R.
Diese Wallfahrt von 16 Redemptoristen (Mich faszinierte der internationale Charakter unserer Gruppe, ganz nach dem Bild der Kongregation.) stand im Zeichen des Geistes und der Berge. Die Berge waren das Leichtere. Wir betrachteten die Gegenwart, kehrten zurück zu unseren Ursprüngen, so dass wir einen Anlauf nehmen konnten in die Richtung, wo der Herr uns erwartet.“In meiner Erinnerung an diese Tage kommt mir immer wieder dieses Bild in den Sinn: ‘Das Gesicht der Redemptoristen damals und heute.”
Zuerst die Berge: die erste der drei Wochen verbrachten wir in Materdomini in den Bergen bei Avelino südlich von Neapel. Von hier aus begegneten wir dem Geist des Hl. Alfons und seiner Gefährten in Scala und konnten ihr Schreien und Diskutieren hören, wie Celeste Crostarosa im Kloster nebenan es vernommen und notiert hat. In der Grotte von Scala befassten wir uns mit unseren eigenen Berufungen und unserem Ringen wie einst Alfons mit seinen Problemen. Wir spürten seine Enttäuschung und sein Scheitern, als die Freunde ihn verlassen hatten.
In Muro Lucano trafen wir Gerard, wie er war als Bube und junger Mann, von Liebe für den Herrn entzündet und begeistert für die Redemptoristen, besonders P. Paulo Cafarro. Dann lebte Gerard für uns in Materdomini auf, samt allen Geschichten des jungen Mitbruders, der in seiner Gemeinschaft beliebt war wegen seinem Humor, seiner Anmut, seiner Freude an Musik und seinen Spässen. Irgendwie schaute er nicht zum Himmel, als er zu uns sprach. Wir spürten seine leidenschaftliche Liebe zum Herrn und wurden davon ergriffen.
Alfons war uns vor Augen in all diesen Wochen (die 2. und 3. Woche verbrachten wir in der Nähe von Rom, aber er kam immer mit uns). Sein Vater, Offizier auf Galeeren, hatte grosse Hoffnungen anderer Art für seinen erstgeborenen Sohn: ‘Alfonso’, der hervorragende Jurist, wurde Priester und beschrieb sich selbst als einen Rigoristen. Aber dann weckten ihn die Leute; die Güte Gottes leuchtete ihm ein, und er revidierte die angelernte Theologie, verliess sich auf St. Paulus, Augustinus, Benedictus, Anselm, die Mystikerinnen; er befasste sich mit Luther und der Gnadenlehre, mit der Renaissance und Michelangelo. So pilgerten wir unter Leitung von P. Felix Catala und P. Ivel Mendanha. Wir durchliefen die Jahrhunderte auf der Suche nach dem Sinn von Erlösung von Paulus bis heute, trafen unterwegs William Shakespeare, der sich leidenschaftlich für Erlösung einsetzte: in seinen Spielen hebt er die kleinen Leute empor und lässt die Mächtigen fallen.
Alfons war ein Mensch, der wuchs und sich veränderte, viel las und überlegte, und dann viel schrieb in einem grossen Kreuzzug gegen den Jansenismus und damals die Fragen stellte, die heute von den sogenannten ‘Postmodernisten’ über „Aufklärung“ gestellt werden. Auf unserem Pilgerweg mit Alfons zeigte er uns das Herz Gottes für die Leute. Als Redemptoristen sind auch wir wie Christus ‘GESANDT’ zu unserer Generation, um zu heilen, zu befreien, zu erlösen. Unterwegs zeigte er, wie er seine Auffassungen vom neuen Institut abklärte und wie er beschreibt, dass wir nicht berufen sind in unseren Häusern (nicht Klöstern!) Nachahmer Christi zu sein, sondern Christus, dem Erlöser, zu folgen durch Verkünden der Frohen Botschaft an die Menschen, die niemand haben, der ihnen diese Botschaft bringt.
Er nahm uns mit zu einem Besuch im Pflegeheim der Unheilbaren in Neapel. – Bei ‘Unserem Aufenthalt im Pflegeheim der Unheilbaren in Neapel’ erwog ich mein Wirken im Pflegeheim für AIDS-Kranke in den Slums von Bangkok’,- derselbe Christus damals und heute.
Auf dem Pilgerweg begegneten wir dem Seligen Gennaro Sarnelli, dem engsten Freund des Alfons, erfüllt vom gleichen Mitgefühl für die Verlassenen und die Verachteten. Was Gennaro in Neapel tat, ging wohl noch weiter als das, was der adelige Alfons in den verlassenen Bergdörfern Süditaliens unternahm. Es war echte Arbeit von Redemptoristen. Sie fanden die Verlassenen dort, wo sie sind.
Auch Klemens Maria Hofbauer begegnete uns, und im Geist begaben wir uns in seine kleine Wohnung in Wien, von wo aus er schöpferisch das Evangelium an Studenten und Professoren der Universität, an Künstler, Schriftsteller und Politiker auf neue Weise verkündete. Er zeigte uns, dass Kanzeln zum Predigen sich in eigenartiger Form und an sonderbaren Orten finden lassen.
Und so wurde uns klar, dass wir selber Söhne des Hl. Alfons sind und vor allem wie einst Alfons Jünger des HERRN. Wir sind so vielen grossen Denkern, Dichtern und Künstlern begegnet, die sich um „Erlösung“ bemühten, dass wir uns nun selber als Menschen fühlen, die wie Christus GESANDT sind den Menschen zu verkünden, - in Thailand, Korea, Nigeria, Irland, Zimbabwe, Sri Lanka, Indien, Vereinigten Staaten, Neuseeland - was Gott getan hat und immer noch tut in Christus. Wir haben das Feuer zu übernehmen und es weiterzutragen, den Geist zu empfangen und die „Heiligen“ Christi in unserer Zeit zu sein. Wir erörterten die Erfordernisse der heutigen Ausbildung und die Bedürfnisse der Leitung in der Kongregation. Leitung und Ausbildung sind wichtige Punkte, wenn es darum geht, GESANDT zu sein, um unser Leben zu geben für Erlösung in Fülle.
Es war ein wunderbares Erlebnis, diesen Workshop in Form einer Pilgerreise mitzumachen in Gesellschaft von Mitbrüdern aus aller Welt. „Das Gesicht der Redemptoristen“ hat aus dem Leben meiner Mitbrüder stark auf mich eingewirkt. Welch gutes Werk führen wir weiter im Dienst des Gottesvolkes! Welch herrliches Porträt strahlt uns entgegen, wenn wir das Licht Gottes im „Gesicht der Redemptoristen“ strahlen sehen.
Es war eine grossartige Pilgerreise, die Berge und alles. Herzlichen Dank an die Kongregation für dieses Geschenk. Wir wollen es anderen weitergeben, wenn wir daheim sind.
Tagung des Sekretariats für die Zusammenarbeit in der Seelsorge
Exerzitienhaus St. Klemens, Belfast, Nordirland
27. - 30. Juni 2005
Die zweite Tagung des Sekretariats für die Zusammenarbeit in der Seelsorge fand Ende Juni im Exerzitienhaus der Redemptoristen in Belfast (Nordirland) statt. Es stimmt: Irlands Grün zeigt sich in 40 verschiedenen bezaubernden Schattierungen und seine Gastfreundschaft in ebenso vielen charmanten Varianten. P. Michael Kelleher war der freundliche Gastgeber und verwöhnte uns mit überwältigender Gastfreundschaft.
Das Programm der Tagung umfasste sieben Arbeitssitzungen von je 90 Minuten, jeden Tag Morgengebet und Eucharistiefeier, Besuche unseres Klosters in Clonard sowie Besichtigungen in Belfast und Umgebung. Die Tagung begann mit einem Rückblick auf die Ziele und Vorhaben, die das Sekretariat am Beginn des Sexenniums beschlossen hatte, nämlich Kommunikation, Ausbildung und größere Reichweite.
Bei der letzten Tagung hatte das Sekretariat eine Änderung seines Namens von „Sekretariat für die Zusammenarbeit mit den Laien“ auf „Sekretariat für die Zusammenarbeit in der Seelsorge“ vorgeschlagen. Diese Änderung hat zu Übersetzungsproblemen in den romanischen Sprachen geführt. Es herrscht zwar allgemeiner Konsens über eine beabsichtigte Änderung, aber die Übersetzungsprobleme haben zu dem Vorschlag geführt, dass der neue Name nur im Englischen verwendet werde. In anderen Sprachen könnte derselbe Gedanke durch die Verwendung von „associados“ statt „partnership“ ausgedrückt werden. Das Sekretariat fühlt sich zwar bei dem Gedanken von verschiedenen Namen in verschiedenen Sprachen nicht wohl, aber die Diskussionen des Vorschlags führten zu keinem Ergebnis.
P. Gerard McCabe aus unserer Einheit in Südafrika hatte für die Tagung ein Papier vorbereitet mit dem Titel: „Communio und Zusammenarbeit in der Seelsorge“. Er eröffnete die Diskussion, indem er uns mit dem Hintergrund des viel verwendeten Begriffs der „communio“ in der neueren katholischen Theologie vertraut machte, und in welcher Weise sich dies auf die Laien, die mit den Redemptoristen in der Seelsorge zusammenarbeiten, auswirkt. Mit diesem Papier als Grundlage wird das Sekretariat zwei Dokumente für die Redemptoristen und ihre Mitarbeiter ausarbeiten. Das erste wird grundlegende philosophische und theologische Reflexionen über die „communio“ und die „missio“ in unserer Zusammenarbeit vorlegen. Das zweite wird verschiedene Modelle redemptoristischer communio und missio im praktischen Vollzug unserer Sendung in Zusammenarbeit mit den Laien behandeln.
Ein zweiter wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war die Errichtung einer Homepage. Hr. Jelle Potma (Co-Webmaster für die Provinz St. Clemens) half uns bei der Klärung dieses Anliegens. Wir beschlossen eine allgemein zugängliche Website, mit einer besonderen Werbung auf der ersten Seite, auf der auch Links zu Themen von besonderem Interesse für Redemptoristen und ihre Mitarbeiter zu finden sein werden. Wir hoffen, dass diese Website Anfang Herbst online gehen kann.
Andere Diskussionsthemen waren: die Rolle des Sekretariats innerhalb der Regionen der Kongregation; welchen Einfluss die Neustrukturierung auf die Redemptoristen und ihre Mitarbeiter haben wird; Modelle für das bessere Erfassen von an einer Mitarbeit interessierten Laien; Richtlinien für die Ausbildung von Laienmissionaren als Teil der „Ratio Formationis“ („Ausbildungsordnung“) der Generalleitung und schließlich eine Art Synode für Mitarbeiter und eventuell ein Festtag zu Ehren unserer Mitarbeiter. Diese Themen werden auf der nächsten Tagung weiterdiskutiert werden. Weitere Einzelheiten über die heurige Tagung werden wir auf unserer Homepage berichten, deren Verfügbarkeit im Netz wir im SCALA ankündigen werden.
Die nächste Tagung des Sekretariats findet vom 3.-6. Juli 2006 in Merrivale, Natal, Südafrika, statt.
Sekretariat für Spiritualität
Rom
Die jährliche Sitzung des Sekretariates für Spiritualität fand statt in Rom, Sant’Alfonso, vom 12. bis 15. September.
Unter der Leitung von Juventius Andrade nahmen teil Raymond Corriveau, Laurence Kearns, Sean Wales, Sr Anneliese Herzig MSsR, Joseph Apisit Kritsaralam und Alberto DeMingo. Brian Johnstone war entschuldigt wegen Vorlesungen in den USA.
Zuerst überprüfte man, was im vergangenen Jahr geschah, besonders was die Umfragen über die Communicanda zum Thema Erlösung erbracht haben.
Anfangs der Woche befasste man sich mit dem Hauptthema der diesjährigen Sitzung, nämlich dem gottgeweihten Leben. Sr. Anneliese und P. Larry Kearns referierten über die Evangelischen Räte, die Rolle der Gelübde und die radikale Nachfolge Christi. P. Sean Wales sprach über die Fortschritte in den Überlegungen über das Gelübde der Armut.
Es geht vorwärts mit der Abfassung von “Charism 2000 style document’’ über Kapitel 1 der Konstitutionen und Statuten. Dieses “Charism 3” soll gegen Ende des Jahres erscheinen. Gedruckt und publiziert wird es in Thailand.
Die Gruppe erwog auch “Charism 4” über das Thema des Sexenniums: Unser Leben geben für die Erlösung in Fülle. Dazu will P. Alberto di Mingo Beiträge über die biblischen Gesichtspunkte beisteuern. P. Felix Catala wird eine Arbeitsgruppe zusammenstellen.
Ein stetes Thema bleibt die Frage der Betrachtung und geistlichen Begleitung nach redemptoristischer Tradition. Viele praktische Anwendungen wurden erwogen. Einige Fragen sollen an den Regionalversammlungen in der Mitte des Sexenniums besprochen werden. Vorschläge sollen für die Sitzung des nächsten Jahres vorbereitet werden. Wert legte man auf Alfonsianische Verbindung von Gebet und Leben.
Eifrig befassten wir uns mit dem Austausch von Unterlagen: Pläne für eine Webseite des Sekretariates wurden erwogen, und P. Apisit ist bereit, diese Seite von Thailand aus zu führen und sie mit der Seite der Kongregation zu koordinieren. P. Ray Corriveau hat liturgische Texte, eine Bibliographie und weitere Hilfsmittel zusammengestellt, die er allen zugänglich machen wird.
Wir machten Pläne für regionale Workshops und Tagungen mit dem Zweck, das Thema des Sexenniums kulturgemäss umzusetzen.
Weitere Anliegen wurden angeschnitten: redemptoristische Homiletik, das kommende Treffen für Moraltheologie, die Information über die Heiligen und Seligen unserer Kongregation, ein Lesebuch zum Thema des Sexenniums und die Übersetzung von P. Raponi’s Buch über die Konstitutionen und Statuten. Gern hörten wir, dass eine englische Ausgabe vom spanischen Buch über den Seligen Peter Donders nächstes Jahr im Verlag Liguori erscheinen wird. Man war sich einig, eine Reihe Tagesgedanken zum Advent und zur Fastenzeit auf unserer neuen Webseite aufzulegen. Sr. Anneliese zeigte ein Schreiben von ihrem letzten Generalkapitel: ‘Leidenschaft für Christus - Leidenschaft für die Welt: Ordensleben heute als Missionsschwestern vom Heiligsten Erlöser”
Wir hatten zwar viel zu besprechen und zu planen, aber Höhepunkt blieb die Eucharistiefeier. Alle Mitglieder der Generalleitung trugen dazu bei, dass unser Aufenthalt angenehm war und unsere Arbeit konsequent an der früheren Sitzung anknüpfte. Auch das Gemütliche kam nicht zu kurz, und so genossen wir miteinander einen köstlichen Mittwochabend.
Die nächste Sitzung wird Ende August / Anfangs September 2006 in Chicago stattfinden, wo wir voraussichtlich mit dem nordamerikanischen Sekretariat für Spiritualität zusammentreffen.
Fukuoka, Japan
Exerzitien der Vizeprovinzen Kagoshima und Tokyo
P. Joseph Mühlberger und Br. Stephano Hong
Vom 5. bis 10. September 2005 waren sieben Mitglieder der Vizeprovinz und eine Missionsschwester vom Heiligsten Erlöser mit vierzehn Mitgliedern der Vizeprovinz Tokio und zwei Oblaten zu den jährlichen Exerzitien beisammen. Die Vizeprovinz Kagoshima hat alles organisiert und durchgeführt im Exerzitienhaus der Passionisten in Fukuoka. Gepredigt hat P. Joseph Ivel Mendanha C.Ss.R. vom Zentrum für redemptoristische Spiritualität in Rom. Das Thema hiess: “Redemptoristische Spiritualität und Mission.”
Eine Frage, die im Sinn des Themas immer wieder gestellt wurde, lautet: Wie können wir heutzutage unser Leben geben für Erlösung in Fülle? Antwort darauf gab der Prediger gleich zu Beginn: Jesus, unser Erlöser, ist die Mitte unseres Lebens, die Begründung für alles, was wir tun und warum wir Redemptoristen sind. Der Erlöser selber fordert uns in unserer veränderlichen Welt. Die Exerzitien führten uns zu ausführlichen Berichten über das Leben unserer Heiligen und Seligen: Alfons, Sarnelli, Gerard, Klemens und Johannes Neumann. Diese wurden dargestellt als Vorbilder, nach denen wir unser Leben für Erlösung in Fülle zu geben haben. Aus diesen Lebensbeschreibungen liess sich eine missionarische Spiritualität ableiten, nämlich Eingehen auf den Willen Gottes, Leiden um Frucht zu bringen, Einfachheit und Bescheidenheit im Lebensstil, Eifer und Begeisterung im pastoralen Einsatz für die Verlassenen, Vertrauen auf Gott, grossherzige Christusliebe, Bereitschaft zu schöpferischen Entwicklungen in der Mission, Andacht zu Maria, dem Vorbild echter Nachfolge Christi. Höhepunkt der Exerzitien war der Aufruf zur Bekehrung und die Forderung in die Fussstapfen unseres Erlösers Jesus Christus zu treten. Alle Mitbrüder nahmen teil an der gemeinschaftlichen Feier des Sakramentes der Versöhnung mit Erneuerung der Gelübde.
Die Vorträge waren gut vorbereitet und lebhaft vorgetragen mit treffenden Bezügen auf die Bibel namentlich die Evangelien sowie auf die historischen und kulturellen Umfelder unserer Heiligen. Nach jedem Vortrag wurden wir eingeladen, nachzudenken über die Charismen des besprochenen Heiligen und sie mit unserer Gemeinschaft gemäss unseren Konstitutionen zu vergleichen. Wir hoffen, die Aufforderung mit nach Hause in unsere Kommunitäten zu bringen, und hoffen auch, dass wir wieder einmal so anregende Exerzitien machen können.
Besuchen Sie bitte unsere Webseite bei http://www.cssr.com
Frühere Nummern von SCALA sind archiviert unter: http://www.cssr.com/scala/index.shtm