S C A L A

 

Unser Leben geben für die Erlösung in Fülle

 

 Info-Service der Redemptoristen                                                 Nummer 3

16. Januar 2005

 

Aus der Redaktion

In dieser Ausgabe vernehmen wir mehr über die Auswirkungen von Tsunami in den Gegenden, wo Redemptoristen sind. Redemptoristen gehen auf die extreme Not von Menschen ein. Hier in Rom war eine Ausstellung von Krippen. Eine Krippe zeigte das Bild von einem Stall über dem offenen Riss eines gespaltenen Erdballs. Ich fand es treffend. Trotz der Tragik auf dieser Welt, soll das Wort wirklich „dalle stelle“ herabkommen in unsere zerbrochene Welt, um Frieden und Licht für uns zu sein!

Ich bat die Mitglieder des Generalrates und der Kurie, uns Eindrücke aus ihrem ersten Dienstjahr mitzuteilen. Einige davon bringen wir in dieser Ausgabe. Weitere werden in späteren Ausgaben folgen.

Soeben haben wir vernommen, dass die Mutter unseres Generalkonsultors Jacek Dembek in Polen plötzlich gestorben ist. Ich weiss, dass Sie sich alle mit mir in Anteilnahme und Gebet verbunden fühlen. Ihrem Gebet empfehlen möchte ich auch den Schwager unseres Generalökonomen Patrick O`Keefe, einen Freund und gelegentlichen Gast von Sant`Alfonso, der ebenfalls verschied.

Wie im Fall Tsunami wird SCALA nach Bedarf Sonderberichte herausgeben.

 

Gary Ziuraitis  C.Ss.R.


INDEX 

 Wendepunkte

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 Aus den Provinzen

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 In Spiritu Redemptionis

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 Monatliche Bildergalerie (nur online)

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 Arbeitsplan P. Generals und seiner Räte

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 Berichte aus der Kurie, den  Sekretariaten  und Komitees

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Wendepunkte

Nachrichten über Professfeiern, Priesterweihen, Todesfälle und andere Informationen aus dem Büro des Generalsekretärs sowie Officialia

Erste Profess mit zeitlichen Gelübden:

Ivan Datsko, Provinz Lviv, August 19, 2004.
Andrij Dobrovetskyj, Provinz Lviv, August 19, 2004
Bohdan Heleta, Provinz Lviv, August 19, 2004
Roman Kuzyckyj, Provinz Lviv, August 19, 2004
Vasyl Melnychenko, Provinz Lviv, August 19, 2004
Apolinariy Nikalayev, Provinz Lviv, August 19, 2004
Mukola Senkiv, Provinz Lviv, August 19, 2004
Volodymyr Tuhaj, Provinz Lviv, August 19, 2004
Andrij Yurkevych, Provinz Lviv, August 19, 2004
Lùcio Marcos Bento, Provinz Rio de Janeiro, Dezember 12, 2004
Maikel Pablo Dalbem, Provinz Rio de Janeiro, Dezember 12, 2004
Ronaldo Sèrgio de Faria, ProvinzRio de Janeiro, Dezember 12, 2004

Profess mit ewigen Gelübden:

Josè Carlos Meneguzzi, Provinz Porto Alegre, 1. August 2004
Igor Bezkostyj, ProvinzLviv, 15. August 2004
Mykhajlo Ivanyak, Provinz, 15. August 2004
Roman Kvasnytsia, Provinz Lviv, 15. August 2004
Vitalij Oleschchuk, Provinz Lviv, 15. August 21004
Ruslan Pikh, Provinz Lviv, August 15, 2004
Andrij Rak, Provinz Lviv, 15. August 2004
Taras Svirchuk, Provinz Lviv, 15. August 2004
Yurij Zhdyans´kyj, Provinz Lviv, 15. August 2004
Anatolij Zhyvchak, Provinz Lviv, 15. August 2004
David John Hore, Provinz Canberra, 29. August 2003
Desius Kaki, Provinz Indonesien, 16. Oktober 2004
Yohanes Berchmans Notan Watun, Provinz Indonesirn, 16. Oktober 2004
Giovani Don Bosko Wora, Provinz Indonesien, 16. Oktober 2004
Asterius Zangu Ate, Provinz Indonesien, 16. Oktober 2004
Francis Xavier Nghia Zuan Cao, Vizeprovinz New Orleans, 19. November 2004
Neville Arul Sinnappah, Vizeprovinz Ipoh, 5. Dezember 2004

Priesterweihen:

David John Hore, Provinz Canberra, 12. Juni 2004
Dmytro Novosad, Provinz Lviv, 14. Juli, 2004
José Roberto de Oliveira, Provinz Goiàs, 4. Dezember 2004
Rafael W. Carillo Poma, Vizeprovinz Perù Sur, 12. Dezember 2004
Mario Genaro Isla Chàvez, Vizeprovinz Perú Sur, 12. Dezember 2004
Marco Antonio Navarro Mendizàbal, Vizeprovinz Perú Sur, 12. Dezember 2004.

Zum Diakon geweiht:

Nghia Xuan Cao, Vizeprovinz New Orleans, 20. November 2004

Ernennung von Oblaten:

Ferdinand & Gertrud Derrenbecher, Provinz Köln, 18. November 2004
Hans Lessel, Provinz Köln, 18. November 2004

Wahlergebnisse:

Philip John Trenchard, wiedergewählt als Provinzial von London, bestätigt am 7. Dezember 2004.
Edward Hone, Provinzvikar von London, bestätigt am 7. Dezember 2004
Zdzislaw Klafka, wiedergewählt als Provinzial von Warschau, bestätigt am 7. Dezember 2004
Vasyl Ivaniv, zum Provincial von Lviv, gewählt, bestätigt am 9. Dezember 2004.

Aufhebung als Provinz, Errichtung als Regio:

Provinz Belgien-Süd aufgehoben am 1. Januar 2005.
Regio Belgien Süd errichtet am 1. Januar 2005

Errichtung von Kommunitäten:

Haus “St. Gerard’s”, in Daravaloor, Punaloor, Kerela, Indien errichtet am 20. Dezember 2004.

Todesfälle:

Pater James Kennedy Muthu, 40, Vizeprovinz Ipoh, 16. November 2004
Pater William L. Jacob, 84, Provinz Baltimore, 26. November 2004
Bruder Norman (Peter) White, 95, Provinz Canberra, 2. Dezember 2004
Pater François Fortè, 85, Province Sainte-Anne de Beaupré, 7. Dezember 2004
Bruder Ludwig (Augustin) Rath, 86, Provinz München, 9. Dezember 2004
Pater Igor Myschaliak, 35, Provinz Lviv, 10. Dezember 2004
Pater Afonso Paschotte, 59, Provinz São Paulo, 16. Dezember 2004
Pater Paul Henderson, 80, Provinz Baltimore, 17. Dezember 2004
Pater Julius George Deimel, 91, Provinz Baltimore, 19. Dezember 2004
Bruder Siegmund Stockl, 80, Provinz München, 21. Dezember 2004
Pater Hermanus (Herman) de Groot, 79, Provinz Amsterdam, 21. Dezember 2004
Klerikerstudent Henrique Samba Katumba, 31, Vizeprovinz Luanda, 23. Dezember 2004
Bruder Joseph (Majella) Pham Van Thuyet, 94, Provinz Vietnam, 24. Dezember 2004
Pater Matthias Harren, 83, Provinz Köln, 26. Dezember 2004

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Aus den Provinzen

Sri Lanka
Bangalore
Tsunami

Liebe Mitbrüder!

Herzlichen Dank für die E-Mails, in denen ihr eure Anteilnahme bekundet, euch nach unseren Mitbrüdern und ihren Familien erkundigt, uns eurer Gebete versichert, finanzielle Hilfe versprecht ... usw. Es tut mir Leid, dass ich momentan nicht in der Lage bin, euch einzeln für eure Anteilnahme zu danken. In diesen Tagen so großen Leids unseres Volkes haben eure Schreiben uns nicht nur Kraft gegeben, sondern auch die Solidarität der großen Familie der Redemptoristen erleben lassen. Wir sind zutiefst dankbar dafür!

Die meisten von euch haben in den E-Mails bereits erwähnt, dass ihr durch euer Fernsehen hautnah erfahren habt, welch großen Schaden der Tsunami auf unserer kleinen Insel angerichtet hat. Es war schon schwer genug für unser Volk: wir haben uns angestrengt bemüht, Frieden und wirtschaftliche und politische Stabilität im Lande zu schaffen, bevor diese Katastrophe über uns hereinbrach, aber jetzt scheinen die meisten Menschen jede Hoffnung verloren zu haben! Die Zahlen sind ja auch erschreckend: über 30.000 Tote wurden geborgen (und viele mehr werden nie mehr gefunden werden, da sie wahrscheinlich unter den Bergen von Schlamm begraben liegen, die die Flutwelle mit sich getragen hat). Mehr als eine Million Menschen haben Hab und Gut verloren – alles in nur ein paar Sekunden ins Meer geschwemmt! Das ganze Land trauert, gestern haben wir einen nationalen Trauertag gehalten. Es scheint allerdings bei dieser ganzen Katastrophe einen positiven Effekt zu geben: unser Volk, das so tief gespalten war, scheint nun in dieser Stunde der Not zusammengefunden zu haben! Wir sind nicht mehr das Volk, das wir vorher waren! Hoffentlich werden wir uns durch den gemeinsamen Wiederaufbau in vielen Bereichen unseres Lebens gewandelt haben! Auch die internationale Solidarität ist gewaltig: viele haben sich angeboten, uns zu helfen.

Alle Mitbrüder sind wohlauf, obwohl drei unserer jüngeren Mitbrüder der Katastrophe nur knapp entgangen sind! Sie waren auf dem Weg zum Schwimmen im Meer. Aber eine Stunde, bevor sie ihr Ziel (Negombo) erreichten, hatte der Tsunami sein zerstörerisches Werk getan! So entkamen sie! Wenn er eine Stunde später gekommen wäre (oder wenn sie eine Stunde früher weggefahren wären) – nicht auszudenken, was dann passiert wäre! Wir danken Gott für dieses Wunder! Die Familien von zwei Mitbrüdern (P. Sanath und P. Shiran), die sehr nahe am Meer wohnen, wurden von den Sicherheitskräften evakuiert. Aber nun sind sie bereits in ihre Häuser zurückgekehrt und niemandem ist etwas Ernsthaftes passiert.

Liebe Mitbrüder, einige von euch haben mich nach unserem Bankkonto gefragt, damit sie Spenden als Soforthilfe und für den Wiederaufbau in den Katastrophengebieten überweisen können. Zurzeit arbeiten einige Mitbrüder in Einzelinitiative bei den bereits laufenden Hilfsmaßnahmen mit. Wir jedoch, die Region von Colombo, hoffen, eher etwas von Dauer schaffen zu können (wie den Bau einiger Häuser) als uns an den Sofortmaßnahmen zu beteiligen (die jetzt massiv erfolgen). Wir hoffen, dies durch die verschiedenen diözesanen Strukturen leisten zu können. Wenn ihr also Spenden überweisen wollt, kann dies auf folgendes Konto der Redemptoristen geschehen, und wir werden sie an den entsprechenden diözesanen Hilfsfonds weiterleiten:

Konto Nr.:0180559817
lautend auf:D.V.A. Tirimanna
bei der Hatton National Bank
No:1, Dalada Veediya,
Kandy,
Sri Lanka

Bitte hört nicht auf, für unser schwer leidendes Volk zu beten. Was wir jetzt brauchen, ist der Friede in unseren Herzen, besonders bei denen, die ihr Leben von Grund auf neu beginnen müssen. Keine finanzielle Hilfe kann dies bewirken! Nur das Gebet wird es erreichen. Darum hört nicht auf, für die Tausenden von Familien zu beten, die keine Hoffnung mehr in der Zukunft sehen!

Noch einmal herzlichen Dank für eure Anteilnahme!

Mit dem Wunsch für ein gutes, friedliches Jahr 2005

verbleibe ich euer Mitbruder in Christus

P. Vimal Tirimanna C.Ss.R.


INDIA

Glücklicherweise hat kein Redemptoristenkloster und kein Redemptorist im Südosten und auf den Inseln unseres Landes (Indien) durch die Flutwelle Schaden erlitten. Aber eines unserer größten Marienheiligtümer wurde schwer getroffen und über 2.000 Wallfahrer verloren ihr Leben. Wir haben unsere Theologische Hochschule in Bangalore geschlossen und die 25 Theologiestudenten sind vorerst auf 15 Tage als freiwillige Helfer in das Katastrophengebiet gegangen. So wollen wir unsere Solidarität mit unseren schwer getroffenen Brüdern und Schwestern und mit unserem Land bekunden. Die Theologiestudenten und ihr Studienpräfekt helfen mit, die Toten zu bergen und der betroffenen Bevölkerung bei den ersten Wiederaufbau-Arbeiten an die Hand zu gehen. Die Studenten begeben sich da in eine schwer belastende Situation, sie ist aber eine wunderbare Gelegenheit zu zeigen, wie wir Redemptoristen unseren Brüdern und Schwestern in Not dienen können.

Ivel Mendanha


Brasilien Bahia, Laienmissionare der Redemptoristen
Carlota Ferriera, Laienmissionarin der Redemptoristen

Am 18. Dezember, 2004, erhielten 35 Personen das Diplom zum Abschluss ihrer Ausbildung als Laienmissionare in der Redemptoristenprovinz Bahia, Brasilien, unter der Leitung von Pater José.Grzywacz . Am 30. Dezember 2004, legten 20 Laienmissionarinnen und –missionare vom Heiligtum Bom Jesus da Lapa zum ersten Mal ihr öffentliches Versprechen ab. Am 13. Februar 2005 werden wir die zehn Jahre Verpflichtung der ersten Laienmissionare von Bahia feiern.

Die ersten zehn Jahre.

Am 5. Februar 1995 fand in der Kirche Nossa Senhora das Candeias, in der Ortschaft Pituaçu, eine grosse Feier statt. Es war die ewige Profess von drei Redemptoristen, die zeitliche Profess von zwei Redemptoristen und zum ersten Mal das öffentliche Versprechen von 22 Laienmissionarinnen und Laienmissionaren, die „vom Geist Gottes geleitet ihr Leben aus Liebe und apostolischem Eifer dem göttlichen Erlöser weihten und versprachen, ein Jahr in der Kongregation vom Heiligsten Erlöser zu leben, indem sie sich einsetzen für die Verkündigung der Frohen Botschaft an die Armen und Verlassenen.“ Für einige geschieht die Erneuerung Versprechens für ein weiteres Jahr zum zehnten Mal, und das wird als grosse Gnade betrachtet. Unser Ausharren ist ein Zeichen dafür, dass die „Flamme in unseren Herzen weiterbrennt“, wie wir im Eingangslied dieses unvergesslichen Tages gesungen haben. Wenn wir auf die vergangenen zehn Jahre zurückblicken, stellen wir manches fest, einige kamen, andere gingen, aber wir schritten immer vorwärts, und wir wissen, wir kommen mit der Zuversicht aus unserem Glauben zusammen zum selben Zweck mit derselben Verpflichtung.

Wir danken dem göttlichen Erlöser, der uns den Weg eröffnet hat, und wir bitten, uns möge die innere Kraft und Gesundheit stets befähigen, seinem Ruf zu folgen und Werkzeuge der Verkündigung zu sein.

Wir danken der Kongregation der Redemptoristen, die so hart für die Ausbildung von Laienmissionaren arbeitet, namentlich jenen persönlich, die sich ganz für unsere Ausbildung hingaben, uns zusammenhielten und sich um unser geistiges Wachsen bemühten, weil sie an die Laien glauben.

Möge die Mutter von der Immerwährenden Hilfe uns beschützen und als unsere Mutter stets über uns wachen

 


Die Region Nigeria
Studentat der Redemptdoristen wird gebaut.
P. Wilfred Chiwetalu, C.Ss.R

Mehr als 15 Jahre war das Studentat der Redemptoristen in Nigeria mitten in der Stadt Ibadan in der Nähe des Priesterseminars St. Peter und Paul und etwa 4 Kilometer vom Institut der Dominikaner entfernt, wo unsere Studenten Philosophie und Theologie studierten. Es bestand aus gemieteten Häusern, die in der Stadt verstreut waren, Gebäude, die fern von einander lagen. So zum Beispiel war die Hauptkapelle 500 Meter von der Wohnung der Studenten entfernt, desgleichen Küche und Bibliothek. Die Studenten legten eine Strecke zurück, wenn sie in die Messe oder zu den Laudes, zur Vesper, zu den Mahlzeiten oder sonst einem gemeinsamen Anlass zusammenkamen.

Das erschwerte das Leben der Studenten und ihrer Betreuer. Aber als wir 60 Mann stark am 11. Dezember 2004 die gemieteten Räumlichkeiten von Bodija verliessen, um in das neugebaute Redeemer House in einer Vorstadt von Ibadan einzuziehen, atmeten wir auf, vor allen die Betreuer.

Das Redeemer House steht im Dorf Kulodi, etwa 16 Kilometer von der Innenstadt von Ibadan entfernt. Kulodi liegt an der Autobahn von Ibadan nach Ife. Wir nennen es: “Ife Road”.

Geschichte der Liegenschaft Ife Road

Im Jahr 1990 begann die Mission von Nigeria unter der Verantwortung der damaligen Provinz Oakland mit Ausbildungsmöglichkeiten in der Diözese Ibadan. Der Bischof wollte, dass die Redemptoristen ein geeignetes Studienhaus bauen. Darum suchte man nach einer Liegenschaft, um einen zweckmässigen Bau zu errichten.

Zuerst war man mit P. William Cleary einig, einen Platz von 10 Acres für Noviziat und Studienhäuser zu kaufen. Aber nach einiger Überlegung ging

P. Cleary auf den Vorschlag seines Beraters P. Gilbert Enderle ein und kaufte im Tropenwald eine Liegenschaft von 52 Acres.>

Man beschloss, die Liegenschaft einzuzäunen, damit die Wilderer und die wandernden Bauern, wie sie in der Gegend von Ibadan häufig vorkommen, nicht eindringen oder gar Besitz beanspruchen. Um den Zugang zu erleichtern baute Bruder Daniel Hall, C.Ss.R eine asphaltierte Strasse, die unseren Betrieb mit der Autobahn Ibadan-Ife verbindet. Seit dem Bau dieser Strasse zog viel Bevölkerung in diese Gegend. Nachbarn begannen hier ihren eigenen Boden zu bebauen.

P Lasso macht feierlich den ersten Spatenstich (1994)

P. Juan Lasso, der damalige Generalobere der Kongregation, besuchte die neu errichtete Regio Nigeria und hatte im Januar 1994 die Ehre, in einer Feier den ersten Spatenstich zu tun. Viele Redemptoristen aus mehreren Ländern Afrikas und der Generalleitung waren dabei. Nach diesem Anlass wurde der Bau des Noviziatshauses in Angriff genommen.

Das Noviziatshaus

Im Jahr 1994 begann eine italienische Firma mit Namen Ponti den Bau des Noviziatshauses und führte ihn glücklich zu Ende. Bruder Dan Hall C.Ss.R. überwachte das Unternehmen von der Grundsteinlegung an bis zur Vollendung. Das Haus erwies sich als Meisterwerk sowohl für das Noviziat als auch für Exerzitien. Die Novizen zogen 1997 unter Leitung des Novizenmeisters P. William Peterson in das neue Haus ein; P. Richard Thiele betreute die Gruppe der Kandidaten. Auch Bruder Dan Hall zog ein. Ihre bisherigen Wohnungen in der Stadt dienten nun den Studenten.

Der Bau des Studentates

Im September 2003 begann man, das neue Redeemer House zu bauen, und zwar aus zwei Gründen: Erstens nahm die Zahl der Studenten ständig zu und die Gebäude eigneten sich immer weniger, um die Studenten, die Bibliothek und die Computers usw. unterzubringen.

Zweitens, erhöhten die Besitzer ständig den Mietpreis und verschlechterten unsere missliche Lage. So beschloss man, ein eigenes Studienhaus zu bauen. Und weil es auf unserem Land an der Ife Road genug Platz ab, wählte man dort den Standort. Es schwebte auch vor, dass das Studienhaus für Exerzitien benützt werden kann, wenn die Studenten in Ferien sind.

Im September 2003 wurde der Bau begonnen und sollte genau ein Jahr später bezugsbereit sein. Aber das gelang nicht. Die Firma Ponti, die das Noviziatshaus gebaut hatte, stiess auf verzögernde Schwierigkeiten. Die Wirtschaftslage wirkte sich nachteilig auf Löhne und Beschaffung von Baumaterial aus. Dazu kam der Regen in der Regenzeit. So konnte Ponti den Zeitplan nicht einhalten, und die Studenten zogen erst am 11. Dezember 2004 statt im September ein.

Die Zukunft

Zur Zeit hat Ponti nur einen Teil vollendet. Das zweite Wohnheim ist noch im Bau. Man hofft, dass Ponti im Jahr 2005 das Begonnene fertig macht. Aber das ist noch nicht alles. Es fehlt noch die Kapelle. Vorläufig benützen die Studenten den Versammlungsraum. Eine Kampagne ist in der Denverprovinz im Gang, um die Vollendung des Campus zu ermöglichen.

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In Spiritu Redemptionis

In Spiritu Redemptionis
Von der Krippe zum Kreuz und darüber hinaus
Sean Wales

Manchmal ist es nicht leicht, Anfang und Ende auseinander zu halten. Was wie ein Ende aussieht, stellt sich als neuer Anfang heraus. Was ein Anfang zu sein scheint, erweist sich als ein Ende. Gegen Ende seines lyrischen Hauptwerkes „Vier Quartette“ schrieb T. S. Eliot:

„Wir werden nicht aufhören zu forschen
Und das Ende all unseres Forschens
Wird sein, dass wir ankommen, wo wir aufbrachen,
Und diesen Ort zum ersten Mal erkennen.“

Ist Weihnachten ein Ende oder ein Anfang? Ist Ostern ein Ende oder ein Anfang?

Für den Christen ist Ostern das nicht zu übersteigende Fest, der Anfang und Sinn von allem. Ostern fließt in alle anderen Feste ein: Weihnachten, Pfingsten, Verklärung des Herrn usw. Ostern gibt allem einen Sinn in der christlichen Welt. Ostern macht alle anderen Feste „österlich“, und ein Blick auf das Osterlicht kann in jeder christlichen Feier erhascht werden.

Weil also Ostern gleichsam die Schablone aller christlichen Wirklichkeit ist, können Aspekte des Ostergeheimnisses in allen christlichen Festen gefunden werden. Daher ist Weihnachten sowohl von Leiden als auch von Herrlichkeit gekennzeichnet. Weihnachten zeigt uns sowohl Armut als auch Reichtum. Weihnachten enthüllt sowohl Traurigkeit als auch Freude.

Abgesehen von den Schmerzen und Ängsten Marias und Josephs erinnert uns die Liturgie der Weihnachtsoktav durch das Fest des ersten Märtyrers Stephanus und das Fest der Unschuldigen Kinder daran, dass Weihnachten nicht nur Lametta und Freude ist: der Preis dieser Geburt bemisst sich nach dem Tod. Dennoch kann nichts den Lobgesang der Engel übertönen: „Ehre sei Gott in der Höhe“ (Lk 2,14).

„Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen“ (2 Kor 8,9). Die faktische Armut des Stalles mag über die Maßen romantisch verklärt sein, aber nichts kann die Selbstentäußerung (kenosis) des Wortes abschwächen oder den grenzenlosen Reichtum Gottes begreifen.

Die Traurigkeit von Weihnachten ist mit den Worten des Prologs des Johannesevangeliums eingefangen: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“ (1,11). Sie wird jedoch gleich im nächsten Vers aufgewogen: „Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden“. Die Weihnachtsfreude besteht in der Freude, das völlig unverdiente Geschenk der göttlichen Liebe zu empfangen.

Freude ist etwas Tieferes als bloßes Vergnügen, etwas Nachhaltigeres als bloßer Zeitvertreib. Sie wurde als das Blühen des Lebens beschrieben, und das Wissen um dieses Blühen. Wenn die Weihnachtsfreude die Feier des Lebens Christi in uns ist, dann ist sie auch die Erfüllung von Christi Versprechen: „... dies rede ich noch in dieser Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben“ (Jo 17,13).

Die Weihnachtsfreude verwandelt: „So seid auch ihr jetzt bekümmert, aber ich werde euch wiedersehen; dann wir euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude“ (Jo 16,22).

Der Genialität (und Inspiration) von Heiligen wie dem hl. Franziskus und dem hl. Alfons war es gegeben, die Weihnachtsfreude so auszudrücken, dass sie die Herzen aller Menschen rührten, insbesondere der Menschen, die von theologischen Erwägungen unbeeinflusst waren. Was der hl. Franziskus mit seinen Krippen bewirkte, das bewirkte der hl. Alfons mit seinen Liedern, Andachten, „feurigen Pfeilen“, Meditationen und Predigten. Niemandem der „Die Menschwerdung: Geburt und Kindheit Jesu Christi“ liest, wird die Wärme und Begeisterung des hl. Alfons ob diesem Mysterium der Liebe entgehen: „(Gott) wollte mit diesem Wunder der Liebe von uns gleichsam gefesselt werden, und gleichzeitig unsere Herzen fesseln, indem er sie zwingt, ihn zu lieben.“

Im Licht von Ostern sind wir zur Erkenntnis gekommen, dass das ganze Leben Jesu Erlösung ist, ja, dass Jesus in seiner Person unsere Erlösung ist. Deshalb sind die freudenreichen Geheimnisse, die wir zu Weihnachten feiern, Geheimnisse der Erlösung: der Erlöser im Schoß der Jungfrau, die Geburt des „Erstgeborenen der ganzen Schöpfung“ (Kol 1,15), die Offenbarung der göttlichen Herrlichkeit im Lobgesang der Engel, die Wirkung des neugeborenen Kindes auf die Hirten, die Begegnung mit den drei Weisen, die Höhen und Tiefen der hl. Familie zu Hause und in Ägypten: das alles ist Erlösung. Der Engel sagte zu den Hirten, dass das neugeborene Kind „der Retter“ sei: schon sein Dasein allein bedeutet Rettung, deswegen beschreibt der Engel die Botschaft als „große Freude, die allem Volke zuteil wird“ (Lk 2,10f).

Die Betonung, die wir Redemptoristen auf Krippe, Kreuz und Altar legen, kann man als Zusammenfassung des einen großen Geheimnisses der Erlösung sehen: Krippe (die Geburt des ewigen eingeborenen Sohnes Gottes in der Zeit), Kreuz (die Geheimnisse von Leiden und Tod Jesu) und Altar (die Gegenwart des verherrlichten Herrn im österlichen Geheimnis). Oft reflektiert unser persönliches Leben diese freudenreichen, schmerzhaften und glorreichen Geheimnisse und unser Dienst spiegelt die strahlenden Geheimnisse des lebendigen Christus wider.

Die Art und Weise, wie wir Redemptoristen uns zu Weihnachten freuen, ist ein großer Indikator dafür, wie wir unsere Berufung zur Erlösung leben. Zu Weihnachten strafen wir Nietzsches Anwurf Lügen, dass die Christen erlöster aussehen müssten. Unsere Tradition ist die Gewähr dafür, dass etwas von jener „großen Freude“ der ersten Weihnacht, einer Freude, die sich in jeder Dimension des Lebens Christi offenbart, unter uns ihren Ausdruck findet.

Was auch immer unsere theologischen Ansichten darüber (oder auch nicht) sein mögen, wir alle bekommen gern Geschenke zu Weihnachten. Und wenn wir keine ausgesprochenen Muffel sind, dann geben wir auch gerne selbst Geschenke zu Weihnachten. Wir empfinden Freude beim Geben und Empfangens. Dieses Ritual des Schenkens und Empfangens zu Weihnachten offenbart die besseren Seiten unseres Ichs.

„Weihnachtsgeschenke“ erinnert uns an das eine große „Weihnachtsgeschenk“: der Erlöser Jesus Christus. In der Weihnachtsliturgie empfangen wir wieder des Vaters Geschenk an uns, und wir machen Jesus zu unserem Geschenk an den Vater. Diese Freude am Empfangen und Geben zu Weihnachten wurzelt in Christi Ostergeburt in die Fülle der Herrlichkeit.

Der hl. Fulgentius von Ruspe schreibt: „Es ist richtig, dass am Tage der Geburt unseres Herrn auch der Tag seiner Auferstehung zur Sprache kommt. Denn genau so wie der eingeborene Sohn Gottes für uns geboren werden wollte, so wollte er auch im Fleisch für uns sterben, und so wollte er auch auferstehen... Empfangen im Schoß der Jungfrau, hat er an unserem Tod teilgenommen, in seiner Auferstehung vom Grab hat er uns an seinem Leben teilnehmen lassen.“

Als Isaac Watts das möglicherweise fröhlichste Weihnachtslied schrieb, das je geschrieben wurde, lehnte er sich an Psalm 98 an, in dem die ganze Schöpfung aufgerufen wird, Gott für seine Anwesenheit und Hilfe zu loben und zu preisen. Es ist unsere Freude, diese Weihnachten in den lauten Jubelschall einzustimmen und das Wunder seiner Liebe zu feiern:

„Freue dich Welt, der Herr ist gekommen:
der Erdkreis empfange den König und Herrn!
Ein jedes Herz schaffe ihm Raum
und Himmel und Erde erklinget!“

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Monatliche Bildergalerie  (nur online)

Bittgänge zum Wunderbaren Christus
Bogotá, Kolumbien
Wallfahrtsort der Redemptoristen in Buga

Alle sieben Jahre geschieht die Feier des Wunderbaren Christus, Señor delos Milagros, eines Bildes vom Gekreuzigten, das aus dem 16. Jahrhundert stammt und in der Wallfahrtskirche von Buga unter der Obhut der Redemptoristen Kolumbiens steht. Wie der Name es besagt, werden unserem Herrn unter diesem Titel viele Wunder zugeschrieben.

Während vier Monaten vor der Feier tragen die Gläubigen Kolumbiens das Bild auf Bittgängen für den Frieden durch das Land, und zwar durch mehr als 300 Städte und Ortschaften. Die Beteiligung der Bevölkerung ist enorm.

Gehen Sie zur Bildergalerie, um die Fotos zu betrachten.

Photo Captions;

1. Schlussfeier zu Ehren des Wunderbaren Christus auf dem Bolivarplatz in Bogotá.
    Links das Haus des Kardinals.

2. Kardinal Pedro Rubiano Sàenz, Erzbischof von Bogotá, leitet die Andacht auf dem Bolivarplatz.
   Im Hintergrund das kolumbianische Kongressgebäude.

3. Der Kardinal verehrt das Gnadenbild des Wunderbaren Christus von Buga.

4. Ansicht vom Gnadenbild mit dem Rathaus von Bogotá im Hintergrund.

5. Das Innere der Redemptoristenkirche Sankt Alfonsus in Bogotá zum Empfang des Gnadenbildes.


Slowakei
Redemptoristinnen
Kloster im Bau

Das neue Kloster der Redemptoristinnen in Kežmarok , Slowakei, ist im Bau. Das Gebäude soll um Ostern herum fertig sein.

Captions:

1. Ansicht der Klosterkapelle

2. Die Schwestern versenken eine Gedenkkapsel in den Grundstein.


Die Region Nigeria
Studentat der Redemptdoristen wird gebaut.

1. Das Refektorium im Bau

2. Der Wohntrakt im Bau

3. Pater Bill Cleary in der Küche

 

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Arbeitsplan P. Generals und seiner Räte

Rom
Aus dem Generalrat
Serafino Fiore

Ein Rückblick auf das vergangene Jahr

Das vergangene Jahr war das erste volle Arbeitsjahr des Generalrates. Was kann ich über die neuen Mitglieder sagen? Wenn man bedenkt, dass P. General und ich die zwei einzigen Mitglieder des alten Generalrates im neuen sind, möchte ich keine Vergleiche mit dem alten Generalrat ziehen. Derartige Vergleiche lassen immer etwas zu wünschen übrig. Jede Person, jede Situation und jede Gruppe ist anders und einzigartig. Ganz gewiss kann ich sagen, dass ich mich über die neuen Mitglieder sehr freue, mit denen ich zusammenlebe und arbeite. Wir haben einige Monate damit verbracht, zu lernen als Team zusammenzuarbeiten und Verschiedenes abzuklären, und das hat sich gelohnt. Es besteht daher die begründete Aussicht, dass wir trotz unserer Grenzen und trotz der Schwierigkeiten, die mit unseren Aufgaben untrennbar verbunden sind, der Kongregation gut dienen werden.

Was ist für mich in einem Bericht über das vergangene Jahr erwähnenswert? In Italien gab es zu Silvester einen Brauch, den man heute noch an manchen Orten finden kann, bei dem alte, nutzlose und ungeliebte Gegenstände, die einem nicht mehr gefielen, zum Fenster hinausgeworfen wurden. Jetzt frage ich mich: wovon soll ich mich trennen, was eifersüchtig hüten, was mit anderen teilen?

Was mich im vergangenen Jahr am meisten schmerzte, war der Tod von relativ jungen Mitbrüdern: P. Igor aus der Lemberger Provinz, den ein Auto in Madrid niederstieß, P. Harry aus Flandern, P. Macrino aus Mexiko und P. Alfonso aus Sao Paulo. Sicher habe ich jetzt einige andere nicht genannt. Ich war erschüttert von den Nachrichten über den Aufruhr in der Elfenbeinküste und von den Berichten über die Wirbelstürme, die die Philippinen und Haiti heimsuchten. Auch hier ist meine Aufzählung unvollständig, aber das hier Genannte mag symbolisch für die bedrückenden Nachrichten stehen, die uns im vergangenen Jahr erreichten.

Die guten Erinnerungen sind mir jedoch ein Trost, insbesondere jene von meiner Visitation im Kongo und in der Provinz Bangalore (Indien). Das waren Gelegenheiten zur Begegnung mit den Mitbrüdern, und in letzterem Fall auch zur Begegnung mit einem Land, das ich nicht kannte, und in das ich mich von Anfang an verliebte. Ich bin Gott auch dankbar für meine Visitation in Belgien-Süd. Eine besonders schöne Erinnerung verbinde ich mit meiner Visitation in Brasilien, wo ich mit P. Athanase am Fest Unserer Lieben Frau von Aparecida am Heiligtum von Aparecida teilnehmen konnte. Da konnte ich bewegende Beispiele des Volksglaubens erleben, der sich auf eine wunderschöne, rührende Art, aber immer mit Ehrfurcht vor dem Geist der Liturgie, ausdrückte. Während der Novene lernte ich eine wichtige Seite der Sendung der Redemptoristen im heutigen Brasilien zu verstehen. Dann war ich im Nordosten und im Norden des Landes und besuchte Recife, Pernambuco, Paraiba, Rio Grande do Norte und schließlich Manaus und Amazonien.

Lassen Sie mich mit einem Bild der Freude und Hoffnung schließen. Zusammen mit P. General nahm ich am Internationalen Jugendtreffen in Bonn teil. Ungefähr 600 junge Menschen verbrachten es in einer glaubensfrohen Atmosphäre. Ost und West trafen in einer spontanen Weise aufeinander, wie es nur der Jugend trotz aller Unterschiede von Sprache und Traditionen eigen ist. Das war ein schönes Erlebnis, für das ich Gott von Herzen danke.

Und nun wieder nach Afrika! In den ersten Monaten des neuen Jahres werde ich nach Burkina Faso, Niger, Kenia und Simbabwe fahren. Es ist auch die Visitation der Kommunität von Sant‘ Alfonso (Rom) vorgesehen. Im Sommer werde ich nach Edmonton-Toronto (Kanada) fahren. Mit Gottes Hilfe werde ich viele Gründe haben, IHM für dieses neue Jahr, das gerade erst begonnen hat, zu danken.


Rom
Aus dem Generalrat
Enrique Lopez

Besondere Erfahrungen und Solidarität

Ich hatte die Gelegenheit, an den Treffen der Oberen der drei Subregionen in der Region Lateinamerika (= 1. alle Provinzen in Brasilien, 2. alle Provinzen nördlich von Brasilien, 3. alle Provinzen südlich von Brasilien) teilnehmen zu können. Ich nahm auch am Sechsten Kongress der Redemptoristen-Brüder von Lateinamerika in Ecuador teil. Diese Treffen waren eine besondere Gelegenheit, persönliche Beziehungen und Verbindungen zu den höheren Oberen von Lateinamerika und vielen Mitbrüdern zu knüpfen. Ohne Zweifel waren es besondere Tage und Stunden, in denen ich an ihrem Leben, ihren Hoffnungen und ihren Herausforderungen teilhaben konnte. Diese Tage und Stunden öffnen und festigen die Wege zur Solidarität.

Für das kommende Jahr ist geplant, dass an jedem Treffen der Subregionen der Vertreter der Region bei der Kommission für die Neustrukturierung und der Generalkonsultor für die Region teilnehmen. Man ist der Meinung, dass ihre Anwesenheit die Zusammenarbeit und die Solidarität in der Region fördern, die Kommunikation und den persönlichen Kontakt verbessern, und zur Motivierung der Einheiten beitragen wird. Dies ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass wir uns als eine internationale missionarische Gemeinschaft verstehen. Auf diese Art können wir die Ziele des Generalkapitels besser verfolgen und die Orientierungen der Generalleitung ausführen. Es bietet uns auch die Gelegenheit, die Ängste, Sorgen, Pläne und Erfolge der Einheiten sowie die Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen, besser kennen zu lernen und die aus ihren Reihen kommenden Ideen und Vorschläge besser zu würdigen.

Es wird sehr wichtig sein, die Kontinuität bei der Durchführung der Ziele und Projekte, die im letzten Triennium für die Subregionen begonnen wurden, aufrecht zu erhalten, obwohl es auf Grund des Oberenwechsels 2005 neuen Obere geben wird. In der Zukunft muss auf größeren Gebieten zusammengearbeitet werden. Dies scheint mir eine wichtige Forderung zu sein und könnte auch als mögliches Modell für die Neustrukturierung dienen, das die Zusammenarbeit zwischen den Provinzen bei gemeinsamen Projekten verstärkt. Eine direktere und beständigere Kommunikation wird auch eine größere Gesinnung der Partnerschaft, Zusammenarbeit, Integration und Gemeinschaft sicherstellen.

Bei diesen Visitationen haben mich viele Dinge tief beeindruckt, vor allem aber die außerordentlich herzliche Aufnahme durch die Mitbrüder. Wir fühlten uns immer wie zu Hause, wie unter Brüdern, wie in einer Familie. Die Mitbrüder zeigten großes Interesse am Leben und Arbeiten der Redemptoristen in anderen Teilen der Welt, an ihren Schwierigkeiten und Erfolgen.

Besonders interessierten sie sich für das Thema der Neustrukturierung: „Was ist das?“ „Wozu?“ „Und wie soll sie geschehen?“ Einige hatten Bedenken. Andere schwelgten in Träumen. Die große Mehrheit war offen und zur Zusammenarbeit bereit. Sie wollen unbedingt zusammenarbeiten. Viele wollen mehr Richtlinien von der Generalleitung. Aber nicht alle. Die einen sind der Meinung, dass die Neustrukturierung mit der Ausbildung beginnen sollte, während andere wieder glauben, dass es weniger Bürokratie in der Kongregation geben müsse.

Es besteht großes Interesse am Thema Spiritualität und am Thema des Sexenniums. Manche haben gesagt, dass „Unser Leben geben“ nichts Neues ist, da es unsere Verpflichtung seit der Zeitlichen Profess ist. Es herrscht Sorge über die Zukunft der Brüderberufe. Wie können wir für diese Berufung deutlicher und begeisterter werben? Wie können wir Patres und Brüder zu gemeinsamen Arbeitern in unsere Sendung formen? Wie können wir fruchtbare missionarische Beziehungen zwischen Patres, Brüdern und Laien-Redemptoristen herstellen?

Mit der örtlichen Kirche wird intensiv mitgelebt und viel zusammengearbeitet. Für viele ist das ein deutliches Zeichen von Engagement und „Inkulturation“. Für manche hingegen gilt das Engagement in der Diözese als eine zu leichte Form des Apostolats, die nur zu einer ziemlich bourgeoisen missionarischen Gesinnung führt. Andere schließlich halten dieses Engagement in der Diözese für den Ausdruck einer tätigen missionarischen Hingabe.

Die Hingabe an das Apostolat ist groß. Tatsächlich wird die missionarische Arbeit für manche beinahe zu einer Besessenheit. Manche bezeichnen dies als „viel unreflektiertes Arbeiten und viel richtungsloses Herumgerenne“. Als Ergebnis davon bleibt keine Zeit für entsprechende Überlegungen in der Gemeinschaft. Es gibt zu wenig Planung, zu wenig Teamwork und zu wenig Nacharbeit in der Gemeinschaft – das ist eine Herausforderung. Natürlich kann man die apostolische Liebe und Hingabe an die apostolische Arbeit, welche die Mehrheit der Mitbrüder auszeichnet, nicht in Abrede stellen.

Wenn über die Herausforderungen der Evangelisierung diskutiert wird, beteiligen sich alle mit großem Engagement. Die Sendung der Redemptoristen in der heutigen Welt facht viele Diskussionen an. „Welche Sendung haben die Redemptoristen heute?“ „Was heißt Erlösung in Fülle bezogen auf unsere heutige Gesellschaft?“ „Wie verkündet man die Frohe Botschaft den total Verarmten, den systematisch Verfolgten und Ausgegrenzten?“ Wie soll die Frohe Botschaft denen verkündet werden, die völlig säkularisiert sind und der Religion vollkommen gleichgültig gegenüberstehen?“ Von diesen Fragen fühlen sich alle herausgefordert und aktiviert. Jeder kann eigene Erfahrungen einbringen, Überlegungen anbieten und Arbeitsfelder nennen, die nach einem größeren Engagement verlangen.

Im Allgemeinen sehen die Mitbrüder mit Hoffnung in die Zukunft, doch auch mit einer gewissen Angst. Unsere Geschichte ist uns ein Ansporn, obwohl wir oft auch die Opfer unserer Vergangenheit sind. Manche Mitbrüder haben das Gefühl, nicht gebraucht zu werden. Wir fühlen uns bedroht, denn der „Schrei nach Erlösung“ ist sehr laut. Sehr viele sind der Ansicht, dass die Sendung der Redemptoristen nicht ausschließlich eine Sache von Priestern ist. Die Zukunft fordert eine andere Gesinnung, neue Arbeitsformen und einen neuen persönlichen sowie gemeinsamen Lebensstil. Wir müssen für alles Neue offen bleiben.


Rome
Sich erweiternde Horizonte
Raymond Douziech

In der Predigt heute morgen hieß es, dass die Redemptoristen Menschen in Erwartung sind, die sich stetig auf immer weiter werdende Horizonte zu bewegen. Für mich ist das ein geglücktes Bild des Prozesses, in den wir uns als Generalrat in den vergangenen sechs Monaten befunden haben. Die Sitzung im Juni begann mit einem Blick auf die Neustrukturierung, P. General sandte einen Brief über dieses Thema aus, und die ersten Communicanda bezeichneten es mit eindrucksvollen Worten als dynamische Folge unserer Spiritualität. Kurz gesagt, die vergangenen sechs Monate waren eine gemeinsame Suche nach einem tieferen Verständnis der Bedeutung von Neustrukturierung, ein gemeinsames Nachdenken darüber, ein gemeinsames Beten und ein gemeinsames Ringen darum. Die Neustrukturierung ist kein neuer Begriff in der Kongregation, aber sie wurde meiner Meinung nach zum Schlüsselbegriff unserer letzten sechs Monate und wird die nächsten sechs Monate und länger prägen.

Der Generalrat hat gerade die erste gemeinsame Sitzung mit der Kommission für die Neustrukturierung abgehalten. Ich bin dankbar für die Erkenntnisse, die uns ein Mitglied der Kommission, Larry Kaufmann gegeben hat, als er über die Vorstellungen des hl. Alfons als wesentlicher Grundlage der Neustrukturierung sprach. Der hl. Alfons hatte da eine ganz neue Idee, die ihn zu den Schafhirten von Scala gehen ließ. Dadurch brachte er die Kirche zu den am meisten Verlassenen. Er schuf Strukturen, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientierten. Er verlangte nicht von ihnen, dass sie die für Neapel geschaffenen Strukuren übernahmen. Daraus kann man schließen, dass die Treue zu unserem Charisma „das direkte Zugehen auf Menschen, die von der Kirche verlassen und ausgegrenzt sind“, bedeutet.

Manchmal geraten wir in hitzige Debatten darüber, wer denn nun die Armen und am meisten Verlassenen sind. Vor Gott aber sind wir alle Arme und Verlassene, weil wir alle Sünder sind und der Erlösung in Fülle bedürfen. Ich glaube, dass die Erkenntnis des hl. Alfons uns zu dieser weiter gehenden Überlegung bringt. Mit dieser Erkenntnis ging der hl. Klemens zu den Intellektuellen und Adeligen seiner Zeit, um den Samen der Umkehr auszusäen und von einem Evangelium der Hoffnung zu sprechen.

Diese Erkenntnis des hl. Klemens und des hl. Alfons scheint in den Bemühungen vieler Mitbrüder in der ganzen Kongregation weiterzuleben. Ich denke da besonders an unsere wachsenden Bemühungen in Nordamerika, unter den Einwanderern und Wanderarbeitern, unter den Einwohnern der Innenstädte und unter den Pilgern an unseren Heiligtümern präsent zu sein. In Kanada hielten wir im Oktober eine dreitägige Tagung ab, um die Zusammenarbeit über die Grenzen der beiden Hauptsprachen und der beiden Kirchenriten hinweg zu verstärken. Tief beeindruckt war ich von unserer Arbeit in der Innenstadt von Saskatoon als einem missionarischen Zentrum, von der Arbeit unserer Mitbrüder mit byzantinischem Ritus unter den Ureinwohnern im Welcome Home in Winnipeg, und von der Arbeit beim Vielvölkergemisch der Pilger an unserem Heiligtum St. Anne de Beaupré.

Die Neustrukturierung war auch in Glenview, Illinois, bei einem anderen Treffen im Oktober ein Thema. Die Provinziale aus allen nordamerikanischen Einheiten besprachen die Zusammenarbeit in der Ausbildung, nicht nur was das Noviziat, sondern auch was die theologische Ausbildung betrifft. Es herrschte der ausgesprochene Wunsch nach größerer Zusammenarbeit nicht nur bei der Ausbildung, den Sekretariaten für die Laien und die Spiritualität, sondern auch bei unserem gemeinsamen Geschichtsprojekt.

Ähnliches hörte man in Davao auf den Philippinen, wo ich im letzten November an einer Tagung von Ausbildern und Provinzialen aus der Region Ozeanien teilnahm. Auch hier wurde die Zusammenarbeit bei der Ausbildung besprochen. Noviziat und Theologie sind schon Gemeinschaftsunternehmen, aber es herrschte das ausgesprochene Verlangen nach einer noch größeren Zusammenarbeit.

Im kommenden halben Jahr wird der Generalrat eine offizielle Visitation unserer Region Afrika durchführen. Ich werde Madagaskar, Matadi (Zaire), Angola und Südafrika visitieren. Ich weiß, dass eines der Hauptthemen die Neustrukturierung und die Zusammenarbeit unter unseren afrikanischen Einheiten sein wird. In Afrika werden die kreativen Vorstellungen des hl. Alfons und des hl. Klemens auf andere Weise herrschen müssen als in den oben genannten Einheiten, damit die gute Nachricht vom Erbarmen Gottes in diesen Teil der Welt gebracht werde. Möge mein Verständnis von Neustrukturierung von diesem sich weitenden Horizont noch mehr erweitert werden!


Rom
Generalat
Juventius Andrade, C.Ss.R.

Internationale Gemeinschaft erleben.

„Rome Sweet Home – a Journey to Catholicisme“ ist ein Buch das von Scott und Kimberley Hahn geschrieben wurde. Die beiden schildern darin ihren Weg zum katholischen Glauben. Könnte mein Aufenthaltsort, allerdings nicht im theologischen Sinn, auch so genannt werden? Nach meiner Wahl zum Generalkonsultor lebe ich nun in einer internationalen Gemeinschaft im Generalat. Das kann man mein „Daheim“ nennen. Das bedeutet für mich eine geistige Umstellung!

Wie „süss“ ist nun Rom? Die hiesigen Bewohner empfinden das auf verschiedene Weise. Rom kann Süsses und Bitteres bieten. In Rom zu wohnen (wie viele Monate im Jahr, bleibt dahingestellt) heisst also einen Sitz im Generalat zu haben, um in Verbindung mit den verschiedenen Einheiten zu sein. Wo wir auch hinfahren, immer kommen wir nach Rom zurück nach unseren Visitationen in den Provinzen der Kongregation.

In Rom zu leben heisst auch in einer internationalen Gemeinschaft leben. Im Generalat geniessen wir den Reichtum von Mitbrüdern aus verschiedenen Ländern, Kulturen und Sprachen. Der Gedanke von internationalen Gemeinschaften wurde am Generalkapitel ausgesprochen und könnte zu einem Modewort werden in der Kongregation beim Blick auf die heutigen Völkerwanderungen und die Bedürfnisse, die sich daraus ergeben. Die Parallele ist nicht vollkommen, aber im Generalat ist uns klar, dass wir in eine internationale Missionsgemeinschaft eingebunden sind.

Ich stamme aus der Provinz Bangalore, Indien, wo meine Mitbrüder mit wenigstens zehn Sprachen zu tun haben. Darum bin ich vorbereitet, um in multikulturellen und vielsprachigen Verhältnissen zu leben. In Rom ist der internationale Beigeschmack hinzugekommen, und das Wort „Bruder“ ist über die Landesgrenzen hinweg zur konkreten Wirklichkeit geworden.

Indem ich selber Einheiten der Kongregation visitierte und Berichte über weitere Provinzen zur Kenntnis nahm, fiel mir auf, dass der erneuerte Trend zu internationalen Kommunitäten eigentlich kein neues Konzept ist. Solches geschah, wenn Mutterprovinzen neue Einheiten ins Leben riefen und unterhielten und dort neue Berufungen weckten. Das trifft auch zu, wenn heute Provinzen andere Einheiten unterstützen und mit ihren Mitteln effektiv Neues ermöglichen.

In der ersten Hälfte von 2004 stellte ich mich um für meine neue Situation als Redemptorist. In der zweiten Hälfte war ich viel auf Reisen und entdeckte die Mitbrüder am Sitz ihres Lebens. Ich musste fünf Monate auf eine Aufenthaltsbewilligung in Italien warten, und erst danach war das Reisen möglich. Am 4. August 2004 durfte ich anwesend sein bei der Bischofsweihe unseres früheren Generalkonsultors Emmanuel Cabajar. Seine Talente sind in seiner Diözese auf den Philippinen geschätzt. Seine künstlerische und musikalische Begabung kam in der Liturgie und in den Symbolen des Tages zum Ausdruck. Dabei hatte ich Gelegenheit, die Mitbrüder der Provinz Cebu zu treffen. Mein Zwischenhalt in Singapur erlaubte mir, die Gastfreundschaft der Mitbrüder in den verschiedenen Kommunitäten von Singapur zu geniessen. Ein Mitbruder aus der Vizeprovinz Ipoh ist Mitglied der Gemeinschaft Dalat, Malaisia, mit zwei andern aus den Provinzen Cebu und Indonesien.

Dieses Sexennium sieht unsere kanonischen Visitationen nach Zonen und Regionen vor. Unsere Visitation im Oktober im Norden und Nordosten Brasiliens erlaubte uns, Mitbrüder zu sehen, die über die Landesgrenzen hinweg zusammenarbeiteten. In der Vizeprovinz Fortaleza war ich beeindruckt vom Eifer und Einsatz zugunsten der Armen. Die bevorstehenden Besuche in Afrika im ersten Semester dieses Jahres betreffen ebenfalls das Zusammenwirken mehrerer Nationalitäten und Einheiten der Kongregation in Afrika. Die Notwendigkeit und die Form internationaler Kommunitäten werden ein Anliegen der Kommission für Neustrukturierung im Licht unseres Sendungsauftrages sein.

Globalisierung bringt Herausforderungen und Spannungen aber auch neue Möglichkeiten mit sich. Die Gegenwart fordert eine Art internationaler Präsenz in einer Situation, wo die Mission C.Ss.R die Armen, Vergessenen und Verlassenen erreicht. Die Realität der Menschwerdung kommt gewissermassen zum Ausdruck in der Inkulturation. Wird die Dringlichkeit internationaler Kommunitäten von Mitbrüdern verlangen, dass sie eine Heimat finden fern von der Heimat? Wir haben uns ja durch die Profess nicht für eine Provinz entschieden sondern für die Kongregation. Was uns zusammenhält ist nicht eine Monokultur oder sonst ein Monoethos, sondern der Sendungsauftrag, der unser Charisma konkret entfaltet. Mein Aufenthalt in Rom lässt mich an das denken.


Rom
Generalat
Athanase Nsiamina, C.Ss.R.

„Konsultor“ bedeutet für mich auf Mission sein und das Leben geben für Jesus und die Kongregation.

Am 2. Oktober 2003 nach einer Wahlversammlung des Generalkapitels nahm ich meine Aufgabe als Generalkonsultor an. Es war mir sofort klar, dass sie in einem Verband von 5,489 Mitgliedern aus 77 Ländern nicht leicht sein wird. Ich hatte meinen Weg zu finden in einem neuen Kraftfeld, bevor ich meine Rolle und Verpflichtung nach Stat. 0124 wahrnehme.

Die Antrittsexerzitien im Dezember 2003 waren der Start auf diesem Weg. Unsere Aufgabe ist in einer Gruppe zu erfüllen. Wir sind eine Gruppe von Generalräten aus den vier Himmelsrichtungen mit demselben Ideal und demselben Auftrag. Auf Grund von Erfahrungen sollen wir die Zukunft ins Auge fassen. Wir müssen voraussehen und so gut als möglich auf die Bedürfnisse der Kongregation eingehen. In diesem Sinn wurde das Jahresprogramm für 2004 entworfen mit den Besuchen in (V)Provinzen und der Teilnahme an Provinzkapiteln, Antworten auf Gesuche, die die Anwesenheit vom P. General oder Generalräten fordern, und der Teilnahme an wichtigen Anlässen in Freud und Sorge der Mitbrüder.

Die Ausführung begann im Februar mit der Feier des Jubiläums 50 Jahre Redemptoristen in Angola/Luanda und Beratungen über dortige Finanzierungsprojekte. Es folgten die Visitationen in Lyon-Paris im April und Mai und die Visitation der Vizeprovinz Recife im Oktober 2004. All diese Besuche halfen uns, konkret unser Charisma und unsere Sendung aus verschiedenen Blickwinkeln zu erleben. Wir konnten den apostolischen Eifer, die Freude, den Glauben, die Hoffnung und besonders die Beharrlichkeit der Mitbrüder bewundern. Nichts kann sie aufhalten! Weder Krieg, noch Armut, Krankheit, Alter, Schwierigkeiten oder Mangel an neuen Berufen. Alles wird angenommen in Glauben und Hoffnung, wovon sie wunderbar Zeugnis geben.

Index

Berichte aus der Kurie, den Sekretariaten, Instituten und Komitees

Rome
P. Joseph P. Dorcey C.Ss.R.
Generalsekretär

Es ist nun schon ein Jahr her, dass der neugewählte Generalrat mich berief, der Kongregation als Generalsekretär zu dienen, eine Aufgabe, die ich nicht anstrebte, aber auch nicht ablehnte, weil ich meine, dass es der Ruf Gottes war, der Sendung der Kongregation auf der internationalen Ebene zu dienen.

Es war ein sehr arbeitsreiches Jahr. Neben dem Bemühen, die tägliche Bewältigung der großen Fülle der „einlangenden“ Amtspost in den Griff zu bekommen, bestand meine Tätigkeit darin, vier wichtige Dokumente herauszubringen: die ersten Communicanda des Sexenniums „ Berufen, unser Leben zu geben für die Erlösung in Fülle“ in sieben Sprachen, die Acta Integra des XXIII. Generalkapitels (hier danke ich besonders P. Emilio Lage für seine aufopferungsvolle Hilfe), die Analecta 2002-2003 (hier danke ich besonders P. Michael Kratz, der eigentlich die meiste Arbeit tat) und die Inscriptiones C.Ss.R. (hier wiederum danke ich besonders allen höheren Oberen, die die Daten lieferten, und P. John Vargas, der beim Ausbau der Datenbank behilflich war).

Ich habe mich bemüht, die Kommunikation zwischen der Generalleitung und den einzelnen Einheiten der Kongregation zu erleichtern. Für jeden höheren Oberen wurde bei Catholic Online ein E-Mail-Konto eingerichtet. Allerdings konnte bis heute nur ungefähr die Hälfte von ihnen dieses Konto auf ihren Computern einrichten. Ich konnte dem Provinzial der römischen Provinz, P. Danilo Bissacco helfen, sein Konto erfolgreich einzurichten. Mit diesem Erfolg im Rücken fühlte ich mich stark genug, P. General um die Erlaubnis zu bitten, auf der Welt herumkutschieren zu dürfen, um auch anderen höheren Oberen zu helfen, dieses Konto einzurichten. Und er sagte tatsächlich ja! Aber ich glaube, es war nicht ernst gemeint. P. O Keeffe würde all die Flugtickets wahrscheinlich auch gar nicht bezahlen! Außerdem habe ich mehr als genug Arbeit hier in Rom, ich könnte ja sowieso nicht wegfahren!

In unserem Aufgabenbereich sind P. Joseph Wimmer, der Vize-Generalsekretär und ich schwer damit beschäftigt, die Briefe zu beantworten und all die einlangende Amtspost zu bearbeiten, von der das meiste an Bruder Placido weitergeleitet wird, der all die statistischen Informationen verwaltet. Wir kümmern uns auch darum, dass die relevanten Schriften unter den Mitgliedern des Generalrats zirkulieren, so dass sie gut informiert in die Beratungen gehen können. Nach den Beratungen verfassen wir alle Reskripte, Dekrete usw. und schicken sie hinaus. P. Vargas hilft uns auch bei der Entwicklung eines neuen Systems für die Archivierung der Amtsschriften. Dieses neue System verwendet eine verbesserte Software und ist mit dem System kompatibel, das zurzeit im Generalarchiv benützt wird. Es wird einige Zeit kosten, das neue Programm zu lernen und alle Daten ins neue System zu übertragen, aber es wird eine Verbesserung sein.

Ich zeichne auch die Maßnahmen und Entscheidungen des Generalrates bei seinen vierteljährlichen außerordentlichen Sitzungen auf. Das ist ein bisschen mühsam, da mein Italienisch nicht sehr gut ist. Wie dem auch sei, der Generalvikar P. Serafino Fiore ist dann so freundlich, es in ein passables Italienisch aufzupolieren.

Ferner helfe ich P. Ziuraitis, dem Direktor der Öffentlichkeitsarbeit, weiterhin bei der Betreuung der offiziellen Website der Kongregation (http://www.cssr.com)/. In allerletzter Zeit habe ich damit begonnen, die Ratio Formationis C.Ss.R. ins Netz zu stellen, wobei dieses Dokument auch im Word- und PDF-Format heruntergeladen werden kann. Es ist bereits auf Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Französisch im Netz, und bald wird es auch auf Italienisch und Deutsch sein. Dasselbe gilt auch von Polnisch, sobald wir eine Übersetzung haben. Ich hoffe, auch das Directorium Superiorum auf dieselbe Art zur Verfügung stellen zu können. Ich bin der Überzeugung, dass diese beiden Dokumente in sieben Sprachen wichtig sind, und vielen Mitbrüdern auf der Welt eine Hilfe sein werden. Wie die Kongregation bedarf auch die Website einiger Neustrukturierung. Wir hoffen, dies im Jahre 2005 durchführen zu können, damit ein schnellerer Zugang zu wichtigen Informationen leichter geschehen kann.

Es ist mir gelungen, diesen etwas bürokratischen Tätigkeiten doch auch einen spirituellen Aspekt abzugewinnen. Ich stelle mit oft die Freude aber auch das Leid der Leute vor, deren Namen über meinen Schreibtisch wandern, ob es sich nun um eine Profess, eine Priesterweihe, ein Jubiläum, einen Todesfall, eine Beurlaubung, die Säkularisierung, die Exklaustration oder Laisierung handelt. Bei diesen Schreibarbeiten richte ich meine Gedanken oft auf Gott und bete für den Menschen, dessen Name über meinen Schreibtisch geht. Ich hoffe, dass meine Gebete erhört werden, und die betreffenden Mitbrüder Segen erfahren und selbst für viele andere zu einem Segen werden.

P. Rafael Prada, ein Mitbruder aus Kolumbien und Professor an der Accedemia Alfonsiana, sagt in seinem unnachahmlichen Englisch immer zu mir: „Da kommt die graue Eminenz!“ (Englische Redewendung „Here comes the power behind the throne“ = wörtl. „Macht hinter dem Thron“: Anm. d. Übers.). Ich muss immer lachen und antworte in meinem gleichermaßen unnachahmlichen Spanisch, indem ich das Wort „poder“ für „power“ (Macht) verwende, das auch „können“ bedeuten kann. Ich sage, ich bin Gott einfach dankbar dafür, dass ich arbeiten kann (die Macht, das Vermögen dazu habe), und einen Beitrag zur Sendung der Redemptoristen in der Welt von heute leisten kann.


Kommission für die Neustrukturierung in der Kongregation
Bericht über das erste Treffen

Dienstag, 14. Dezember 2004

Liebe Mitbrüder!

Gemäß den Richtlinien des XXIII. Generalkapitels ernannte der Generalrat die Mitglieder der Kommission für die Neustrukturierung, die vom 10.-14. Dezember 2004 in Rom ihr erstes Treffen abhielt. Es gab gemeinsame Sitzungen mit dem Generalrat sowie auch eigene.

Die Kommission wählte P. Lasso de la Vega y Miranda zum Sekretär. Die anderen Mitglieder der Kommission sind Cornelius Casey (Dublin), Guy Pilote (Sainte-Anne de Beaupré), José Ulysses da Silva (São Paulo), Brendan Kelly (Cebu) und Lawrence Kaufmann (Südafrika).

Von allem Anfang an war klar, dass ein gewisses Maß an Neustrukturierung einfach notwendig ist, um die apostostolische Durchschlagskraft und Wirkung der Kongregation in einer sich rasch ändernden Welt menschlicher Gegebenheiten zu erhalten.

Zu Beginn standen einige Projekte, die bereits laufen, im Mittelpunkt unserer Besprechungen.

·In einigen Fällen haben mehrere Einheiten in einer Region oder Subregion bereits begonnen, sich gemeinsam zu organisieren. Ein gutes Beispiel dafür ist die „Union der Redemptoristen in Brasilien“ (URB). Die URB hat keine formellen Statuten, wählt aber einen Vorsitzenden auf drei Jahre und versorgt ihn mit einem Reisebudget. Das gemeinsame Hauptinteresse liegt auf der Ausbildung. Sie hat auch ein Sekretariat für Spiritualität und ist an der gemeinsamen Planung von Gemeindemissionen beteiligt. Es gibt jährlich zwei Treffen. Die URB half der Vizeprovinz Recife wieder auf die Beine und schließlich unter die Fittiche von Sao Paulo zu kommen. Zurzeit helfen Mitbrüder aus drei Einheiten in der URB in Surinam und Manaus. Es gibt in Brasilien vier Noviziate, alle offen für einander, mit einer Besetzung von nicht weniger als jeweils sechs Novizen in einem Noviziat.

An diesem Beispiel ist gut zu erkennen, was in unserer Zukunftsvision von Neustrukturierung von besonderer Wichtigkeit ist, nämlich, dass die Erfüllung einer Bitte um Unterstützung an bestimmte Bedingungen geknüpft ist. Es geht nie um die Frage, bestehende pastorale Tätigkeiten abzusichern, sondern es geht um die Verpflichtung zur Sendung der Kongregation als Ganzes, einschließlich der Ausbildung und der Gemeindemissionen.

Andere Einheiten haben andere Wege bei der Neustrukturierung beschritten. Manche von ihnen, deren Mitgliederzahl bedrohlich im Schwinden war, baten Mitbrüder aus anderen Einheiten, ihnen zu helfen, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Die Geschichte zeigt, dass es zu unterschiedlichen Ergebnissen kam. In vielen Fällen gab es keinen Aufschwung.

·        In mehreren Fällen schlossen sich zwei oder mehr Provinzen zu einer neuen zusammen.

·        Es gibt noch andere Projekte der Neustrukturierung und Reorganisation verschiedenster Art.

Diese ersten Erörterungen ergaben klar, dass wir noch einige Zeit benötigen, um  die verschiedenen vorhandenen Ansätze zur Neustrukturierung zu überdenken, bevor wir Vorschläge ausarbeiten.

Demgemäß haben wir folgenden Aktionsplan vereinbart, wobei wir auf der regionalen Ebene beginnen:

Aktionsplan (Phase 1) 2004 – 2006

1.      Jänner bis Juli 2005

Die Kommission wird mit Hilfe der Generalkonsultoren Informationen über die verschiedenen laufenden Projekte und/oder Experimente der Neustrukturierung in den verschiedenen Regionen der Kongregation sammeln und sichten.

Ebenso wird die Kommission Informationen über das Funktionieren der gegenwärtigen sechs Regionen der Kongregation auf der Welt sammeln. Dabei wird sie danach trachten, allem Rechnung zu tragen, was der apostolischen Vitalität im Verhältnis zur Sendung, der Ausbildung, den Finanzen und der Leitung in jeder Region dient oder nicht dient. Das schließt auch eine Überprüfung der Zusammensetzung jeder Region im Hinblick auf ihre apostolische Durchschlagskraft ein.

Diese Überprüfung wird in der Verantwortung des jeweiligen Vertreters der Region in Zusammenarbeit mit dem Generalkonsultor und dem Koordinator für die betreffende Region bzw. Subregion liegen.

2.      Die Kommission trifft sich wieder Ende August 2005

Bei dieser Sitzung wird die Kommission die durchgeführten Überprüfungen besprechen und festzustellen versuchen, welche Projekte sich als erfolgreicher als andere erwiesen haben. Diese Besprechung wird danach trachten, Kriterien für Vorschläge zu weiteren Schritten der Neustrukturierung zu erarbeiten.

Diese Vorschläge werden der Kongregation in einem Dokument vorgelegt werden, in dem (a) ein Zukunftsbild vorgestellt wird, wo wir in fünf Jahren sowohl auf allgemeiner als auch regionaler Ebene stehen wollen, und (b) verschiedene Strategien entworfen werden, wie diese Vision verwirklicht werden kann.

3.      Diskussion auf regionaler Ebene

Die Vorschläge werden allen Regionen zur gründlichen Prüfung und Besprechung zugehen.

Die Regionen werden ersucht werden, ihre Stellungnahmen bis Ende 2005 an die Kommission zurückzusenden.

4.      Dezember 2005: Gemeinsame Sitzung von Kommission und Generalrat

In einer gemeinsamen Sitzung von Kommission und Generalrat im Dezember 2005 werden konkrete Vorschläge für Maßnahmen zur Vorlage bei den Sitzungen 2006 erarbeitet werden.

5.      Phase II: Sitzungen von der Mitte des Sexenniums bis zu Generalkapitel 2009

Die nächste Phase, Phase II, wird von den Sitzungen Mitte des Sexenniums bis zum Generalkapitel 2009 dauern. Voraussichtlich wird sich in dieser Phase die Kommission mit der Neustrukturierung der Kongregation aus globaler Perspektive genauer beschäftigen.

Wir sind uns der Bedeutung der mit dieser mühevollen Aufgabe verbundenen einzelnen Schritte bewusst, und so bitten wir Sie um Ihre Mitarbeit und Ihr begleitendes Gebet.
Juan Manuel Lasso de la Vega y Miranda
Cornelius Casey
José Ulysses da Silva
Brendan Kelly
Lawrence Kaufmann


Rom
Das Generalsekretariat für Missionspartnerschaft

Protokoll vom Oktober 2004

Mitglieder des Generalsekretariates für Missionspartnerschaft sind P. Raymond Douziech, Präsident und Generalkonsultor; Herr Geraldino Loyola, Laienmissionar aus der Vizeprovinz Manila als Vertreter von Asien; Frau Ageeth Potma, Mitglied von Scala in der Provinz Amsterdam als Vertreterin von Euopa Nord; P. Michael Kelleher aus Provinz Dublin, ebenfalls Vertreter von Europa Nord und dazu von Europa Süd; P. Gerard McCabe aus der Provinz Südafrika, Vertreter von Afrika; Josef Grzywacz aus der Vizeprovinz Bahia, Vertreter von Lateinamerika mit besonderer Aufmerksamkeit für Osteuropa und P. David Louch aus der Provinz Edmonton-Toronto, Verter von Nordamerika.

Es sind bereits mehrere Wörter im Gebrauch, wenn man von jenen spricht, die in der Mission mit den Redemptoristen zusammenarbeiten. Aber aus mehreren Gründen klingen Wörter wie „Zusammenarbeit“ oder „Laien“ in einigen Kulturen eher abschätzend. Darum haben wir uns auf den Namen Sekretariat für Missionspartnerschaft geeinigt.

Unsere Tagung begann in der Kapelle der Kurie mit einem Gebet um den Beistand des Heiligen Geistes für unser gemeinsames Vorhaben in den nächsten Tagen und im Lauf des Sexenniums. Darauf hiess P.Douziech jedes Mitglied willkommen und bat es, sich vorzustellen. Dann hörten wir von jedem einen Rapport über das Geschehen in seiner Region. Zum Abschluss des ersten Vormittags feierten wir Eucharistie mit P. Tobin.

In der Sitzung vom Nachmittag versuchten wir, Konsequenzen aus den Leistungen des vergangenen Sekretariates zu ziehen, und entschlossen uns zu neuen Zielsetzungen für das laufende Sexennium.

Am Mittwoch und Donnerstag legten wir die Ziele und Vorhaben für unser Sekretariat in diesem Sexennium fest. Wir schrieben auch unsere Definition für das Direktorium der Generalleitung, wo jedes Sekretariat mit seinen Mitgliedern, Zielen und Vorhaben festgehalten wird.

In einer Sitzung mit Brainstorming über Ziele und Vorhaben ergaben sich 32 Vorschläge.

Im nächsten Schritt sollte sich all das zu Aktionsplänen kristallisieren. So gelangten wir zu drei Zielsetzungen: ein Ziel mit Vorhaben in jedem der drei Bereiche. Wir legten auch besondere Aufgaben fest, die uns zu den Zielen führen.

1. Bildung
Ziel: Ein tieferes Verständnis für Partnerschaft zwischen CSSR und Laien gewinnen und diese Vision in der ganzen Kongregation verbreiten.

2. Kommunikation
Ziel: Unter den Einheiten der Kongregation die Kommunikation und den Gedankenaustausch in Bezug auf Partnerschaft von Laien und CSSR fördern.

3. Vollziehung
Ziel: Uns für neue gemeinsame missionarische Unternehmungen in Partnerschaft von Redemptoristen und Laien einsetzen.

Wir machten uns auch Gedanken über unsere Mitgliedschaft im Sekretariat. Schliesslich wurden wir uns nach langem Diskutieren einig in diesem Sinn:

Die Mitglieder des Sekretariates haben ihren Auftrag von der Generalleitung im Einvernehmen mit den (V)Provinzialen und nach Vorschlag des Sekretariatspräsidiums.

Die Mitgliedschaft hat zum Zweck, jene zu vertreten, die in den sechs Regionen der Kongregation in Partnerschaft mit Laien arbeiten. Englisch ist die Sprache des Sekretariates; jedes Mitglied muss es einigermassen beherrschen.

Das gegenwärtige Sekretariat besteht aus einem Mann und einer Frau aus dem Laienstand, sowie aus Priestern, die partnerschaftlich in der Mission der Redemptoristen engagiert sind. Wir hoffen, dass künftig die Vertretung von Männern und Frauen aus dem Laienstand und von Redemptoristen besser ausgewogen ist. Es wurde vorgeschlagen, dass in jeder Region ein Laienhelfer oder eine Laienhelferin und ein Redempto