S C A L A

 

Unser Leben geben für die Erlösung in Fülle

 

 Info-Service der Redemptoristen                                                 Nummer 2

Dezember 9, 2004

Aus der Redaktion

Vielen Dank für die begeisterte Aufnahme, die unsere erste Ausgabe von SCALA bei Ihnen gefunden hat! Wir sind weiterhin bemüht, uns genau zu überlegen, was wir bringen, wie wir es bringen, und wie häufig wir Sie mit den Neuesten versorgen können. Bitte empfehlen Sie SCALA an Mitbrüder weiter, die ihn vielleicht noch nicht abonniert haben. Machen Sie sie zwecks Bestellung auf   http://www.cssr.com/deutschmembers/scala  aufmerksam.

Unser Leben geben für die Erlösung in Fülle ist beileibe kein Schlagwort. Die Redemptoristen, die in dieser Ausgabe von SCALA vorgestellt werden, geben reichlich Zeugnis davon, was es bedeutet, bei den Verlassensten zu leben und zu arbeiten, und ihre Ausgrenzung, ihr Leid, ja ihren Tod zu erleben.

Am Ende dieses Monats feiern wir den ersten der drei Schwerpunkte der Frömmigkeit des hl. Alfons: die KRIPPE (von Krippe, Kreuz und hl. Eucharistie). Mehr denn je brauchen wir den Frieden, den nur das Fleisch gewordene Wort unserer aus den Fugen geratenen Welt geben kann. Die Generalleitung, die Übersetzer und das Büro für Öffentlichkeitsarbeit wünschen Ihnen allen Frohe und gesegnete Weihnachten!

Gary Ziuraitis  C.Ss.R.


INDEX 

 Wendepunkte

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 Aus den Provinzen

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 In Spiritu Redemptionis

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 Redemptoristen in den Nachrichten

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 Monatliche Bildergalerie (nur online)

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 Profile

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 Eine redemptoristische Website im  Brennpunkt

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 Berichte aus der Kurie, den  Sekretariaten  und  Komitees

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Wendepunkte

Nachrichten über Professfeiern, Priesterweihen, Todesfälle und andere Informationen aus dem Büro des Generalsekretärs sowie Officialia http://www.cssr.com/deutschmembers/resources/Officialia/OfficialiaMenu-DE.shtml

Erste Profess mit zeitlichen Gelübden:
 
Agostinho Lumbanque Leão, Vizeprovinz Luanda, 7. November 2004.
Celino Ndulu, Vizeprovinz Luanda, 7. November 2004.
Ferriera Revolução Ngongo, Vizeprovinz Luanda, 7. November 2004.
 
Profess mit ewigen Gelübden:
 
José Hailton Leonardo da Silva, Vizeprovinz Recife, 14. Oktober 2004
Badeea N´Butrus, Provinz Saint Ann de Beaupré, 28. Oktober 2004.
Henrique Samba Katumba, Vizeprovinz Luanda, 7. November 2004.
Menezes Chipikungu Cardoso Chiseva, Vizeprovinz Luanda, 7. November 2004.
Joseph Pham Hong Tai, Provinz Vietnam, 8. November 2004.
Matthieu Nguyen Huu Quang, Provinz Vietnam, 8. November 2004.
Joseph Nguyen Van Hoi, Provinz Vietnam, 8. November 2004.
Jean Vu Minh Sinh, Provinz Vietnam, 8. November 2004
Joseph Tran Cao Chi, Provinz Vietnam, 8. November 2004.
Luc Le Viet Phuong, Provinz Vietnam, 8. November 2004.
 
Priesterweihen:
 
Young-hoon Thomas Park, Region Korea, 15. September 2004
Juan Manuel Solózano Bernal, México, 23. October 2004
Euclides Medina Blanco, Provinz Bogotá, 20. November 2004.
Jaime Alonzo Duarte Cavanzo, Provinz Bogotá, 20. November 2004.
José Gabriel Tarazona Celi, Provinz Bogotá, 20. November 2004.
                                                                                                                            .
Wahlergebnisse:
 
Pater Gómez Rueda, wiedergewählt als Provinz-Vikar, Bogotá. Bestätigt am 8. November 2004.
 
Pater Józef Slaby, Vizeprovinzial, Resistencia. Bestätigt am 12. November 2004.
Pater Henry K Józef Kaczocha, Vikar, Resistencia.
 
Pater Fábio Bento da Costa, Provinzial, Goiás. Bestätigt am 11. November 2004.
Pater Henrique Jacoby Strehl, Vikar, Goiás.
 
Pater Antoni Niemiec, Vizeprovinzial, Bahia. Bestätigt am 12. November 2004
João Batista Alves do Nascimiento, Vikar, Bahia.
 
Pater Francisco Cano, Vizeprovinzial, Pilar. Bestätigt am 16. November November 2004.
Pater Roque Ríos, Vikar, Pilar.
 
Pater Joseph Cao Dinh Tri, Provinzial, Vietnam. Bestätigt am 19. November 2004.
 
Pater Euclides Pedro Cembranei, Provinzial, Porto Alegre. Bestätigt am 20. November 2004. Pater Danilo Bulegon, Vikar, Porto Alegre.
 
Pater Geraldo Freire Soares, Vizeprovinzial, Recife. Bestätigt am 20. November 2004.
Pater Gabriel Hofstede, Vikar, Recife.
 
Pater Patrick Francis Woods, Provinzial, Baltimore. Bestätigt am 25. November 2004.
Pater Alfred Eugene Bradley, Vikar, Baltimore.
 
Pater Ramón Rafael Valdez Caseneuve, Vizeprovinzial, Asunción. Bestätigt am 27. November 2004.  Pater Pedro Sergio Sanabria Galeano, Vikar, Asunción.
 
Pater William Peterson, Regionsoberer, Nigeria. Bestätigt am 29. November 2004.
Pater Richard Thiele, Vikar, Nigeria.
 
Pater Manuel Soares, Vizeprovinzial, Manaus. Bestätigt am 30. November 2004.
Pater Ronaldo Oliveira, Vikar, Manaus.
 
Pater Joseph Apisit, Vizeprovinzial, Bangkok. Bestätigt am 1.December 2004
Pater James Thanu, Vikar, Bangkok

.  
Soeben gegründetes Haus:
Studienhaus in Lublin, Polen. Kanonisch errichtet am 8. November 2004.
 
Neuer Doktor:
Pater Edvaldo Manoel de Araújo aus der Provinz São Paulo hat am 30. November am Teresianum in Rom seine Doktordissertation erfolgreich verteidigt. Der Titel seiner Arbeit lautet: Die Zeichen der Zeit, Zeichen Gottes. Evangelisieren im Umfeld von Ungerechtigkeit, theologisch und anthropologisch aus der Sicht von Dom Helder Camara.
 
 
Todesfälle:
Pater Cyrille Perrin, 77, Schweizerprovinz, 29. Oktober 2004.
Pater Paul Gerard Doucet, 79, Provinz Edmonton-Toronto, 29. Oktober 2004.
Pater Julio Azpilicueta Roncal, 87, Provinz Madrid, 1. November 2004.
Pater John Edward Bellon, 90, Provinz Denver, 4. November 2004.
Pater Clemente Aparicio González, 95, Provinz Caracas, 5. November 2004.
Pater John William Drum, 77, Provinz Baltimore, 6. November 2004.
Pater Gino Panizzo, 91, Provinz Rom, 9. November 2004.
Pater William L. Jacob, 84, Provinz Baltimore, 26. November 2004.
Pater Antoni Franczyk, 90, Provinz Warschau, 28. November 2004.

 Index

Aus den Provinzen

Europa Nord
Zusammenschluss von Provinzen
Daten zur neuen Provinz St. Klemens

Die Vorbereitungen zur Gründung der neuen Provinz St. Klemens im nördlichen Europa sind im Gang. Die letzten Provinzkapitel der beteiligten Provinzen Köln, Flandern, Amsterdam und Schweiz werden gleichzeitig vom 12. bis 15. April 2005 in Torhout, Belgien, stattfinden.

Die neue Provinz St. Klemens wird am 1. August 2005 in Matran, Schweiz, gegründet.

Das erste Provinzkapitel der neuen Provinz St. Klemens tagt zum ersten Mal vom 2. bis 6. August 2005 in Matran. Wir hoffen, dass wir in den nächsten Nummern von SCALA Genaueres über diesen historischen Zusammenschluss berichten können.

Nach Angaben von Pater Jürgen Langer C.Ss.R


Brasilien
Wahlversammlung in Recife
Neuer Vizeprovinzial

P. Geraldo Freire Soares wurde am 20. November 2004 im ersten Wahlgang zum Vizeprovinzial der Vizeprovinz Recife gewählt. Zu dieser Wahl machte der scheidende Vizeprovinzial P. Jose Luis die Bemerkung: „Nun haben wir nicht nur das Gerardusjahr sondern auch das Gerardustriennium.“  


Brasilien
Rio de Janeiro
50.000 an der Gerardusfeier

Eine „Oktav des Hl. Gerard“ wurde vom 28. August bis 5. September in der St. Gerardusbasilika in Curvelo, Provinz Rio de Janeiro, gefeiert. Es bestand aus Messen und Bußfeiern. Die Prozession zum Abschluss versammelte 50.000 Gläubige.  Am Triduum vom 14. bis 17. Oktober  nahmen zahlreiche Pilger teil. Bis Oktober 2005 wird der 16. Tag jeden Monates ein besonderer Wallfahrtstag sein. Jeden Montag während des ganzen Jahres feiert man drei Messen und die Novene des Hl. Gerard.

In Curvelo ist auch das Noviziatshaus der Provinz Rio. Am 8. Dezember werden drei Novizen die zeitlichen Gelübde ablegen: Lucio Marcos Bento, Ronaldo Sergio von Faria und Maikel Pablo Dalbem.

Beitrag von P. José Augusto da Silva, Novizenmeister


Torun
Internationales Brüdertreffen
22. bis 26. September 2004-12-01
 12 Provinzen Nordeuropas, über 50 Brüder und 4 Provinziale, zum 8. Male in einem mehrtägigen Treffen vereinigt! Von Irland, England über Frankreich, Belgien, Flandern, die Niederlande, Schweiz, Deutschland, Österreich, Polen bis zur Slowakei und der Ukraine gelebte Freundschaft, und gemeinsame Visionen; von viel 20 bis 30-jähriger Ordensjugend bis zur 84jährigen Abgeklärtheit – in gegenseitiger Hochachtung und liebevollem Umgang.

Eine echte Vertiefung, Reflexion und Formulierung einer gemeinsamen Vision, erhielt das Ganze durch die ausserordentlichen Referate von P. Hans Schermann, der uns die echten, heutigen und einzig zukunftsträchtigen „erlösenden“ also redemptoristischen Perspektiven in meisterhaft klaren Worten darlegte. Die Simultananlage vermochte den unermüdlichen Übersetzern, Richard Hajduk Deutsch-Polnisch und Stanislaus Wrobel Deutsch-Englisch manchmal kaum zu folgen.

Alles begann mit der ersten Begegnung am Mittwochabend. Herrliche Augenblicke des Wiedersehens und erster Kontakte mit neuen, vor allem all der jugendlichen Gesichter aus dem Osten. Die während der letzten Jahre gepflegten Kontakte liessen die Freude des Wiedersehens mächtig hochkommen. Alt und jung in einer gemeinsamen Freude der Zusammengehörigkeit.

Nachdem sich die eigentlich abgetretene  Equipe: der Vertreter am Generalkapitel Michael Duxbury, der ehem. Präsident Ulrich Küppershaus, der ehem. Notar Karl Elsasser, nochmals um den Leitungstisch „zusammenrappelte“, gab uns der Donnerstagvormittag Gelegenheit zu einem informellen aber umso spannenderen Vorstellen einiger anwesender Mitbrüder. Hermann ten Winkel berichtete über das Vorgehen auf dem Weg zur Union der Provinzen Nord- und Mitteleuropas, das die Mitbrüder Osteuopas mit sehr viel Interesse aufnahmen und für ihre eigene Situation kommentierten.

Freitagvormittag gehörte P.H.Schermann. Seine Vision „Das Leben geben für die Erlösung in Fülle“ war ein Meisterstück der Verkündigung. Nach einem kurzen Einstieg mit dem von Heinrich Schütz vertonten Psalm 130, legte er uns in klaren, verständlichen und äusserst inhaltsreichen Worten dar, was die Erlösungsbedürftigkeit, den Erlöser und unsere Aufgabe als Mitarbeiter an dieser Erlösungsarbeit betrifft.

Der reichlich vorgerückte Nachmittag liess noch etwas Zeit für Informationen  vom letzten Generalkapitel; dann schilderte Bruder Servatius eindrücklich die Situation der Kirche und ihre Mühe Zeichen der Zeit zu erkennen und aufzunehmen; darauf folgte ein sich Vorstellen der uns bekannten Vorsitz Führenden: Bruder Michael, Bruder Karl, der dank seiner Kurzfassung die Sympathien aller gewann, und Bruder Ulrich, der weiter ausholte und das von soviel Informationen bereits stark ermüdete Publikum zur wohlverdienten Pause schob...

Eingedenk der letzten Worte des Vortrags von Hans Schermann: “Unser Erlöser ist nicht „am anderen Ufer, wo alle Retter sind“. Er ist bei uns!“

(Auszüge aus dem Bericht von Hugo Heule C.Ss.R.)


Noviziat während des Krieges
Zeichen der Hoffnung für andere
(Unsere irakischen Novizen berichten über ihr Noviziat während des Krieges in Irak)

Mein Name ist Sameem Y. C.Ss.R.  Es ist mir eine Ehre, über meine Erlebnisse zu berichten. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Aber ich möchte die wichtigsten Situationen, in denen wir lebten, beschreiben.

Mitglieder unserer Gemeinschaft sind P. Vincent Van Vossel C.Ss.R., Oberer der Kongregation in Irak, P. Lucian Kop C.Ss.R., unser geistlicher Begleiter, und P. Bashar C.Ss.R., der die Kandidatenstudenten betreut. Diese drei Patres lehrten am Babel College, das der Päpstlichen Universität Urbania – Rom angegliedert ist. Dazu waren sie verantwortlich für Kirchen in Bagdad: P. Van Vossel für die Kirche St. Raphael mit Lateinischem Ritus (die römisch katholische Kirche, die bombardiert wurde), P. Kop  für die St. Raphael Kirche und Spiritual für mehrere Kongregationen von Schwestern und Mönchen in Bagdad, und  P. Bashar betreute die Chaldäische Kirche St. Elias.

Wir drei, Sameem Y., Meyassar B. Moussa, und Ashour Y. Daood waren als Studenten in dieser Kommunität, in unserem zweiten Jahr Theologie am Babel College. Im Jahr 2003 wurden wir ins Noviziat in Bagdad aufgenommen.

P. Lucian Kop C.Ss.R. war unser Novizenmeister. Wir waren froh, dass unser Noviziat in Bagdad stattfand. So konnten wir in den Verhältnissen unserer Heimat leben.  Schweres Leid sollte unsere Berufung erproben, wie einst die Prüfungen des Volkes Gottesvolkes in der Wüste Sinai. Unser Schritt geschah in der harten Wirklichkeit unserer Umgebung: Redemptoristen werden, um den Verlassensten mitten im Krieg zu dienen.

 Wir begannen das Noviziat am 13. Oktober 2003 mit der heiligen Messe; anwesend waren P. Van Vossel, weitere Redemptoristen und Kandidatenstudenten. Der Novizenmeister überreichte uns eine Kerze zum Zeichen, dass wir auf das Licht Gottes angewiesen sind, und ein Kreuz, damit wir auf dem Weg Jesu Christi gehen.

In Bagdad waren manche strategisch wichtige Ziele in unserer Nähe.  Bombardierungen erschütterten jeden Tag den Boden um uns herum, und bei Tag gingen wir schauen, welche Schäden in der Nacht entstanden waren. Das Programm unseres Noviziates ging trotz des Krieges weiter. Mehr als sechs Monate verbrachten wir unter diesen Verhältnissen. Eines Tages erklärte P. Van Vossel, dass wir an einen anderen Ort ziehen mussten, denn die Situation war zu gefährlich, und wir könnten selber Opfer von Bombardierungen der Alliierten oder der Terroristen werden.  So reisten wir denn für den Rest unseres Noviziates in eine  irakische Provinz, die weniger gefährdet war.

Wir kamen nach Musol - Karakosh am 22. März 2004. Das war eine “ungefährdete Stadt“, wo etwa 25,000 Syrische Christen wohnten. Diese hiessen uns willkommen und nahmen uns freundlich auf. Dank schulden wir dem Erzbischof Basilius von Mosul, der uns erlaubte, im Bildungshaus zu Karakosh zu wohnen und unser Noviziat zu vollenden. Wir sahen, wie die Leute von Karakosh sich  bemühten, den Flüchtlingen aus Bagdad zu helfen, wie sie ihnen Nahrung und Unterkunft boten. Wir spürten, dass die Ermahnungen Jesu, die Hungernden zu speisen, die Nackten zu bekleiden und die Obdachlosen aufzunehmen hier befolgt wurden, denn die Bevölkerung von Karakoshian teilte mit den Flüchtlingen aus Bagdad. Darin sahen wir Zeichen ihres Glaubens und dass Gott sein Zelt unter den Seinigen aufschlug.

Während dieser Zeit zeigte das syrische Fernsehen, was in Bagdad geschah bei der Besetzung durch die amerikanischen/alliierten Truppen. Wir wussten nicht, was wir denken sollten. Wir waren froh und traurig zugleich. Wir freuten uns, weil wir meinten, die Amerikaner würden uns vom tyrannischen Regime Saddams befreien. Aber wir waren traurig, weil wir die vielen irakischen Opfer dieses Krieges feststellen mussten. Zusammen mit den Leuten von Karakosh feierten wir die Auferstehung Christi in der Kirche und beteten für den Frieden. Aber, um ehrlich zu sein, wir fürchteten, dass ein Bürgerkrieg ausbrechen könnte, weil unter dem Volk immer mehr der Eindruck aufkam, dass die Amerikaner die Probleme des irakischen Volkes nicht ernst nahmen und unseren Boden zum Schlachtfeld gegen den Terrorismus machten, damit sie ihn nicht auf ihrem Boden zu bekämpfen haben.

Am 27. April 2004 kehrten wir nach Bagdad zurück und erschraken beim Anblick der Zerstörungen. Gebäude lagen in Trümmern, und viele Einrichtungen wurden geplündert. Die amerikanischen Soldaten beschützten scheinbar nur das Ministerium  für Erdöl. Es herrschte Chaos auf den Strassen von Bagdad. Nachts war es für uns sehr gefährlich. Denn bevor das Regime stürzte, hatte Saddam alle Verbrecher freigelassen. Ein zufälliges Zusammentreffen mit einem derselben konnte tödlich sein. Infolgedessen mussten wir nun auf eine andere Weise um unser Leben bangen. Man wartete auf das Eingreifen der amerikanischen Armee, aber es schien, dass sie sich nicht um einfache irakische Opfer bekümmerten, sondern nur ums Öl. Viele starben, ohne dass jemand reagierte.

 Nachts versuchten diese gemeinen Verbrecher zu rauben und zu töten, ohne anderen Grund als Geld. Viele unserer Mitmenschen kamen so ums Leben. Dazu kamen die Entführungen; auch Kinder wurden aus der Schule oder vom Heimweg entführt und nach Zahlung von Lösegeld freigelassen.

Mitten in diesen Verhältnissen fuhren wir weiter mit unserem Noviziat und bemühten uns, den Leuten mit unserem Gebet zu helfen. So erlebten wir unser Noviziat als Symbol eines christlichen Zeugnisses und als Zeichen der Hoffnung für unsere Mitchristen hier.

Der Abschluss unseres Noviziates rückte näher, und wir waren bereit, Jünger Christi zu werden, um all den Bedürftigen und denen, die ausgegrenzt und verlassen sind, zu dienen.

So legten wir am 13. Oktober 2004 in Anwesenheit von vielen Christen und Ordensleuten in der Chaldäischen Kathedrale St. Joseph unsere zeitlichen Gelübde ab. Es war ein Grund zu großer Freude unter den dortigen Gläubigen, weil wir für sie mitten in diesen schrecklichen Kriegswirren zu einem Zeichen der Hoffnung und des Trostes wurden. So wurden wir zu Arbeitern im Weinberg des Herrn.

 Trotz aller Drangsal des Krieges wird der Glaube hier weiter bestehen, und wir werden Jesus mit „Ja“ antworten auf die Frage, die er einst stellte: „Wird der Menschensohn Glauben finden, wenn er kommt?“ (Lukas 18,8).

Unsere Aufgabe in Irak ist es, das Vertrauen auf Gott in den Herzen der Menschen zu wecken. Das ist das Werk der Redemptoristen, wie unser Gründer St. Alfons von Liguori gesagt hat. Man kann mit Gebet und Liebe gegen den Terrorismus kämpfen. Bei Ihm ist Erlösung in Fülle.

Ihr in Christus

Sameem Y. C.Ss.R.


Elfenbeinküste, Westafrika
Leben in Gefahr
Beitrag eines Mitbruders

Dies ist ein E-Mail vom Redemptoristenmissionar, P. Fernando Olmedo, C.Ss.R., von Tiébissou (Elfenbeinküste), am 11. November 2004.

Liebe Freunde,

Wie geht es euch? Wir hoffen, dass hier alles gut kommt, obwohl wir sehen, dass nicht alles ruhig ist. Wir waren einige Tage ohne Internet. Heute haben wir Anschluss, zu unserer Überraschung, aber ich weiss nicht, wie lange das dauert. Darum benütze ich die Gelegenheit, um euch zu schreiben und mitzuteilen, dass wir seit dem 4. dieses Monates alle Meldungen empfangen haben.

Die Luftangriffe in der besetzten Zone dauerten mehrere Tage; eine Bombe fiel auf das französische Hauptquartier in Bouaké. Darauf antworteten die französischen Fusstruppen, indem sie zwei Jet-Flugzeuge auf dem Flugplatz von Yamoussoukro zerstörten. Und als wir schon glaubten, dass Ruhe eingetreten sei, zerstörten sie weiter alle Flugzeuge und Helikopter der Regierung, auch das Flugzeug des Präsidenten. Die französischen Truppen schalteten eine Pause ein, bis die Kampfflugzeuge aus Ghana zur Stelle waren. Als diese angriffen, verursachten sie schwere Schäden auf den Flugplätzen Yamoussoukro und Abidjan und auch am Palast des Präsidenten in Yamoussoukro.

Einige Stunden genügten, um die Erwartungen der Bevölkerung der Elfenbeinküste zu zerstören. Die Leute hatten geglaubt, sie könnten den Krieg leicht gewinnen. Die Enttäuschungen und Proteste der Menschen kommen zum Ausdruck in weit verbreiteten Demonstrationen, in Angriffen auf französische Interessen, Güter, Immobilien und Geschäfte in Abidjan and Yamoussoukro. Letzte Nacht gab es Proteste in Tiébissou, allerdings ohne Beschädigungen. Als am Sonntag französische Fahrzeuge in Richtung Abidjan fuhren, kam es zu Zwischenfällen, wobei französische Fahrzeuge in Brand gesteckt wurden. Mehre Leute von Tiébissou wurden verletzt. Französische Truppen eröffneten das Feuer. Als wir aus dem Gottesdienst kamen, war Generalalarm, und man hörte Schüsse in der Stadt.

Die Spannung übertrug sich auf Abidjan. Hier verschanzten sich die französischen Truppen im Hotel Elfenbeinküste und schnitten alle Zugänge zu den Brücken ab. Man glaubte, sie würden angreifen und den Präsidenten Gbagbo absetzen. Ein französischer Stosstrupp erreichte die Residenz des Präsidenten (aber sie behaupteten nachher, sie hätten irrtümlicher Weise den falschen Weg eingeschlagen... ... und wir glauben das natürlich!). Der Oppositionsführer Ouattara kam ins Land, um eine neue Regierung zu bilden. Auch der Stabchef der Armee wurde als neuer Präsident vorgeschlagen. Jedenfalls konnte oder wollte das französische Militär den Präsidenten  Gbagbo nicht absetzen. Das Volk reagierte sofort und umzingelte zu Tausenden die mutmasslichen Ziele der französischen Truppen, nämlich den Palast des Präsidenten, die Fernsehstation und sogar das Hotel Elfenbeinküste. Die Regierungstruppen unternahmen auf dem Flugplatz einen Angriff auf die Franzosen, aber drangen nicht durch. Man kann die Truppen der Elfenbeinküste nicht mit denen Frankreichs vergleichen. Der Überraschungseffekt ist vorbei, und nun ist es wohl unmöglich den Präsidenten zu wechseln. Die internationale Gemeinschaft setzte den Präsidenten Südafrikas als Vermittler ein, aber drei Stunden Unterredung mit Präsident Gbagbo ergaben nichts. Es scheint, dass Präsident Gbagbo alle Vorschläge ablehnte.

Die Aufständischen sind zuversichtlicher. Sie sagten, sie würden in keinem Fall verhandeln. Sie haben militärisch aufgerüstet und ihre Strategie geändert. Einer ihrer Generäle hat sich nach San Pedro in den Westen des Landes begeben, während die französischen Truppen sich in Abidjan gruppiert haben und vermutlich Druck auf den Präsidenten Gbagbo aufbauen.

In Tiébissou ist es ruhig jetzt. Manchmal werden Zusammenstösse in der Hauptstadt gemeldet, aber keine schwerwiegenden. Anfangs blieben wir im Bereich unserer Mission, aber nach und nach konnten wir uns ohne Schwierigkeiten hinaus begeben. Man greift hier keine weissen Menschen an. Wir benützen keine Autos, denn wir befürchten, dass die Armee dieselben beschlagnahmt, früher um anzugreifen, jetzt um zu entweichen. Die Stadt ist voll Regierungstruppen, die Sakassou und Bouaké angreifen sollen. UNO-Truppen sind auch hier, um die Situation zu entschärfen und zu verhindern, dass die Streitenden durchbrechen. Wir befürchten, dass die Rebellen die Stadt angreifen, zumal sie nun stärker sind. Aber die UNO-Truppen und die Truppen der Franzosen haben die Rebellen davor gewarnt. Sie haben die Nase voll vom Militär der Rebellen.

In Bouaké war es schlimm, besonders weil unser Mitbruder José María ganz allein war, und das Telefon in seiner Umgebung abgeschnitten war. Es gelang ihm schliesslich, aus dem Stadtzentrum anzurufen und zu melden, dass es ihm persönlich eigentlich gut gehe, aber dass es in der Stadt keinen elektrischen Strom, kein Licht und kein Wasser gibt und dass die Rebellen ihm das Auto gestohlen haben und ebenso allen Pfarreien. Darauf waren wir ohne Nachrichten, weil das Telefon stets abgeschnitten war. Vorgestern wurde die Hauptstrasse nach Bouaké wieder frei gegeben, und so konnte Bruder Hervé nach Bouaké (auf spanisch scherzte er: “Adiós, ich gehe nach Bouaké, um nach dem alten Mann zu schauen”). Er kam um Mittag zurück mit guten Nachrichten, aber der „alte Mann“ P. José María kam nicht mit ihm.

Die Stadt ist nun besser dran, als man hätte glauben können. Denn die meisten Bomben explodierten nicht, weil sie aus schlechten Restbeständen des Krieges in Angola stammten. So wurde die Stadt verschont. Die Pfarrei half dem José María, so dass er etwas zu essen und Trinkwasser hatte. Die Priester halfen einander und sprachen auch mit den Rebellen, denen sie vorwarfen, zu wenig Respekt für die katholischen Missionen zu zeigen und die Autos entwendet zu haben. Die Folge war, dass sie unser Auto zurückgaben, was dringend war. Am wichtigsten ist, dass es dem P. José María gut geht. Er kann auf die Unterstützung der Gläubigen zählen, und die Rebellen werden ihn nicht angreifen und ihm das Auto nicht mehr nehmen. Wenn nötig, kann er sogar nach Tiébissou kommen.

Das Neueste: wir wissen bereits, was beim letzten Angriff passierte, wo acht Franzosen und ein Amerikaner ums Leben kamen. Ein General der Rebellen versammelte seine Truppen um die französischen Baracken, so dass die Kampfflieger dort angreifen würden. Die Truppen der Regierung gingen auf den Köder los, und das Resultat kennen wir bereits. Schade, dass die Bombe diesmal gezündet hat. Weil aber dieser Luftangriff die Rebellen nicht vertreiben konnte, werden diese bald Bouaké angreifen, was zu einem Massaker von Regierungstruppen führen könnte.

Das ist die momentane Lage. Wir sind gespannt. Zur Zeit haben wir nicht die Absicht, das Land zu verlassen, was übrigens nicht einfach wäre, auch wenn das Flugzeug käme, das die spanische Regierung versprochen hat, denn weisse Menschen könnten auf der Autobahn nach Abidjan in Schwierigkeiten geraten. Bevor wir uns im Notfall dazu entscheiden, werden wir uns  nach Yamoussoukro begeben, und zwar auf einer Strasse durch den Dschungel. So könnten wir die Stadt erreichen über das durch Franzosen geschützte Flughafengebiet und schliesslich Aufnahme finden in der Basilika, die auf vatikanischem Boden steht. Wir haben bereits mit den Verantwortlichen darüber gesprochen.

Bevor wir fortziehen, möchten wir allen danken für eure E-Mails und Telefongespräche (momentan kann ich nur senden aber nicht empfangen). Ich danke für eure Unterstützung und euer Gebet.

Herzliche Umarmung

Fernando und die Gemeinschaft von Tiébissou

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In Spiritu Redemptionis
Südafrika
Ein Blick auf die Neustrukturierung von Südafrika aus der Sicht von
Sean Wales

Der Kern unserer Erneuerung als Christen liegt in der ständigen Neuentdeckung der Wirklichkeit Christi. Die Berufung, unser Leben zu geben für die Erlösung in Fülle, bedeutet, dass wir uns von der Liebe des Vaters in Christus verführen lassen. Sie bedeutet, dass das persönliche Verhältnis zu Jesus im Zentrum unseres Lebens stehen muss. Sie bedeutet, dass Jesus die einigende Mitte sowohl unseres persönlichen Lebens als auch unseres Gemeinschaftslebens ist. Sie bedeutet letztendlich, dass der Ruf zur Neustrukturierung uns zur Erlösung in Fülle bekehren will. Wir vernehmen diesen Ruf in einem Land, das das „Wunder“ einer Umwandlung bereits erlebt hat, und das noch immer stark von seiner religiösen Sensibilität geprägt ist.

Wenn das Generalkapitel von der Neustrukturierung spricht, geht es ihm nicht um eine rein administrative Maßnahme. Die Neustrukturierung ist nicht eine rasche Bereinigung von Situationen, in denen wir keine Berufungen oder anscheinend keine Zukunft mehr haben.    Sie ist auch nicht ein Mittel zur Erhaltung gewisser Häuser oder Seelsorgsarbeiten. Es geht um die Freiheit, unserer Sendung treu zu bleiben. Alle Strukturen müssen im Dienste unserer Sendung stehen. Daher muss die Neustrukturierung als Ruf zur Umkehr unseren Lebensstil hinterfragen, sie muss sich mit unserer Gesinnung befassen, und sie muss unsere organisatorischen Traditionen neu überdenken. Helfen uns unsere Lebensweisen, unsere Einstellungen und unsere Gewohnheiten bei der Verwirklichung unseres Charismas? Unser oberstes Kriterium ist immer die Nachfolge Jesu in der Evangelisierung der Armen und Verlassensten.

P. General hat unsere Aufmerksamkeit auf vier Bereiche unseres Lebens gelenkt, in denen der Sinn der Neustrukturierung schon klar erkannt werden kann.

Erste Ausbildung. Wir haben schon die Vorteile einer neuen Struktur in unserem mit anderen Einheiten gemeinsamen Noviziat in Rustenburg erleben können. Wir würden ja rasch an unsere Grenzen stoßen, wenn wir nur für uns allein ein Ausbildungsprogramm hätten.

Migration. In welcher Weise helfen oder hindern uns unsere Strukturen, uns dem gewaltigen Problem der Flüchtlinge und Vertriebenen auch in Südafrika zu stellen? Communicanda 1 behauptet, dass Afrika „von der Kirche und den Redemptoristen“ (35) verlassen worden sei. Wie ist das zu verstehen, und welche Anwort haben wir darauf?

Defätismus. Soll die Kongregation in gewissen Teilen der Welt das Handtuch werfen und nichts mehr tun, um sich den Herausforderungen unserer Sendung zu stellen? Soll die Kongregation dabeistehen und zusehen, wie viele historische Einheiten untergehen; Oder sollen wir nach neuen Wegen suchen, Erlösung in einer nachchristlichen Welt zu sein?

Wirtschaftliche Strukturen. Unterstützen die gegenwärtigen Strukturen unsere Sendung oder behindern sie? Ist der derzeitige wirtschaftliche Unterschied zwischen den Einheiten in Stein gemeißelt oder können wir uns andere Möglichkeiten vorstellen, finanzielle Lasten gemeinsam zu tragen?

Es ist faszinierend, ein wenig auf unsere Geschichte zurückzublicken und zu entdecken, wie unsere Strukturen sich ständig weiterentwickelt haben. Am Anfang gab es überhaupt keine Provinzen im eigentlichen Sinn. Im ersten Jahrhundert lag der Schwerpunkt auf internationalen Kommunitäten. Die schnelle Ausbreitung führte nach der Errichtung der einzelnen Provinzen zu Vizeprovinzen und Missionen. Im 20. Jahrhundert führte man die Regionen ein, und es gab wieder einen Trend zu internationalen Kommunitäten. Heute stehen wir in jeder Region vor der Herausforderung, zumindest eine internationale Kommunität in diesem Sexennium zu errichten.

Nichts von alledem ergibt einen Sinn, wenn es nicht unserer missionarischen Mystik entspringt: unserer persönlichen Beziehung zu Jesus und unserem unstillbaren Wunsch, unser Leben zu geben für die Erlösung in Fülle.

Auf dem Weg in ein neues Triennium in unserer eigenen Provinz fällt es uns nicht schwer, uns der Dringlichkeit des Rufes zur Umkehr bewusst zu werden, die sich in den neuen Formen, unsere Sendung zu leben, ausdrückt. Wir sind Teil einer lebendigen internationalen Kommunität von Missionaren, begnadet mit der Berufung, uns durch nichts von der Liebe Christi trennen zu lassen: durch keinen Ersatz, keine Struktur, keine Schwierigkeiten.

Wir sind bereits Teil der radikalsten Neustrukturierung, die es gibt: des Mysteriums der Erlösung. Möge der Geist des Erlösers in den kommenden Jahren mit uns sein.

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Redemptoristen in den Nachrichten

Irland
P. Alex Reid C.Ss.R.
wurde die Ehrendoktorwürde verliehen

Vorbemerkung der Redaktion: am 27. September 2004 wurde dem Redemptoristen P. Alex Reid während einer Feier im Royal Hospital, Kilmainham, Dublin, vom Higher Education and Training Awards Council das Ehrendoktorat der Rechte verliehen. Diese Ehrung war die Anerkennung für sein Lebenswerk als Kämpfer für den Frieden in Nordirland. Lesen Sie im folgenden einige Auszüge aus der Laudatio des Direktors der National Qualifications Authority von Irland, Herrn Seán O Foghlú, die wir dem Nachrichtenblatt der irischen Redemptoristen, „Copiosa“, entnommen haben.

P. Reid hat sowohl im In- als auch im Ausland große Anerkennung für seine entscheidende Rolle im Friedensprozess in Nordirland erfahren. Er war die Schlüsselfigur bei der Initiierung des Dialogs zwischen den verschiedenen Parteien in den kritischen Stadien des Friedensprozesses. Es heißt, dass der Friedensprozess ohne ihn nicht das gewesen wäre, was er war.

Die treibende Kraft bei allen Handlungen P. Reids ist sein Glaube, dass die Rolle eines Dieners Christi in einer Konfliktsituation darin besteht, ein Instrument des Heiligen Geistes zu sein. Er ist der festen Überzeugung, dass es für den Christen in der hl. Schrift ein wegweisendes Vorbild für die Lösung von Konflikten gibt, dass er nämlich, so wie Jesus, sich persönlich so mit den Menschen verbunden fühlen muss, bis er sie in- und auswendig kennt, mit all ihren Vorzügen und Schwächen. In einer ausweglosen Situation soll er einmal ausgerufen haben: „Wir werden die Gnade Gottes brauchen, um da durchzukommen!“

Seiner Überzeugung nach besteht die Rolle der Kirche darin, den Konflikt von der Straße weg und an den Konferenztisch zu bekommen, denn nur da wird man zu einer Lösung gelangen, die es allen Betroffenen ermöglicht, in aller Freundschaft und Zusammenarbeit zum Wohle aller miteinander zu leben.

Wenn er gefragt wurde, wen er in diesem Konflikt eigentlich vertrete, dann lautete seine Antwort schlicht und einfach jedes Mal, er vertrete denjenigen, der bei den Gewaltausbrüchen als Nächster verletzt, getötet oder traumatisiert werde.

P. Reid erkannte immer mehr die Komplexität der Lage, und dass man für Lösungen sorgen musste, die die Grundsätze jeder Seite respektierten. Er sah seine Aufgabe nicht in der Teilnahme an irgendwelchen tatsächlichen Verhandlungen, sondern in der Unterstützung der Herbeiführung einer Lösung, die allen gerecht wurde.

Es heißt, dass die Art und Weise, wie er seinen Einsatz für den Frieden durchführte, als Lehrstück für Ordensleute überall dienen kann.

Zu den wichtigsten Aktionen P. Reids gehörte die Organisation einer Reihe von Treffen zwischen dem Vorsitzenden der Sinn Féin Partei, Gerry  Adams, und dem Führer der Sozialdemokraten Nordirlands, John Hume. Diese mutige Initiative ebnete den Weg für den Friedensprozess. In der Folge agierte P. Reid als ihre Kontaktperson, u.a. auch zur irischen Regierung, und eine Reihe von Ereignissen, die zur Unterzeichnung des Abkommens vom Karfreitag 1998 führten, kam in Gang. P. Reid war unnachgiebig in der Verfolgung des zentralen Zieles. Er kannte keine Schonung – auch sich selber gegenüber nicht.

Zurzeit nützt P. Reid seine Erfahrungen in Irland für eine Friedensmission bei den Basken. Außerdem ist er gerade dabei, die Lehren, die er über viele Jahre hinweg aus dem Nordirlandkonflikt gezogen hat, aufzuzeichnen. Er nennt sie die Lehren von der Straße.

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Monatliche Bildergalerie  (nur online)

Wahlversammlung der Vizeprovinz Recife

Neugewählte Vizeprovinzleitung von Recife

Die Wahlversammlung von Recife posiert für Scala

Alex Reid, C.SS.R

St. Joseph, Torun, Polen

 Brüdertreffen in Torun, Polen

Pe. Edvaldo empfängt die Glückwünsche von Bruder Bruno Leuzzi (dritter von links), Pater Sergio Campara, Rektor (übergibt Blumen) und die Belegschaft der Küche von San Alfonso beim Festessen.

Pe. Edvaldo mit Professoren und Berater aus dem Teresianum.

Pe. Edvaldo empfäangt Glückwunsch von Pater Serafino Fiore, Generalvikar.

Wahlversammlung der Vizeprovinz Bangkok

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Profile

Mexiko
Tragischer Tod von P. Macrino Nájera Cisneros, C.Ss.R.
Opfer eines Geistesgestörten

Der 16. Oktober war ein tragischer Tag für unsere Mitbrüder in Mexiko. Wir bringen den amtlichen Bericht.

Lebenslauf

P. Macrino Nájera Cisneros, C.Ss.R. wurde geboren am 9.  Januar 1962 in Irapuato, Guanajuato, als Sohn des Justino und der María Soledad, fünftes von vierzehn Kindern. Im August 1978 trat er in San Luis Potosi in das Kleine Seminar der Redemptoristen ein. Am 1. August 1981 legte er seine ersten Gelübde ab. Als Ordensmann lebte er in den Kommunitäten Torreón, Irapuato und Carichí und gehörte seit 1999 zum Team der Missionare.

Sein Tod

Gemäss dem Missionsprogramm der Provinz Mexiko arbeiteten die Missionare nach dem Plan der „kirchlichen Erneuerungstage“ in der Pfarrei Tazumbos, Jalisco. Der Pfarrer hatte die Missionare empfangen, und sie hatten miteinander abgemacht, wer wo was zu tun habe.

P. Macrino und Sr. Julieta Blanco (MPS) waren mit der kleinen Ortschaft Rancho Nuevo beauftragt. Am Samstagnachmittag, 16. Oktober, feierte man dort Erstkommunion. Aus diesem Anlass wurde P. Macrino zu einer Familie eingeladen, wie es dort Brauch war. Unter den Gästen befand sich ein 22 Jahre alter Mann, der offenbar betrunken war oder sonst etwas zu sich genommen hatte. Dieser junge Mann war ein Bekannter des Hausbesitzers und eines anderen Mannes, der am Gottesdienst teilgenommen hatte. Plötzlich ging der junge Mann hinaus, kam nach einigen Sekunden zurück und schoss mit der Pistole auf den Vater des Mädchens, das Erstkommunion feierte, sowie auf einen Freund der Familie und auf P. Macrino. Das geschah Abends um 9.30 Uhr.

Begräbnis

Am Sonntagabend, 17. Oktober, gegen 9.15 Uhr wurde der Leichnam von P. Macrino in unserer Kirche in Irapuato aufgebahrt und um 10.00 feierten wir Eucharistie. Einige Minuten vorher hatte der Bischof José de Jesús Martínez Zepeda den Redemptoristen sein Beileid ausgesprochen, die Mitglieder der Familie von P. Macrino umarmt und ein Gebet für den Verstorbenen gesprochen.

Die Totenwache hielt man in der Romeral Farm, wo seine Familie wohnte. Am Montag um 1.00 Uhr Nachmittags begann der feierliche Trauergottesdienst, geleitet vom P. Provinzial. Etwa 15 Priester konzelebrierten. Es nahmen auch Missionarinnen von der Immerwährenden Hilfe teil, sowie Karmelitinnen und andere Ordensfrauen. Laien aus der Familie der Redemptoristen von Irapuato und anderen Kommunitäten des Landes Mexiko waren mit uns.  Die Kirche war überfüllt.

Nach der Eucharistiefeier begab sich der Trauerzug auf den öffentlichen Friedhof, wo die sterblichen Überreste von P. Macrino bestattet wurden.

Beitrag aus NER, November, 2004, von P. Tirso Cepedal Román, C.Ss.R.

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Eine redemptoristische Website im Brennpunkt

In dieser Nummer von SCALA möchten wir Sie auf drei neue  Websites von Redemptoristen aufmerksam machen, nämlich jene der Provinzen Buenos Aires, Mexiko und Dublin. Bitte besuchen Sie diese und senden Sie ihnen eine Nachricht darüber. Geben Sie an, dass Sie von SCALA dazu animiert wurden.

www.redentoristasmexico.com

http://www.redemptorists.ie/

http://www.redentoristas.org.ar/

Schwester Nancy Smith, IHM, mit den Redemptoristen der Denverprovinz befreundet, malt Ikonen und bietet viele schöne Ikonen zu vernünftigen Preisen an, auch Ikonen von St. Alphonsus und St. John Neumann. Um Einblick in ihr Werk zu nehmen, besuchen Sie bitte: www.SAINTJOSEPHSTUDIO.com

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Berichte aus der Kurie, den Sekretariaten, Instituten und Komitees

Rom, Italien
Erste Sitzung des Sekretariates für Jugend- und Berufepastoral

Vom 2.-5. November 2004 hielt das Generalsekretariat für Jugend- und Berufepastoral (PJVR) in Rom seine erste Sitzung in diesem Sexennium (2003-2009) ab. Zwei Mitglieder des heutigen Sekretariats waren bereits im vorigen Sexennium dabei: Serafino Fiore, Generalkonsultor und Vorsitzender (sfiore@cssr.com) und Ariel Cesar Cattaneo  (Buenos Aires, parielcattaneo@yahoo.com.ar) für Lateinamerika. Die fünf anderen Mitglieder sind neu: Santo Arrigo (Edmonton-Toronto, sarrigo@redemptorists.ca) für Nordamerika, Jens Bartsch (München, jens.bartsch@redemptoristen.de) für Europa-Nord, Raymond Mupandasekwa (Simbabwe, rmupa@hotmail.com) für Afrika, Alfonso Amarante (Neapel, amarantejr@redentoristi.it) für Europa-Süd und Willy Ngongo Pala (Indonesien, willy031069@yahoo.com) für Asien-Ozeanien.

Die verschiedenen Sprachen waren eine erste Herausforderung in dieser Sitzung. Doch dank der Hilfe von P. Félix Catalá (Direktor des Zentrums für redemptoristische Spiritualität), der an der ganzen Sitzung teilnahm, konnten die Schwierigkeiten der Übersetzung aus dem Englischen und dem Spanischen leicht überwunden werden.

Eine andere Herausforderung hatte weit mehr Gewicht: was können wir tun, damit die Jugend- und Berufepastoral in der Kongregation Vorrang hat, vor allem in jenen Einheiten, wo die Anzeichen einer Selbstaufgabe, wenn nicht Auflösung deutlicher sind?

Im Verlauf dieser ersten Sitzung kamen weitere, ständig wiederkehrende  Probleme zur Sprache, z.B. die häufige Neubestellung der Verantwortlichen für die Jugend- und Berufepastoral auf Ebene der (Vize)Provinzen, was zur Folge hat, dass es keine kontinuierliche Arbeit gibt; wenig Kommunikation zwischen den örtlichen Betreuern und den Zuständigen in der (Vize)Provinz, der Region oder der Zentrale; das Fehlen einer bestimmten Planung in vielen Einheiten, wodurch die Durchführung von  Veranstaltungen und Aktionen eingeschränkt ist; das Fehlen einer Dynamik in vielen Plänen der Berufepastoral; die mangelnde Kenntnis der Richtlinien und Vorschriften für die Jugend- und Berufepastoral aus dem vorigen Sekretariat.

Selbstverständlich nehmen uns diese Probleme nicht den Blick für die hervorragende Arbeit, die in vielen Einheiten geleistet wird, ob nun im Zuge der ordentlichen Seelsorge oder in besonderen Veranstaltungen (man denke nur an die regelmäßigen Treffen unserer Jugend mit den Ordensoberen).

Statt sich jetzt auf neue Projekte zu stürzen, möchte das Sekretariat während der kommenden Monate sich genauere Kenntnis der grundlegenden Richtlinien unserer Jugend- und Berufepastoral verschaffen, zunächst durch das private Studium eines jeden einzelnen Mitglieds, dann aber durch die Erhebung, wie weit diese Richtlinien in den Regionen verwendet werden. Eine weitere Aufgabe von hoher Priorität wird sein, die Datenbanken der Betreuer auf den neuesten Stand zu bringen, was, so hoffen wir, im kommenden Jahr geschehen wird, sobald einmal feststeht, wer die (Vize)Provinziale für das nächste Triennium sein werden. Damit verbunden ist die Aufgabe, mit den Jugendbetreuern in Kontakt zu treten und ihre Ausbildung ins Auge zu fassen. Auf jeden Fall wird der Leiter des Sekretariats den (Vize)Provinzialen in einem Brief über diese Sitzung Bericht erstatten.

Ferner möchten wir in guter Verbindung mit den anderen Generalsekretariaten bleiben, besonders mit dem Bildungssekretariat und dem Sekretariat für die Zusammenarbeit mit den Laien. Auch möchten wir die Kommunikation mit der ganzen Kongregation erleichtern, indem wir eine Seite auf der Website der Generalleitung betreuen. Andere Projekte sind mittel- bis langfristig zu betrachten, und sollten auf alle Fälle aus der Arbeit in den Regionen entstehen, z.B. ein internationales Symposium über die redemptoristische Jugend- und Berufepastoral oder die Veröffentlichung einer „Jugendversion“ der Richtlinien.

Natürlich stand hinter all den Überlegungen und Vorhaben des Sekretariats das Thema der Neustrukturierung, mit der die Kongregation gerade in diesem Sexennium besonders befasst ist. Vor allen Dingen scheinen zwei Fragen dringend einer Antwort zu bedürfen: wie wird die Sendung der Kongregation in den nächsten Jahren aussehen? Was verstehen die Menschen heute unter „Erlösung“? Auf diese zwei Fragen würde das Sekretariat für Jugend- und Berufepastoral gerne eine Antwort geben, naheliegenderweise vom Standpunkt der Jugend und der Berufe aus.

Das brüderliche Arbeitsklima während dieser Sitzung war sehr gut. Wir hoffen, dass es uns hilft, den oben genannten Herausforderungen und Problemen mutig entgegenzutreten.


Die jüngsten Nachrichten über die Sitzungen der Sekretariate und Kommissionen finden Sie auf der Website der Generalleitung unter „Neuigkeiten über die Redemptoristen“. http://www.cssr.com

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